Pain Of Salvation – Road Salt Two (InsideOut Records, 2011)

Cover Road Salt Two von Pain Of Salvation - Pain Of Salvation
Cover Road Salt Two von Pain Of Salvation - Pain Of Salvation
Einer der musikalischen Höhepunkte von 2011 war der zweite Teil des Road Salt-Epos von den Schweden Pain Of Salvation. Review.

War das Album "Road Salt One" der schwedischen Band "Pain Of Salvation" rund um deren Mastermind Daniel Gildenlöw schon eine rundum gelungene Angelegenheit, so hat der Fünfer aus Eskilstuna mit dem Nachfolgewerk "Road Salt Two" (InsideOut Records, 2011) noch einen draufgelegt und präsentiert ein Album, das von der ersten bis zur letzten Sekunde zu begeistern weiß und den weiß Gott schon starken Vorgänger ziemlich in den Schatten stellt...

Geniale Kompositionen mit hohem Suchtfaktor auf "Road Salt Two" von "Pain Of Salvation"

Daniel Gildenlöw zeichnet sich erneut für die 14 Kompositionen auf der neuen CD von "Pain Of Salvation" verantwortlich. Dabei sind auf der DigiPak-Version erneut zwei Bonus-Songs enthalten, das schräge "Break Darling Break", das nicht nur vom Titel an den Quasi-Vorgänger "Sleeping Under The Stars" mit seiner Textzeile "Wait, darling, wait..." von "Road Salt One" erinnert, sondern einen ähnlich urigen Charme versprüht, sowie "Of Salt". Überhaupt ist das Niveau des Songwritings wahnsinnig hoch. Die vom Vorgänger bekannten Melodien finden sich im "Road Salt Theme", "Of Salt" und den "End Credits" wieder. "To The Shoreline" ist Ohrenzucker in Reinform und hat erste Textzeilen, die einfach nur große Kunst sind: "I'm far from sober and she's far from sane..." (dt.: "Ich bin alles andere als nüchtern, und sie ist nicht gerade geistig gesund...") - mein lieber Mann, das ist Lyrik, wie sie sich auch ein Bukowski nicht hätte besser aus den Fingern leiern können!

Auch ein Meisterwerk hat einen Höhepunkt - "1979" von "Pain Of Salvation"

Die Songs auf "Road Salt Two" sind allesamt auf einem überaus hohen Niveau angesiedelt. Es gibt eigentlich keinen Song, der nicht zu beeindrucken, zu gefallen, zu überzeugen weiß. Und doch lugen drei Songs aus dieser Masse an Klasse heraus. Zum einen ist dies "1979", ein kleiner, feiner Song, der mit seiner grandiosen Melodie eine einzige Wohltat für die musikalisch abhängige Seele darstellt und darüber hinaus auch wieder mit Lyrics der Extraklasse zu punkten weiß: "It was '79 and the world seemed more kind. And it still was ok to be modest. The sixties were gone but their soul lingered on. And the eighties were still just a promise. (...) Our grandpas were strong and our parents still young. And the world seemed a little more honest." (dt.: "Es war das Jahr '79 und die Welt sah noch besser aus. Und es war auch ok, Durchschnitt zu sein. Die Sechziger waren vorbei, ihre Seele noch nicht. Und die Achtziger waren nur ein großartiges Versprechen. (...) Unsere Opas waren noch stark, unsere Eltern jung. Und die Welt wirkte einfach noch etwas ehrlicher."

Lesen Sie hier das Review zu "Road Salt One".

Große Emotionen und tiefe Gefühle auf "Road Salt Two"

Die anderen beiden Höhepunkte dieser an Großartigkeit weiß Gott nicht armen Platte sind die Songs "Mortar Grind" und das überlange "The Physics Of Gridlock". Beginnt ersteres noch verhalten, steigert es sich doch im Verlauf seiner knapp 6 Minuten zu einem wirklich, wirklich großen Song, der mit einem wundervollen, hochemotionalen Refrain derart zu glänzen weiß, dass man den seltsamen Titel gar nicht weiter hinterfragen will. "The Physics Of Gridlock" hingegen weiß mit allerlei Abwechslungsreichtum zu überzeugen. So findet man sich im Mittelteil zunächst in einer Art von Ennio Morricone-Spaghetti-Western-Soundtrack wieder, ehe Gildenlöw den Schlusspart des Songs auf Französisch meistert. Ganz, ganz großes Kopfkino!

Das Finale könnte im Kino nicht besser sein: "End Credits"

Nach diesem Parforce-Ritt der Gefühle kommt mit den "End Credits" tatsächlich eine Art Abspann dieser beiden großartigen Alben, die es mit insgesamt circa 110 Minuten tatsächlich auf Spielfilmlänge gebracht haben. Streicher und Bläser greifen erneut verschiedene musikalische Themen der beiden CDs auf und bringen diese Achterbahnfahrt der Emotionen zu einem befriedigenden Abschluss. Man kann die CD ruhigen Gewissens aus dem Player holen und sich beruhigt zurücklehnen. Schließlich war doch alles nur ein Film...

Produktionsdaten und Tracklist "Road Salt Two" von "Pain Of Salvation"

Produktionsdaten:

  • Veröffentlichungsjahr: 2011
  • Line-Up: Daniel Gildenlöw (v/g), Johan Hallgren (g), Fredrik Hermansson (key), Léo Margarit (dr), Per Schelander (b)
  • Songzahl: 14, Dauer: 59:03 Minuten
  • Produzent: Pain Of Salvation/Daniel Gildenlöw
  • Aufnahmeort: Road Salt Studios/Eskilstuna/Schweden
  • Coverdesign: Thomas Ewerhard/Daniel Gildenlöw
  • Label: InsideOut Records

Tracklist:

  1. Road Salt Theme (0:44)
  2. Softly She Cries (4:16)
  3. Conditioned (4:15)
  4. Healing Now (4:29)
  5. To The Shoreline (3:03)
  6. Break Darling Break (2:22)
  7. Eleven (6:55)
  8. 1979 (2:52)
  9. Of Salt (2:36)
  10. The Deeper Cut (6:07)
  11. Mortar Grind (5:46)
  12. Through The Distance (2:56)
  13. The Physics Of Gridlock (8:43)
  14. End Credits (3:31)
Wolfgang Weitzdörfer, Fotostudio Sabine Winkler

Wolfgang Weitzdörfer - Werdegang Abitur 1996Ausbildung zum Heilerziehungspfleger 1998-2001Berufstätigkeit 2001-20082008 - 2011: Studium BA ...

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