
- Donau: Auch für Schlauchboote geeignet - Claudia Lampert
Paddeln auf dem Fluss ist eine ganz besondere Art, die Gegend zu erkunden. Ständig am tiefsten Punkt des Geländes bietet eine Flussfahrt zwar oft wenig Überblick, dafür aber neue Ausblicke und viele Einblicke. Der Oberlauf der Donau, zwischen dem Benediktinerkloster Beuron und Ulm verfügt über viele landschaftlich besonders reizvolle Streckenabschnitte. Auch das Teilstück von Zwiefaltendorf nach Rechtenstein hat einiges zu bieten.
Eine vielfältige Tierwelt bewohnt die Donau und ihre Ufer
Die Einstiegstelle (Kilometer 2639,70) für die etwa sechs Kilometer lange Strecke befindet sich direkt an der Donaubrücke in Zwiefaltendorf. Dort stehen Parkplätze, Sitzbänke, eine kleine Grillstelle und eine Dixie-Toilette zur Verfügung. Die Donau ist an dieser Stelle gut zugänglich, auch wenn die Kiesbank an warmen, sonnigen Wochenenden oft ordentlich von Booten, Pferden und Spaziergängern „belagert“ wird. Das Wasser an der Einstiegstelle ist recht flach; die Strömung bei normalem Wasserstand gering.
Mit Blick auf den Zwiefaltendorfer Kirchturm (mit bewohntem Storchennest) geht es – eingebettet zwischen steilen Sandböschungen und Buschwerk – gemütlich flussabwärts. Im Sommer sind hier ganze Schwärme von Blauflügel-Prachtlibellen unterwegs. Mit ihren breiten, schillernd blaugrünen Flügeln wirken sie fast wie Schmetterlinge.
Rechts und links des Flusses sehen Paddler immer wieder Spuren des Bibers, der an der Donau wieder heimisch ist. Das Tier selbst sieht man nur mit viel Glück – oder an Wochentagen und zu Tageszeiten, an denen auf dem Fluss kein reger Bootsverkehr herrscht. Häufig gesehene Flussgäste und Bewohner sind hingegen der Grau- und der Silberreiher. Auch der schillernd blaue Eisvogel ist im Uferbereich der Donau heimisch, und der majästetisch kreisende Rotmilan ist ein häufiger Besucher.
Spannende Uferabschnitte zwischen Mittenhausen und Rechtenstein
Nach dem ersten Drittel der Strecke säumen immer wieder steil abfallende Felsen das Ufer – etwa kurz vor Mittenhausen. Bootfahrer sollten bei Mittenhausen (etwa Kilometer 2637) die Augen offenhalten: Hier grenzt eine Viehweide ans Wasser, und in der Weidesaison ragen hier mitunter Zäune (Draht) in die Donau.
Hinter Mittenhausen nähert sich die Donau an die Zugstrecke nach Ulm an; nach einem Stück mit vegetationsreichem Ufer öffnet sich die Landschaft. Stürmisches Wetter schlug hier 2008/2009 große Kerben in den ursprünglichen Pappel-Uferwald; jetzt eroberen Pionierpflanzen den Kahlschlag, über dem sich noch einige kahle Baumstümpfe in den Himmel recken.
Landschaftliches Highlight: Hochwartfelsen und Braunselmündung bei Rechtenstein
Kurz vor der Ausstiegstelle mündet in einer sanften Rechtskurve auf der linken Donauseite die Braunsel ein. Der glasklare Quellfluss ist nur wenige hundert Meter lang; ein Spaziergang von Rechtenstein am linken Donauufer flussaufwärts lohnt sich allemal. Mit dem Boot ist die Braunsel nicht befahrbar; das ganze Gebiet steht unter Naturschutz.
Direkt an der Braunseleinmündung (Kilometer 2634,66) blickt auch der Hochwartfelsen mit seinem Gipfelkreuz auf den Fluss herab. Die Kiesbank und die Badestelle am rechten Flussufer sind vor einigen Jahren unter Naturschutz gestellt worden – baden, Feuermachen oder Campen ist hier leider nicht mehr erlaubt.
Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Ausstiegstelle – am linken Flussufer sind bereits die Rechtensteiner Kirche und die aus dem 12. Jahrhundert stammende Burg zu sehen. Die Ausstiegsstelle (Kilometer 2634,05) selbst befindet sich auf der rechten Flussseite, kurz vor dem Wehr. Das Wehr ist nicht überfahrbar und muss, will man die Tour flussabwärts in Richtung Munderkingen fortsetzen, rechts umtragen werden. Ein Befahren (und Begehen) des Wehrs ist verboten und besonders bei hohem Wasserstand lebensgefährlich! Die Ausstiegsstelle auf der rechten Seite ist gut ausgeschildert und kaum zu verpassen – der Ausstieg selbst erfordert ein wenig Geschicklichkeit und Körperkoordination; das Ufer ist recht steil und der Gittersteg liegt recht hoch im Wasser.
Fazit: Abwechslungsreiche, für Familien und Einsteiger geeignete Strecke
Das etwa sechs Kilometer lange Teilstück der Donau ist landschaftlich reizvoll und stellt – einen normalen Wasserstand vorausgesetzt – keine großen Herausforderungen an Bootfahrer. Die Strömung ist gering, und der Fluss ist breit genug, um mühelos zu rangieren ohne ständig in den überhängenden Uferbüschen hängen zu bleiben. Auch bei Niedrigwasserstand führt die Donau in diesem Abschnitt genügend Wasser, um nicht aussteigen und das Boot schleppen zu müssen.
Die Strecke ist auch ohne große Kondition gut zu bewältigen und eignet sich auch für eine Befahrung mit etwas behäbigeren Schlauchbooten. Die etwa zweistündige, abwechslungsreiche Tour eignet sich ebenfalls als Einsteiger- und Familientour. Kinder und schlechte Schwimmer sollten auf alle Fälle eine Schwimmweste tragen, auch bei normalem Wasserstand. Bei Hochwasser haben Anfänger, Kinder und schlechte Schwimmer auf dem Fluss nichts verloren – besonders das Rechtensteiner Wehr ist dann sehr gefährlich.
Die Strecke Zwiefaltendorf-Rechtenstein führt teilweise durch Naturschutzgebiet. Eine Sperrung für Boote besteht nicht; ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur sollte selbstverständlich sein. Für Nicht-Bootbesitzer gibt es mehrere Kanuvermieter, die geführte Touren auf diesem Abschnitt der Donau anbieten.
