Was vor Wochen noch für unmöglich gehalten wurde, ist nun Realität: Im 46. Meisterschaftsfinale der National Football League NFL kommt es am 5. Februar 2012 in Indianapolis zur Wiederauflage des Super Bowls von 2008 zwischen den New England Patriots und den New York Giants, den Letztere damals als krasser Außenseiter überraschend für sich entschieden hatten.
AFC Championship Game: New England Patriots – Baltimore Ravens 23:20
Im AFC Championship Game zwischen den New England Patriots und den Baltimore Ravens prallten zwei völlig unterschiedliche Spielsysteme – gefährliche Offense und knallharte Defense – aufeinander. Doch ähnlich wie im Spiel gegen die Denver Broncos überzeugte die vielfach gescholtene Defense der Patriots und am Ende setzten sich die dreifachen Super Bowl-Champions durch, obwohl Quarterback Tom Brady keinen guten Tag erwischte (22 von 36, 239 Yards, 2 Interceptions).
Die Hausherren legten mit einem Field Goal vor und gingen durch einen Touchdown-Lauf von Ben Jarvus Green Ellis mit 10:3 in Führung. Joe Flacco, der eine gute Leistung zeigte (22 von 36, 306 Yards, 2 Touchdowns, 1 Interception), bediente Dennis Pitta zum Ausgleich, ehe Kicker Stephen Gostkowski für die 13:10-Halbzeitführung der Patriots sorgte. Zu Beginn des dritten Viertels schloss der Kicker einen Drive erneut mit einem Field Goal zum 16:10 ab. Danach kam die stärkste Phase der Gäste. Immer wieder fand Flacco seinen Wide Receiver Anquin Boldin, der am Ende auf 101 Yards kam. Ein 29-Yard-Pass von Flacco auf Torrey Smith brachte die Gäste schließlich erstmals in Führung. Beim nächsten Drive der Ravens hielt die Defense der Patriots stand und vermied einen Acht-Punkte-Rückstand. Die Gäste mussten sich mit einem Field Goal von Billy Cundiff und der 20:16-Führung zufrieden geben. Die Hausherren antworteten im Schlussviertel mit einem Drive bis kurz vor die Endzone. Ein erster Quarterback-Sneak sowie der Versuch von Green Ellis, die Abwehrreihen der Ravens zu durchbrechen, scheiterten. Coach Bill Belichick ging daraufhin das Risiko ein, beim vierten Down den Touchdown zu versuchen – und diesmal klappte es. Brady nahm den Ball und sprang über seine Vordermänner hinweg in die Endzone. Beim Stand von 23:20 bekamen die Ravens mehrere Chancen zurückzuschlagen und erneut überzeugte die Defense der Patriots. Trotzdem näherte man sich in der Schlussminute der Endzone an und Wide Receiver Lee Evans ließ sogar einen sicheren Touchdown-Pass fallen. Kicker Cundiff hatte danach zumindest den Ausgleich auf dem Fuß. Aus gerade einmal 32 Yards setzte er seinen Kick jedoch weit links vorbei – zum Entsetzen seiner Mitspieler und zur Freude der Patriots und ihrer Fans. Etwas glücklich, aber durchaus verdient, zogen die Patriots damit zum siebten Mal in den Super Bowl ein. Brady erreicht diesen wie John Elway zum fünften Mal und gewann wie Joe Montana sein 16. Postseason-Spiel. Fraglich ist allerdings, ob auch Tight End Rob Gronkowski im Super Bowl spielen kann, da er sich am Knöchel verletzt hat. Offensichtlich handelt es sich um keine schwerwiegende Verletzung.
NFC Championship Game: San Francisco 49ers – New York Giants 17:20 (Overtime)
Im NFC Championship Game zwischen den San Francisco 49ers und den New York Giants wiederholten die Gäste das Kunststück von 2008 und kämpften sich auswärts durch die Playoff-Runden, um erneut in den Super Bowl einzuziehen. Eli Manning schaffte es damit als erster Quarterback, fünf Auswärtsspiele in den Playoffs zu gewinnen.
Die Hausherren erwischten den besseren Start. Quarterback Alex Smith (12 von 26, 196 Yards, 2 Touchdowns) bediente Vernon Davis, der das Ei 73 Yards bis in die gegnerische Endzone trug. Nach der zwischenzeitlichen 10:7-Führung der Gäste war es erneut Davis, der die 49ers durch einen 28-Yard-Touchdown im dritten Viertel in Front brachte. Mario Manninghams 17-Yard-Touchdown bedeutete das 17:14 für die Giants, doch die Hausherren schafften durch ihren Kicker David Akers den Ausgleich im vierten Viertel. Das bedeutete Verlängerung. In der Overtime konnten die Giants ihren ersten Drive nicht zu Punkten verwerten und mussten punten. Kyle Williams wurde zur tragischen Schlüsselfigur des Spiels, als er bereits zum zweiten Mal einen Ballverlust erlitt. Folglich kamen die Gäste sofort wieder in aussichtsreicher Position in Ballbesitz. Ähnlich wie 2008 in Green Bay war es schließlich Kicker Lawrence Tynes, der mit seinem Field Goal den Einzug in den Super Bowl perfekt machte. Die Giants spielten nicht überragend, aber fehlerlos und konsequent. Manning (32 von 58, 316 Yards, 2 Touchdowns) und Victor Cruz (10 Receptions, 142 Yards) waren die auffälligsten Akteure.
