
- Ottoline und das Schlossgespenst - Patmos Verlag
„Ottoline und das Schulgespenst“ ist das zweite Kinderhörspiel aus der Feder von Chris Riddell. Er ist studierter Illustrator und arbeitet auch erfolgreich als Cartoonist. Gesprochen wird das Hörspiel von der deutschen Sängerin und Schauspielerin Andreja Schneider. Sie verleiht den verschiedenen Figuren gekonnt wunderbar individuelle Stimmen. Die ganze Geschichte wird immer wieder von kurzen Musikstücken unterbrochen, die genug Zeit lassen, das Erzählte auf sich wirken zu lassen. Eine ruhige lineare Erzählweise, macht dieses Hörspiel besonders kindgerecht. Die Geschehnisse können gut nachvollzogen werden. So lassen die gekonnte Erzählweise von Andreja Schneider und die sparsam aber effektvoll eingesetzten Hintergrundgeräusche, eine bunte Welt entstehen, in der Kinder ernst genommen werden. Generell kann davon gesprochen werden, dass Ottolines Umfeld very british in Erscheinung tritt. Gerade diese Vermischung von englischen Sitten und Fantasiebeimengungen, die zwar nah an der Realität dran sind, sie dann aber doch leicht verdreht wieder geben, macht den Charme dieses Hörspiels aus.
Während ihre Eltern auf Sammlerreisen sind, hütet Ottoline deren wertvollen und außergewöhnlichen Sammlungen zuhause im Pfeffermühlenhaus. Auf Sammlerreise zu sein, das bedeutet die kuriosesten Dinge zu sehen, die es auf der Welt zu sehen gibt. Ottoline erfährt von den elterlichen Abenteuern durch Postkarten, die sie regelmäßig von ihnen geschickt bekommt. Mal berichten sie vom Elchschmückfestival in Kanada, mal vom Nashornfestival in Afrika und immer schicken sie einen wohlgemeinten Rat und viele Grüße mit. Einmal in der Woche erhält Ottoline per Post auch Hausaufgaben von ihnen. Und immer, wenn Ottoline wiederum ihren Eltern einen Brief schicken will, dann tut sie dies in dem sie der „Gemeinnützigen Gesellschaft für Sammler unterwegs“ den Brief zukommen lässt. Diese übernimmt alles Weitere. Für Ottolines leibliches Wohl sorgen diverse Servicekräfte. Diese Schalten das Licht ein und aus, schütteln die Kissen auf, bestücken das Bad mit Waschutensilien, bringen Essen und kümmern sich um die Wäsche.
Ottoline lernt die extravagante Cäcilia kennen
An einem Dienstag trifft Ottoline im Park die vornehme Cäcilia. Cäcilia erzählt spannende Geschichten, denen Ottoline mit vergnügen lauscht. Außerdem kann Cäcilia piekfein Tee trinken. Mr. Munroe, Ottolines bester Freund und Mitbewohner kann Ottolines Zuneigung zu dem snobistischen Mädchen nicht teilen. Dennoch entwickelt sich zwischen der eher bodenständigen Ottoline und der etwas abgehobenen Cäcilia eine Freundschaft. Schließlich erzählt Cäcilia Ottoline, dass sie die „Alice-B.-Sanders-Schule für etwas anders Begabte“ besucht. Die Idee eine Schule zu besuchen gefällt Ottoline sehr. Sie fragt ihre Eltern, ob sie ebenfalls auf diese Schule gehen darf und erhält eine positive Antwort.
Ottoline ist auf der Suche nach ihrer Begabung
Während alle Kinder auf der Schule ihre Begabung schon gefunden haben, versagt Ottoline immer und immer wieder kläglich in den unterschiedlichsten Disziplinen. Das macht ihr schwer zu schaffen. Es beschleicht sie die Angst, dass das Schuljahr vorüber gehen könnte, ohne dass sie ihre Begabung gefunden hat. Diese Sorgen werden jedoch jäh zerschlagen, als es in der Schule zu spuken beginnt. Auf Anfrage beteuert die Schulleiterin Alice B. Sanders, dass es zwar tatsächlich spuke, aber dieser Spuk völlig harmlos sei. Cäcilia lässt aber nicht locker. Immer und immer wieder kommt es zu Vorfällen, die Cäcilia ganz klar als lebensbedrohlichen Spuk einstuft.
Wird Ottoline ihre Begabung noch finden und ist das Leben der Schüler in der „Alice-B.-Sanders-Schule für etwas anders Begabte“ wirklich in Gefahr?
Dieses Hörspiel ist für Kinder ab 6 Jahren eine spannende Unterhaltung. Es regt die kindliche Fantasie an und gibt ein positives Lebensgefühl wieder.
Chris Riddell, Ottoline und das Schulgespenst, 1 CD + 1 Beilage, Patmos Verlag 2009,
ISBN: 978-3-491-24174-9.
