Aus Jahrhunderten der Wetterbeobachtung wie dem 100-jährigen Kalender, aus vielen alten Bauernregeln und vor allen Dingen seit Beginn der Wetteraufzeichnung der diversen Wetterdienste ist bekannt, dass es stets in der zweiten Maidekade zu Kälteeinbrüchen kommt, weil arktische Polarluft nach Mitteleuropa getragen wird. Meist, vor allen Dingen in Süddeutschland, ist die pflanzliche Vegetation im Mai schon weit vorangeschritten und viele Bäume stehen in voller Blüte. Das verleitet die Hobbygärtner dazu, ihre gärtnerischen Vorbereitungshandlungen des Frühjahres zu vollenden und die jungen Gemüsepflanzen ins Freibeet einzupflanzen oder bereits auch empfindliches Saatgut auszusäen. Die Eisheiligen bringen aber in vielen Jahren durch die Kaltluftzufuhr und dem daraus resultierenden Luft- oder Bodenfrost des öfteren starke Frostschäden.

Die Eisheiligen

Die Tage zwischen dem 11. und 15. Mai nennt der Volksmund wegen der Wetterlage die Eisheiligen. Der 11. Mai ist der Tag des Mamertus, der 12. Mai der Tag des Pankratius, der 13. Mai ist Servatius gewidmet, der 14. Mai gehört Bonifatius und der 15. Mai der „kalten Sophie“. In Norddeutschland droht in den Tagen vom 11. bis 13. Mai die größte Gefahr durch Boden- oder auch Luftfrost, während im Süden und Südosten zwischen dem 12. und 15. Mai die größte Frostgefahr droht. Die unterschiedliche Wirkung der Eisheiligen liegt am Fortschreiten der arktischen Polarluft von Nord nach Süd, die einen Tag später in Süddeutschland eintrifft

Die Wettervorhersage für die Eisheiligen 2012

Noch lässt sich zwar die Wetterlage vom 11. bis 15. Mai 2012 in Deutschland noch nicht auf das Genaueste vorhersagen, aber auf jeden Fall wird es im Norden unseres Landes nächstes Wochenende leicht frostig. Freitag verspürt der Norden und Samstag die Mitte Deutschlands die Eisheiligen. Die Wetterfrösche gehen davon aus, dass es Samstag und Sonntag früh in Norddeutschland zu leichtem Luft- oder Bodenfrost kommt. In den höheren Lagen der Mittelgebirge kann es sogar zu leichtem Schneefall kommen. Dieser Schnee aber bleibt nicht liegen, denn der Erdboden hat sich bereits genügend erwärmt. Aber gerade die Temperaturen des Erdbodens hat die Pflanzen zu regem Wachstum animiert, sodass junge Pflanzen mit einem Vlies oder einer gut abdeckenden Folie geschützt werden müssen. Hier irren die alten Bauernregeln nicht.

Bauernregeln zu den Eisheiligen

  • Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.
  • Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
  • Pankraz und Bonifaz sind zwei böse Brüder, denn was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.
  • Pflanze nie vor der kalten Sophie!
  • Vor Nachtfrost du nicht sicher bist - bis Sophie vorüber ist
Quellen: Deutscher Wetterdienst (DWD), gzi-notiert, Gartenkalender