Park Sanssouci: Bauten von Friedrich Wilhelm IV.

Auf den Spuren des Romantikers auf dem Thron im preußischen Arkadien

Friedrich Wilhelm IV. vor dem Orangerieschloss - Harald Rossa
Friedrich Wilhelm IV. vor dem Orangerieschloss - Harald Rossa
Er war nach Friedrich dem Großen der zweite große Bauherr im Park Sanssouci: Charlottenhof, Römische Bäder, Friedenskirche, Sanssouci und Orangerie waren seine Projekte.

Zwei preußische Könige waren es, die dem Park von Sanssouci seine heutige Gestalt gaben. König Friedrich II., auch als Friedrich der Große bekannt, begann mit dem Schloss Sanssouci und markierte mit dem Monumentalbau des Neuen Palais den Endpunkt der Großen Hauptallee durch den Park von Sanssouci.

Unter seinem Nachfolger tat sich nicht viel im Park. Erst ab 1825 kam es unter Friedrich Wilhelm III. zu Erweiterungen, die dessen Sohn und damalige Kronprinz anstieß. Nach dessen Thronbesteigung als Friedrich Wilhelm IV. im Jahr 1840 wurde im Park Sanssouci noch einmal kräftig gebaut.

Heute kann in einem Rundgang dem Wirken des sonst vergleichsweise wenig beachteten Königs Friedrich Wilhelm IV. nachgespürt werden. Seine Bauten im Park Sanssouci werden halbwegs chronologisch und dennoch auf kurzem Weg erlaufen, wenn der Rundgang am Schloss Charlottenhof begonnen wird.

Das Schloss Charlottenhof

Als Kronprinz erhielt Friedrich Wilhelm von seinem Vater ein Gelände am Rande des Parks. Dort ließ er das Schloss Charlottenhof als Sommersitz für sich und seine Gattin Elisabeth von Bayern errichten.

Die Römischen Bäder

Nach der Fertigstellung des Schlosses Charlottenhof im Jahr 1829 wurde mit dem Bau der so genannten Römischen Bäder begonnen. Erst 1840 konnte die Fertigstellung gefeiert werden.

Das Projekt Triumphstraße

Als Kronprinz war sein Baubudget arg beschränkt. So konnte er, während die Römischen Bäder langsam wuchsen, mit Karl Friedrich Schinkel und den anderen Architekten des Hofes große Pläne schmieden. Ein gigantischer Plan wurde daraus: das Projekt einer Triumphstraße über die Bornstedter Höhen im Norden des Parks Sanssouci zu Ehren des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. und seinem Idol Friedrich II.

Die Friedenskirche

Beim Haupteingang in den Park Sanssouci steht bei dem Grünen Gitter die Friedenskirche. Die entstand nach Entwürfen des Königs zwischen 1844 und 1854. Auch dieser Bau folgte einem italienischen Vorbild. Die Friedenskirche ist die Grablege für Friedrich Wilhelm IV. und Königin Elisabeth Ludovika.

Schloss Sanssouci

Vom Triumphtor geht es quer über die Straße und bergan zum Schloss Sanssouci hinauf. Hier haben Friedrich der Große und Friedrich Wilhelm IV. bauen lassen. Ab 1840 nutzten Friedrich Wilhelm IV. und seine Frau Elisabeth Ludovika die Gästezimmer des Schlosses. Das zeigte allerdings schon bauliche Mängel. Daher ließ Friedrich Wilhelm IV. bald nach seinem Regierungsantritt 1840 unter der Leitung von Ludwig Persius die Seitenflügel erneuern und erweitern. Dabei wurde Innen wie Außen an das Rokoko von Knobelsdorff angeknüpft.

Friedrich Wilhelm IV. starb am 2. Januar 1861 in seinem „Traumschloss“ Sanssouci. Die letzte ständige Bewohnerin des Schlosses Sanssouci war seine Witwe Elisabeth Ludovika. Zurückgezogen nutzte sie es in den Sommermonaten bis zu ihrem Tod.

Sizilianischer und Nordischer Garten

Ab 1856 ließ Friedrich Wilhelm IV. den Sizilianischen Garten anlegen. Gegenüber wurde Erdreich für die Terrassen vor dem Orangerieschloss ausgehoben. Hier sollte im Rahmen des Triumphstraßenprojektes ein neues Logierhaus für die königlichen Gäste entstehen. Doch dieser Plan wurde verschoben und bis 1860 zunächst einmal der Nordische Garten mit seinen dichten Koniferen angelegt. Beide Gärten wurden von Peter Joseph Lenné gestaltet.

Das Orangerieschloss

Das größte Bauprojekt Friedrich Wilhelm VI. und seines Architekten Friedrich August Stüler war das Orangerieschloss im Park Sanssouci. Das wird auch heute noch als Orangerie zur Überwinterung der Kübelpflanzen im Park genutzt. Doch wurde dieser Riesenbau erst nach seinem Tod 1864 fertig.

Im Schloss gibt es den Raffael-Saal mit zahlreichen Kopien nach Werken Raffaels. Und der Aussichtsturm kann erklommen werden. Er bietet nach 120 Stufen einen einmaligen Blick über den Park Sanssouci und die Stadt Potsdam.

Auf zum Drachenhaus

Nach diesem Rundgang ist Stärkung geboten. Da empfiehlt sich das Drachenhaus. Das ist am Weg zum Belvedere auf dem Klausberg in wenigen Minuten von der Orangerie aus zu erreichen. Es bietet gute Aussicht, Speis und Trank.

Es fehlt noch einiges

In diesen Rundgang sind nur die Bauten von Friedrich Wilhelm VI. im Park Sanssouci einbezogen. Mit dem Park verbunden sind aber auch von ihm veranlasste Bauten außerhalb des eigentlichen Parks:

  • Die Moschee mit der Dampfmaschine am Havelufer
  • Das Triumphtor am Weinberg
  • Der Ruinenberg mit dem Normannischen Turm
  • Das Belvedere auf dem Pfingstberg

Aber allein der Gang im Park entwickelt sich locker zu einem Tagesprogramm, wenn alle Besichtigungsmöglichkeiten genutzt werden.

Anreise nach Charlottenhof

Mit Regionalzügen ist es von den Haltepunkten Potsdam-Charlottenhof oder Potsdam-Park Sanssouci nicht weit zum Schloss Charlottenhof. Etwas dichter am Schloss ist die Haltestelle Schloss Charlottenhof der Potsdamer Verkehrsbetriebe. Die wird von der Tram 91 und den Bussen 605 und 606 angefahren.

Für PKW gibt es gebührenpflichtige Parkplätze beim Neuen Palais oder am Besucherzentrum bei der Mühle. In der Nähe des Parkeingangs nach Charlottenhof oder bei den Römischen Bädern gibt es schon mal mit etwas Glück freie Parkplätze.