Pain Of Salvation – Road Salt One (InsideOut Records, 2010)

Pain Of Salvation - Lars Ardarve
Pain Of Salvation - Lars Ardarve
Mit dem enorm basisch und dennoch druckvoll produzierten Rockalbum "Road Salt One" melden sich Pain Of Salvation aus Schweden 2010 eindrucksvoll zu Wort.

Die schwedische Progressive-Metal-Band "Pain Of Salvation" aus Eskilstuna ist für ihre verschachtelten, instrumental-epischen Konzeptalben bekannt. Die Band um ihren charismatischen Kopf Daniel Gildenlöw hat bereits sieben hervorragende Studioalben veröffentlicht, die der Band stets sehr gute Kritiken eingebracht haben. Mit "Road Salt One" (InsideOut Records, 2010), dessen zweiter Teil im Jahr 2011 folgen soll, legt die Band ein basisches, gitarren- und gesangsorientiertes kleines Meisterwerk vor.

Bonussong und extended versions auf der limitierten Digipak-Version von "Road Salt One"

Diese Rezension bezieht sich auf die limitierte Digipag-Version des Albums "Road Salt One" der schwedischen Progressive-Metaller "Pain Of Salvation". Auf dieser Version befindet sich mit dem Stück "What She Means To Me" zum einen ein Bonussong, zum anderen sind die Stücke "No Way" und "Road Salt" in längeren – besseren – Versionen enthalten. Zudem ist die Optik des aufklappbaren Digipaks natürlich immer schöner als eine normale CD-Hülle.

Eine musikalische Zeitreise in die 60er- und 70er-Jahre auf "Road Salt One" von "Pain Of Salvation"

Gleich im Opener "What She Means To Me", einem knapp einminütigen, enorm energiegeladenen Satzgesang, der von leichten Pianoklängen untermalt wird, wird eines ganz klar: das neue Album von "Pain Of Salvation" hat mit Progressive-Metal nicht mehr viel zu tun. In der Kürze des Stücks wird man an die Bombast-Rocker "Queen" erinnert, ehe das gut siebenminütige "No Way" den Hörer auf eine Reise in die ganz basischen 60er- und 70er-Jahre mitnimmt. Bluesig, rockig, erdig – diese Vokabeln fallen einem ein, darüber Daniel Gildenlöws ausdrucksstarke Stimme, mal leidend, mal aufbegehrend, immer jedoch für eine Gänsehaut gut.

Nur wenige wilde Momente, sehr zurückgenommenes Songwriting: "Road Salt One" von "Pain Of Salvation"

"She Likes To Hide", "Curiosity" und "Linoleum" – das sind wuchtige Eruptionen im Klangkosmos von "Road Salt One", die vielleicht umso heftiger aus den Boxen ertönen, da sie im direkten Kontext von filigranen Zerbrechlichkeiten wie "Sisters" (mit schöner Querflöte im Hintergrund) oder dem locker-leichten Walzer "Sleeping Under The Stars", der beinahe ein gewisses Varietee-Flair versprüht, stehen. Insgesamt ergibt diese breite Spannweite an Emotionen jedoch ein ungemein dichtes und rundes Album.

Lesen Sie hier das Review zu "Road Salt Two".

Auch auf dem siebten Album wird von Bandkopf Daniel Gildenlöw ein Konzept gesponnen

Waren die bisherigen Alben zwar ebenfalls auf einem konzeptionellen lyrischen Unterbau errichtet, handelte es sich jedoch stets um entweder fiktionale oder aber autobiographische Geschichten. Auf "Road Salt One" finden sich indes beide Arten wieder. Auch gibt es eher einen roten Faden, der die einzelnen Songs sozusagen auf einer parallelen Ebene zusammenhält, denn einen stringenten geradlinigen Handlungsverlauf. Hauptsongwriter Daniel Gildenlöw erzählt auf der Platte Geschichten von Abzweigungen, die man im Leben gehen muss, von damit zusammenhängenden Entscheidungen, die zu treffen nicht immer einfach fällt, weshalb sie oft auch unterlassen werden – womit sich die ganze Geschichte natürlich in eine ganz andere Richtung entwickelt.

Verkopftes Konzept – leicht nachvollziehbares Album: "Road Salt One" von "Pain Of Salvation"

Dieses sicherlich im Gegensatz etwa zu der romanhaften Handlung von "Dream Theaters" Meisterwerk "Metropolis Pt.II: Scenes From A Memory" etwas verkopfte, intellektuelle Konzept wird dagegen von für Progressive-Verhältnisse enorm leicht nachvollziehbaren Songs vervollständigt. Anders als bei Gildenlöws anderer musikalischer Spielwiese "Transatlantic" sucht man instrumentalen Irrsinn und überlange Lieder vergeblich. Zwar sind die Songs weit von gleichförmigen Popsongs entfernt, aber trotzdem viel einfacher zu konsumieren – und dies bei einer enorm großen Halbwertszeit! Dieses Album macht einfach Spaß! Man darf auf "Road Salt Two" mehr als nur gespannt sein.

Produktionsdaten und Tracklist "Road Salt One" von "Pain Of Salvation"

Produktionsdaten:

  • Veröffentlichungsjahr: 2010
  • Line-Up: Daniel Gildenlöw (v/g), Johan Hallgren (g), Fredrik Hermansson (key), Léo Margarit (dr), Per Schelander (b)
  • Songzahl: 13, Dauer: 55:13 Minuten
  • Produzent: Pain Of Salvation/Daniel Gildenlöw
  • Aufnahmeort: Road Salt Studios/Eskilstuna/Schweden
  • Coverdesign: Thomas Ewerhard/Daniel Gildenlöw
  • Label: InsideOut Records

Tracklist:

  1. What She Means To Me (0:49)
  2. No Way (7:08)
  3. She Likes To Hide (2:57)
  4. Sisters (6:15)
  5. Of Dust (2:32)
  6. Tell Me You Don't Know (2:42)
  7. Sleeping Under The Stars (3:37)
  8. Darkness Of Mine (4:15)
  9. Linoleum (4:55)
  10. Curiosity (3:33)
  11. Where It Hurts (4:51)
  12. Road Salt (4:40)
  13. Innocence (7:13)

Bilder (c) by: Lars Ardarve

Wolfgang Weitzdörfer, Fotostudio Sabine Winkler

Wolfgang Weitzdörfer - Werdegang Abitur 1996Ausbildung zum Heilerziehungspfleger 1998-2001Berufstätigkeit 2001-20082008 - 2011: Studium BA ...

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