Der ehemalige Kriminelle und serbische XXL-Macho Man Limun besitzt eine Sicherheits-Firma, ist Kriegsveteran und hat diese irreale Angst vor Schwulen, dass, wenn er sie achten würde, ihm dadurch die eigene Männlichkeit verloren ginge.

"Parada" zeigt, wie ein Partner, taff und mit Standing, beim anderen einen Transformationsprozess auslöst, von dem die Welt profitiert

Limun will seine Verlobte Pearl endlich heiraten, eine Frau, die nicht nur das Herz am rechten Fleck, sondern sämtliche Patentrechte in Sachen weiblicher Taffheit hat. Dass sie den schwulen Weddingplaner Mirko engagiert hat, wird zum Stein des Anstoßes für Limuns Transformation, den Schwerpunkt des Films von Dragojevic gegen reaktionäres Herumgezicke, sei es gegen Schwule, Kroaten, Serben, Bosnier, Frauen, Juden, Katzen, Fleischesser, Veganer, etc., etc., etc.

Als Limuns mal wieder ausfällig gegenüber Mirko wird, setzt ihm seine Liebste ein knallhartes Ultimatum. Nicht nur besteht sie darauf, dass Mirko bleibt. Das Jawort spricht sie nur dann, wenn Limuns Firma die von Mirko und seinem Freund organisierte Gay-Pride-Parade beschützt, die massiven Anfeindungen ausgesetzt ist.

Macho-Man und Heterosexueller Nummer eins, Limun, knickt vor seiner Liebsten ein und verteidigt nicht nur die Beziehung des Weddingplaners Mirko, sondern auch offiziell die Rechte von Homosexuellen, indem er mit einer neuen Crew von Sicherheitskräften die Gay-Pride-Parade ohne polizeilichen Rückhalt schützt, denn auch hier wimmelt es vor Homophoben.

"Parada" ist auch ein Roadmovie durch das kriegszerklüftete Ex-Tito-Jugoslawien

Der Teil des Films, als sich Limun auf die Suche nach dieser neuen Sicherheits-Crew macht, ist ein Roadmovie durch Bosnien, Kroatien und Serbien und zeigt, dass die Narben des Bürgerkrieges noch nicht besonders belastbar sind. Umso wichtiger ist an dieser Stelle ein Film wie dieser. Diese Crew, alles Leute, die Limun aus dem Bürgerkrieg kennt – Serben, bosnische Muslime, Kosovo-Albaner und kroatische Kriegsveteranen –, bilden eine utopische Truppe der besonderen Art, die es mit bunten Luftballons und Regenbogenfahnen gegen fiese Nationalisten und Neo-Nazis aufnimmt. Auf diese Weise geschieht ein doppelter Friedensschlag: gegen die Vergangenheit, gegen Intoleranz in der Gegenwart.

Auf der Berlinale 2012 war "Parada" der Renner

Srdjan Dragojevic' skurrile Komödie war im letzten Jahr ein voller Erfolg auf der Berlinale 2012 und erhielt den Panorama-Publikumspreis. "Klischees, Stereotypen und sicher geglaubte Wahrheiten verkehrt der Film in ihr hochgradig unterhaltsames Gegenteil. Ein sicheres Gespür für Situationskomik, grandiose Dialoge und eine seltene Übertreibungskunst machen aus "Parada“ ein einziges Kinofest. Politisch völlig inkorrekt und dabei rasend komisch." (Presseheft)

Srdjan Dragojevic, Macher von "Parada", kämpft auch außerhalb des Films für eine freie Welt

Der Filmemacher ist Mitglied der Sozialistischen Partei Serbiens und setzt sich auch außerhalb der Filmkunst für Menschenrechte ein. "Von Drohungen und zerkratzten Windschutzscheiben durch Rechtsradikale und Hooligans lässt er sich von seinen Überzeugungen nicht abbringen. Im Gegenteil beflügelt ihn dies umso mehr als Filmaktivist dazu beizutragen, menschliches Denken zu verändern und Vorurteile abzubauen." (Presseheft)