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Papst in der Kritik wegen Holocaust-Leugner

Die Exkommunikation von Bischof Richard Williamson wurde aufgehoben

Papst Benedikt XVI - Everystockphoto (roblisameehan)
Papst Benedikt XVI - Everystockphoto (roblisameehan)
Der britische Bischof Richard Williamson leugnet, dass es jemals Gaskammern in Konzentrationslagern gegeben habe. Nun hat der Papst dessen Exkommunikation aufgehoben.

Papst Benedikt XVI. hatte zwar die Äußerungen des erzkonservativen britischen Bischofs Richard Williamson scharf verurteilt und stellte klar, dass die Juden eine „vollständige und nicht diskutierbare Solidarität“ besitzen. Trotz allem hält er an der Aufhebung der Exkommunikation von Richard Williamson und drei weiteren Bischöfen der traditionalistischen Priesterbruderschaft Pius X. fest. Dabei hatte Bischof Richard Williamson erst Ende 2008 im schwedischen Fernsehen ein Interview gegeben, in dem er seine Meinung über die Nicht-Existenz der Gaskammern erneut zum Besten gegeben hatte und damit erneut für eine Welle der Entrüstung gesorgt.

Massive Proteste aus aller Welt

Die umstrittene Entscheidung von Papst Benedikt XVI. hat zu scharfer Kritik geführt. So erwägt beispielsweise Israel den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Vatikan. Im „Spiegel“ empfahl der israelische Minister für Religionsangelegenheiten Jizchak Cohen, „die Verbindung mit einer Körperschaft, in der Holocaust-Leugner und Antisemiten Mitglied sind, vollständig abzubrechen“. Hermann Häring, Theologe und Papst-Kritiker geht sogar soweit den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. zu fordern. Er äußerste sich in der „BILD“ wie folgt: „Wenn dieser Papst der Kirche etwas Gutes tun will, müsste er zurücktreten. Das wäre keine Schande – jeder Bischof muss sein Amt mit 75 Jahren zur Verfügung stellen, jeder Kardinal verliert mit 80 alle seine Rechte. Es ist nicht einzusehen, warum sich ausgerechnet der Papst an diese sehr weise Regel nicht halten sollte.“

Aber auch aus den Reihen der katholischen Kirche häufen sich die Proteste. Weltweit wird Kritik an der Aufhebung der Exkommunikation laut. Dabei häufen sich auch die Stimmen, die den Beraterstab des Papstes eine Teilschuld an dieser Misere geben. Allen voran dem konservativen Kurienkardinal Dario Castrillon Hoyos, der, so heißt es, den Papst nicht auf die neusten Äußerungen Richard Williamson aufmerksam gemacht hatte.

Interne Probleme in der katholischen Kirche

Vor kurzem äußerte sich der deutsche Kurienkardinal Kasper im Radio Vatikan wie folgt: „Es sind sicher auch Fehler gemacht worden im Management der Kurie. Man hat da vorher im Vatikan zu wenig miteinander gesprochen und nicht mehr abgecheckt, wo die Probleme auftreten können.“ Damit kritisiert er die internen Prozesse der Kirche, stellt aber auch fest, dass eine Aufhebung der Exkommunikation lediglich bedeutet, dass der Weg für Gespräche wieder offen ist. Richard Williamson, als auch die drei anderen Bischöfe seien weiterhin suspendiert und stünden nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche.

Die Aufhebung der Exkommunikation hatte dennoch starke Signalwirkung und es bleibt abzuwarten, wie der Vatikan nun weiter reagiert. Die Optionen scheinen allesamt nicht sonderlich positiv zu sein. Man kann darauf hoffen, dass die die Bischöfe um Richard Williamson in den Kurs der Kirche einlenken, etwas das nicht sehr wahrscheinlich erscheint im Licht der Vergangenheit oder Papst Benedikt XVI. könnte wieder eine Exkommunikation aussprechen. Der Königsweg wäre sicher, der freiwillige Rücktritt der betroffenen Bischöfe, es bleibt jedoch fraglich ob sie der katholischen Kirche diesen Gefallen tun werden.

Andreas Schnell, Andreas Schnell

Andreas Schnell - Andreas Schnell ist freier Autor / Journalist und lebt gemeinsam mit seiner Frau und zwei Töchtern in Frankfurt/Main. Redaktionell ...

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