Paris: Zu Gast bei Victor Hugo

Ein Besuch im schönsten Literaturmuseum der Stadt

Victor Hugo gilt als Frankreichs Dichter Nr. 1 - Wilhelm Ruprecht Frieling
Victor Hugo gilt als Frankreichs Dichter Nr. 1 - Wilhelm Ruprecht Frieling
Vielen Franzosen gilt Victor Hugo als größter französischer Autor. Sein Wohnhaus in Paris ist heute ein beliebtes Museum.

Vor allem durch seine mehrfach verfilmten Romane „Der Glöckner von Notre Dame“ und „Die Elenden“ wurde der französische Schriftsteller Victor Hugo einem Millionenpublikum bekannt. In Frankreich ähnelt Hugos Bedeutung der Johann Wolfgang Goethes im deutschsprachigen Raum.

Victor Hugo wuchs in Paris auf

Der 1802 in Besançon geborene Autor, der schon im zarten Alter von zehn Jahren mit dem Schreiben begann, wuchs überwiegend in Paris auf. Sein Talent wurde früh entdeckt, und er erhielt Zugang zu den literarischen Salons seiner Zeit. Aufgrund seines Erfolges zählte er zu den Wohlhabenden unter den Autoren.

Von 1832 bis 1848 bewohnte Victor Hugo mit Frau und vier Kindern eine 280 Quadratmeter große Wohnung im zweiten Stock des Hôtel de Rohan-Guéménée am Place des Vosges. Diese Wohnung birgt seit mehr als einhundert Jahren ein sehenswertes Museum, das den für seine Zeit aufwändigen Lebensstil Hugos dokumentiert.

Das „Maison de Victor Hugo“ wurde anlässlich des 100. Geburtstags des Dichters im Jahre 1902 eröffnet und präsentiert weitgehend sein Originalmobiliar. Ermöglicht wurde es durch die Stiftung eines langjährigen Freundes des Künstlers.

Hugo lebte pompös

Der Besucher wandert durch pompös im Stil der damaligen Zeit ausgestattete Salons und Wohnräume, die sämtlich reich mit Kunstwerken und Sammlungsstücken ausgestattet sind. Zu besichtigen sind ein roter sowie ein chinesischer Salon, ein mittelalterlich gestaltetes Esszimmer, das Arbeitszimmer und das Sterbezimmer des Autors.

Neben ständigen Ausstellungen von Originalausgaben, Handschriften, Fotos, Karikaturen, Plastiken und Gemälden werden im Museum aktuell wechselnde Ausstellungen gezeigt.

Hugo als Opfer der französischen Revolution

Die Februarrevolution von 1848 begrüßte Hugo anfangs begeistert, nachdem er zuvor bereits einige politische Wendungen vom Royalisten zum Republikaner vollzogen hatte. Nach dem Juni-Aufstand der Pariser Kommune nahm er allerdings Partei für die Konservativen um Napoleon Bonaparte. Er wurde zum Abgeordneten gewählt, verwirrte seine Zeitgenossen dann aber wiederum durch liberale Reden.

Seine Wohnung wurde von Revolutionären gestürmt. Einige Möbelstücke wurden aus dem Fenster auf den heutigen Platz des Vosges geworfen und angezündet.

Hugo ging nach Guernesey ins Exil

Weil Hugo sich gegen den Staatsstreich auflehnte, mit dem sich Bonaparte am 2. Dezember 1851 zum Präsidenten auf Lebenszeit machte, wurde er inhaftiert und anschließend aus Frankreich verbannt. Er ging ins Exil auf die Kanalinsel Guernesey und bezog dort Hauteville House, das ebenfalls als Museum zugänglich ist.

Erst 1870 konnte Victor Hugo aus England nach Frankreich zurückkehren. In dem Haus Avenue Victor-Hugo 124 im 16. Pariser Bezirk verbrachte der Schriftsteller ab 1881 die letzten Jahre seines Lebens. Er starb dort am 22. Mai 1885.

Maison de Victor Hugo

6, place des Vosges, 75004 Paris

Geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr. Montags geschlossen.

Eintritt frei

Metrostation: Bastille

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Eiffelturm

Kathedrale Notre Dame

Wilhelm Ruprecht Frieling, © Wilhelm Ruprecht Frieling

Wilhelm Ruprecht Frieling - Wilhelm Ruprecht Frieling aka Prinz Rupi ist seit 40 Jahren als Autor und Verleger aktiv. Er veröffentlichte in deutschen und ...

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