Papst Johannes Paul II als politisches Symbol

Vatikan - Tanni/ piqs.de
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Von politischen Mächten gesteuert, erwies sich die Wahl dieses Papstes im Kampf gegen den Kommunismus als richtig.

Karol Wojtyla hat auch als Pontifex seine Jugend nicht vergessen. Im jüdischen und christlichen Wadowice wuchs er ohne Antisemitismus auf, hatte jüdische Freunde und besuchte als erster Papst auch eine Synagoge. Auch mit dem Islam versuchte er einen Dialog. Sein wichtigstes Anliegen im politischen Sinne war jedoch die Befreiung seines Volkes von der stalinistischen Vorherrschaft.

Karol Wojtyla wird mit Unterstützung der Regierungen Papst

Leonid Breschnew sah sich herausgefordert, als ein Pole zum Papst ernannt worden war. Kommunismus und Kirche vertragen sich nach dem roten Willen nicht. Schließlich musste Karol Wojtyla unter der russischen Macht in Polen im Untergrund seine theologische Ausbildung fortführen. Abgesehen davon, wurde er als apolitisch eingestuft und durfte deshalb Erzbischof von Krakau werden. So legten die kommunistischen Politiker einen der Grundsteine für seine spätere Wahl zum Papst. In jenen Jahren änderte sich die amerikanische Außenpolitik gegenüber Moskau. Dem gingen einige fatale Ereignisse voran, die fast den Dritten Weltkrieg verursacht hätten. Es war die Zeit der Entspannungspolitik Jimmy Carters und Ronald Reagens und so hielt es auch die Katholische Kirche für vorteilhaft, einen Papst aus dem kommunistischen Polen an ihre Spitze zu setzen.

Johannes Paul II und der Kommunismus

Das größtenteils christliche Polen musste schon immer viel erleiden. Als großflächiges Land mit Zugang zum Meer und reichlich Bodenschätzen, wie Kupfer, Zink, Blei, Eisen, Gips und vor allem Kohle, war es schon immer ein begehrtes Land. Das Kaiserreich Russland, das Königreich Preußen, die Habsburger – viel später dann die Hitler-Nazis und die Stalinisten wollten es haben. Polen ist also routiniert im Kämpfen, das auch die polnische Hymne wiederspiegelt: Jeszcze Polska nie zginela, kiedy my zyjemy.Co nam obca przemoc wziela,szabla odbierzemy. – Noch ist Polen nicht verloren, solange wir noch leben. Was uns fremde Macht genommen, mit dem Schwert wir holen.

Der Papst belebte den kämpferischen Willen wieder. „Habt keine Angst“ – waren wohl seine wichtigsten Worte, die Hoffnung gaben. Seine Reisen nach Polen waren für den damaligen polnischen Präsidenten Gierek ein unwillkommenes Muss. Er erhoffte sich Hilfe vom Papst um die Arbeiteraufstände zu beruhigen, die nach wiederholten Preissteigerungen – der sowieso selten zu bekommenden Waren und Güter des täglichen Bedarfs – überhand zu nehmen drohten. Nach Edward Gierek kam Wojciech Jaruzelski und verhängte 1981 kurzerhand das Kriegsrecht. Milch und Fleisch gab es nur noch nach Vorzeigen einer Rationskarte. Natürlich auch in Restaurants.

Die Solidarnosc und der Papst

Seit der Wahl Wojtylas zum Papst schöpfte die polnische Bevölkerung neuen Mut und seine Besuche ließen auch die Gläubigen untereinander besser kennenlernen und erkennen, dass sie nach wie vor bereit waren um ihr Land zu kämpfen. Überall sah man Bilder Papst Pauls II. Seine Worte richteten sich klar gegen den Kommunismus und er wurde, laut Medienberichten, dabei von der CIA und dem US-Geheimdienst sowie dem US-Außenministerium unterstützt. Hilfestellung für die Arbeiterbewegung unter ihrem Führer Lech Walesa war für Johannes Paul II sehr wichtig und er empfing ihn und seine Delegation 1980 in Rom. Ein erfolgreicher Umsturz braucht außer Worten Geld. In den 1980er Jahren kamen Meldungen auf, wonach der Skandal um die Mailänder Banco Ambrosianoin einem direkten Zusammenhang mit der Geldspritze des Vatikans für die Solidarnoscstünde. Auch die katholische Organisation Opus Dei, ursprünglich eine internationale Seelensorgeneinrichtung, wurde als Geheimorganisation bezeichnet, deren jedes Mittel recht wäre, um durch finanzielle Macht gesellschaftliche Verhältnisse zu verbessern – so auch im damaligen Polen.

Lech Walesa in einem Gastkommentar zu keryks 2006: „Ich möchte unterstreichen, dass ich dem Heiligen Vater über 50% der Verdienste für den Sturz des Kommunismus zuschreibe….“

Sylvia Prokop, Sylvia Prokop

Sylvia Prokop - Trainerin für Verkauf, Kommunikation, Rhetorik, Motivation, Deutschtrainerin für Migranten (Österreichisches ...

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