
- Eltern können ihre Kinder im Internet schützen - Google
Mit dem Web 2.0 konsumieren Nutzer nicht länger nur Inhalte, sondern gestalten das Internet aktiv mit. Neue Technologien wie beispielsweise Web-Service-API und AJAX ermöglichen den schnellen und interaktiven Austausch von Inhalten. Fachwissen ist für die Anwender nicht notwendig, denn soziale Web 2.0 Netzwerke wie Facebook, StudiVZ, Twitter und andere Plattformen, aber auch Online-Chats und Instant Messenger wie ICQ, MSN, AIM sind besonders benutzerfreundlich. Die Registrierung ist meist sehr simpel und innerhalb kürzester Zeit können Nutzer neue Menschen kennenlernen, Freundschaften knüpfen, sich austauschen oder Interessengemeinschaften beitreten.
Auf den ersten Blick harmlos: Web 2.0
Was auf den ersten Blick vollkommen harmlos wirkt, kann besonders für Kinder und Jugendliche gefährlich werden. Bei Kinder- und Jugendschutzorganisationen gerät das Web 2.0 und die Nutzung von Chats sowie sozialen Netzwerken aufgrund des sorglosen Umgangs mit privaten Informationen immer wieder in die Kritik. Angaben zu Person, Adressdaten, Bilder - alles wird bereitwillig online zur Verfügung gestellt. Hinter dem scheinbar harmlosen Nickname eines Altersgenossen, mit dem ein Kind gerade chattet, steckt jedoch nicht selten ein Erwachsener, krankhafte Fantasien inklusive.
Web 2.0 - Paradies für Pädophile
Nie war es für Pädophile einfacher, den gezielten Kontakt zu Kindern zu suchen. Ein paar wenige Klicks genügen – schon können Kinder jeder Altersgruppe gezielt angeschrieben oder in virtuelle Privaträume gelockt werden. Name, Adressdaten oder Bilder der Kinder sowie deren Gewohnheiten sind schnell und ohne große Rhetorik erfragt. Kaum ist ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, wird sich zu einem Treffen mit dem vermeintlichen Freund oder Traumprinzen verabredet. Was sich hier wie eine schlechte Szene aus einem Film liest, ist alleine in Deutschland täglich tausendfache Realität. Kinder- und Jugendschutzorganisationen warnen davor, dass täglich in sozialen Netzwerken und Chat-Räumen Kinder und Jugendliche sexuell genötigt werden. Genaue Zahlen und Angaben zu den Opfern gibt es nicht.
Eltern in der Pflicht
Studien zufolge sind Pädophile die größte Gefahr für Kinder im Web 2.0. Die EU setzte allein in den Jahren 2009 – 2010 für das Programm "Mehr Sicherheit im Internet" 55 Millionen Euro ein, um Webdienste und Chats für Kinder sicherer zu machen. Mit Hilfe von Online-Software und modernen Technologien sollen die Belästigungen durch Pädophile gezielt verhindert werden. Anlaufstellen in Online-Netzwerken sollen darüber hinaus helfen, Eltern, Kinder und Lehrer zu sensibilisieren. Dennoch kommt es immer wieder zu sexueller Belästigung von Kindern via Internet. In erster Linie sind Eltern in der Pflicht, ihre Kinder zu sensibilisieren und sie auf die Web 2.0 Gefahren aufmerksam zu machen. Kinder, die verstehen, welche Gefahr das virtuelle Weitergeben von privaten Informationen birgt, sind häufig vorsichtiger.
Gezielter Schutz
Immer mehr Eltern setzen zum Schutz ihrer Kinder außerdem auf spezielle Kinderschutzprogramme. Mit Softwarelösungen wie Parents Friend, Windows Live Family Safety, fragFINN oder Salfeld können Eltern bewusst den Internetzugang ihrer Kinder steuern. Je nach Produkt lassen sich fragwürdige Seiten sperren, Zeiten festlegen oder E-Mail- und Chat-Kontakte erst nach Freigabe durch die Eltern nutzen. Mehrere Forschungsprojekte arbeiten außerdem mit Hochdruck an zusätzlichem Schutz für Kinder im Web 2.0. So bietet das britische Forschungsprojekt Isis bald eine spezielle Software für Chats und soziale Netzwerke, die mit einer Treffsicherheit von 94 Prozent Kinder getarnte Erwachsene im Web 2.0 entlarven soll.
