Ein Musiker als Schuhreiniger, eine Assistentin, die am Arbeitsplatz schläft und bei Anrufen grundsätzlich wieder auflegt und eine über-ambitionierte Regierungsangestellte, die glaubt, dass eine Kleinstadt in Indiana die beste Stadt der Welt ist und sogar ein Buch darüber schreibt. Nach dem Erfolg der US-Serie „The Office“ haben sich die Produzenten zusammengesetzt und einen Ableger der Mockumentary kreiert. Das Ergebnis ist die Show „Parks and Recreation“, die von den täglichen Abläufen in der Regierungsbehörde der Park- und Freizeitanlagen von Pawnee, Indiana erzählt.
Pawnee, Indiana: Beste Stadt der Welt?
Der kleine, fiktive Ort Pawnee im US-Bundesstaat Indiana steht auf der Lister der Städte mit den meisten Übergewichtigen an einer der obersten Stellen. Doch das beste an der Stadt sind die Bürgertreffen bei denen schon mal diskutiert wird, ob die Twilight-Bücher in eine Zeitkapsel der Stadt kommen sollen, wobei argumentiert wird, dass sie einerseits zu christlich und andererseits nicht christlich genug sind. Oder zu einem Zeitpunkt als die örtlichen Parks geschlossen werden müssen und eine Mutter tatsächlich fragt, was sie denn den ganzen Tag mit ihren Kindern anfangen soll. Pawnee ist außerdem für seine kuriosen Slogans bekannt, so zum Beispiel „Pawnee, Geburtsort von Julia Roberts“, da dies nicht der Fall ist, hat Julia geklagt und der Slogan musste geändert werden, in „Pawnee, Geburtsort der berühmten Julia Roberts Klage“. Oder „Pawnee, schließt euch Zorp an“, da in den 70er Jahren ein Kult die Stadt belagert hatte. Und der aktuelle Slogan „Pawnee, Nummer 1 in Freundschaft, Nummer 4 in Übergewichtigkeit“. Pawnee ist definitiv nicht wie jede andere Stadt und dazu tragen auch die Mitarbeiter des „Parks Department“ bei.
Ein verrückter Haufen von Pawneeans
Die stellvertretende Leiterin Leslie Knope ist mit Leid und Seele Beamtin. Sie setzt sich nicht nur aktiv für Parkanlagen und Freizeitgestaltung ein, sondern hat auch immer ein offenes Ohr für die Probleme und Wünsche ihrer Freunde. Ihr Vorgesetzter Ron Swanson hingegen könnte nicht noch weniger an seinem Job interessiert sein und lässt daher keinen Versuch aus, um Arbeit zu vermeiden. Für ihn ist die Regierung völlig überflüssig und besonders seine Abteilung hätte er schon längst abgeschafft. Seine größte Unterstützung ist April Ludgate, die noch weniger Interesse an Leslies Arbeit und den Parks zeigt als Ron. Sie hat als Praktikantin angefangen und wurde schließlich zur Assistentin von Ron befördert und ist mittlerweile dafür zuständig, Telefonate und besonders Menschen von Rons Büro fernzuhalten. Tom Haverford teilt sich ein Büro mit Leslie und führt zu Beginn der Serie eine "Green Card"-Ehe, das Problem ist nur, dass er wirklich in seine Frau verliebt ist und diese gleich nach der Scheidung mit Ron anbandelt. Auch sonst läuft bei Tom nicht immer alles nach Plan, die Gründung seiner Firma geht schief, weil er nicht in der Lage ist mit Geld umzugehen und für seine Büroräume Menschen anstellt, die entweder nur Basketball spielen oder Musik hören, aber nicht arbeiten. Ann Perkins ist zu Beginn der Serie Krankenschwester, wird aber dank Leslies Engagement zur neuen Gesundheitsberaterin ernannt und erträgt Leslies Verrücktheiten mit Bravour. Andy Dwyer ist Musiker, reinigt Schuhe und ist der wohl liebste und gleichzeitig naivste Mensch aller Zeiten, er sieht in nichts etwas Böses und geht davon aus, dass jeder Mensch gut ist.
Eine bunte Hollywoodmischung
Die ständig überdrehte "Leslie Knope" wird von der ehemaligen „Saturday Night Live“-Komödiantin Amy Poehler dargestellt. Sie war zudem in der Komödie "Baby Mama" und dem Animationsfilm "Horton hört ein Hu" dabei. Nick Offerman als stets grummeliger „Ron Swanson“ ist abseits der Kameras mit seiner Serien-Ex-Frau Megan Mullally glücklich verheiratet und wird von ihr nicht wie sein Seriencharakter gequält. Er hatte bereits Auftritte bei den "Gilmore Girls", "24" und "Childrens Hospital". "April Ludgate" wird von Aubrey Plaza gespielt. Vor ihrer Schauspielkarriere hat sie bei NBC als Empfangsdame gearbeitet. Seither stand sie mit Adam Sandler für "Wie das Leben so spielt" vor der Kamera und hatte einen Auftritt in "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt". „Andy Dwyer“ alias Chris Pratt hat seine Karriere bei der Erfolgsserie „Everwood“ begonnen und war vor Kurzem in Brad Pitt's oscarnominierten Film „Moneyball“ zu sehen. Er war zudem bei „O.C. California" dabei und wird demnächst neben Emily Blunt in „The Five Year Engagement" zu sehen sein. "Ann Perkins"-Darstellerin Rashida Jones war bereits bei der Mockumentary „The Office“ dabei und hat dort als Karen Fillipelli den Jungs den Kopf verdreht. Zuletzt sah man die Tochter von Komponist Quincy Jones in Steve Martin's Film „The Big Year“ und Amy Adams Verfilmung von „The Muppets“.
In den USA läuft die Serie bereits in der 4. Staffel und wie schon in den vorangegangenen Episoden dreht sich alles um den Alltag im „Parks Department“, doch auch Leslies Ambitionen für den Senat von Pawnee zu kandidieren, spielen eine große Rolle. Dabei stehen ihr alle Kollegen zur Seite und unterstützen sie wo sie nur können, was zu vielen chaotischen Situationen führt. Parks and Recreation zeigt die meisten Regierungsangestellten engagiert und hingebungsvoll und lässt einen wünschen, dass es eine Leslie Knope in jeder Regierung gibt.
Quellen:
"Parks and Recreation" auf imdb
Infos zu Leslie Knopes Wahlkampf
