"Paranormal Investigations 2 - Gacy House": Horrorfilm

Paranormal Investigations 2 - Gacy House - Cover - Euro Video
Paranormal Investigations 2 - Gacy House - Cover - Euro Video
Geisterjäger suchen im Haus des Serienmörders John Wayne Gacy nach Beweisen fürs Übersinnliche. Kann das gutgehen? "Paranormal Investigations 2" zeigt es.

Der aus dem Jahr 2007 stammende, im populären Dokumentationsstil inszenierte „Paranormal Investigations" erwies sich als überraschend spannend und interessant. Kein Wunder also, dass ein zweiter Teil nachgeschoben wurde, der freilich kaum etwas mit dem Original zu tun hat. Ob "Paranormal Investigations 2 - Gacy House" trotzdem überzeugen kann?

Der Geist von John Wayne Gacy

In den 1970er-Jahren ermordete der angesehene Bürger John Wayne Gacy 33 Menschen auf grausamste Weise. Gacy, der unter anderem auf Kinderfesten als "Pogo the clown" aufgetreten war, gilt als einer der schlimmsten Serienmörder der US-Geschichte. Ausgerechnet auf seinem ehemaligen Anwesen möchte ein Team unter der Führung von Professor Roger Franklin (Michael Gaglio) nach Spuren suchen, die auf ein Leben im Jenseits hindeuten.

Doch bereits die ersten Kontaktaufnahmen des Mediums Janina (Diana Terranova) machen klar: Der in diesem Haus wohnende Geist meint es nicht gut mit den noch Lebenden! Dennoch installiert das Team Überwachungskameras und arbeitet mit speziellen Detektoren, die dem Geist des Psychopathen nachspüren sollen. Tatsächlich werden die Hinweise auf seine Anwesenheit immer deutlicher. Was die Geisterjäger nicht ahnen: Selbst nach seinem Tode noch lechzt John Wayne Gacy nach Blut und Verderben.

"Paranormal Investigations 2" mit makaberem Setting

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. So auch in diesem Fall: Kann man die Untaten eines bestialischen Serienmörders als Hintergrund für einen Horrorfilm verwenden? Hätte Regisseur Anthony Fankhauser nicht ebenso gut einen fiktiven Mordfall schildern können? Andererseits übt natürlich gerade die außergewöhnliche Grausamkeit eines John Wayne Gacy besondere Faszination aus, bedient sie doch die dunkelsten Ängste und sorgt noch Jahrzehnte nach den Morden für Schaudern.

Gewohnte "The Asylum"-Qualität

Ganz im Gegensatz zu "Paranormal Investigations 2", der im Original übrigens "Gacy House" heißt und vermutlich aus Marketinggründen als scheinbare Fortsetzung des gelungenen "Paranormal Investigations" angepriesen wird. Dies sollte freilich nicht weiter verwundern, steckt doch das auf billigen Trash spezialisierte US-Studio "The Asylum" hinter der Produktion. Entsprechend präsentieren sich sowohl die Schauspieler, als auch die Story und die Schauwerte.

Zu Beginn darf der Zuschauer noch die Hoffnung auf einen wenigstens leidlich spannenden Film hegen. Doch bereits nach wenigen Minuten ist jegliche Hoffnung zum Scheitern verurteilt. Belanglose Dialoge, schwache Darsteller und schlichtweg keinerlei Plotentwicklung versetzen den Film in ein Spannungskoma, aus dem er nicht mehr erwacht.

Vorbild "Paranormal Activity"

Dass der Sensationsblockbuster "Paranormal Activity" für "Paranormal Investigations 2" Modell stand, ist offensichtlich. Vermochten schon die ersten beiden Teile von "Paranormal Activity" nicht zu überzeugen, kann man den Nachzieher von "The Asylum" nur noch als restlos und vollkommen misslungen bezeichnen. Keine einzige "Spuk"-Szene ist geeignet, das Publikum zu erschrecken. Stattdessen regiert rührende Hilflosigkeit: Immer wieder erklären die Schauspieler das Offensichtliche oder agieren auf absurde und unmotivierte Weise. Da überfällt im mit einer Kamera überwachten Schlafzimmer plötzlich ein Pärchen die Lust und sämtliche Warnungen werden in den Wind geschlagen. Selbst nachdem der Geist (?) von John Wayne Gacy tätliche Angriffe ausführt, diskutieren die Teilnehmer, ob sie hierbleiben oder doch gehen sollen.

Geistloser Esoterik-Firlefanz

Null Spannung, ein überstürzter und denkbar klischeehafter Showdown, erschreckend schwache Darsteller, praktisch nicht vorhandene Story: "Paranormal Investigations 2" wäre ein klassischer Fall für einen cineastischen Exorzismus.

Das Tröstliche daran: Sollte es zu einem "Paranormal Investigations 3" kommen, kann es qualitativ nur noch steil bergauf gehen.

Originaltitel: "Gacy House"

Regie: Anthony Fankhauser

Produktionsland und -jahr: USA, 2010

Filmlänge: ca. 85 Minuten

Verleih: Euro Video

Veröffentlichung auf blu-ray und DVD: 10.3.2011

Rainer Innreiter, Rainer Innreiter

Rainer Innreiter - 1972 in einem kleinen Ort nahe der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz geboren, entdeckte Rainer Innreiter seinen Hang zu ...

rss