
- Eine passiv gekühlte Mittelklassegrafikkarte - Der Autor
Eine Grafikkarte auszutauschen, ist auch für einen Einsteiger nicht unmöglich. Aber es gibt ein paar Punkte, die Sie beachten müssen.
Probleme mit Stromverbrauch und Kühlung
Damit eine neue Grafikkarte zuverlässig in Ihrem PC arbeiten kann, darf sie das vorhandene Netzteil nicht überlasten. Dieses kann nur eine begrenzte Menge Strom zur Verfügung stellen.
Wird diese Grenze überschritten, läuft der Computer unzuverlässig oder kann (bei billigen Netzteilen) umfassend beschädigt werden. Eine Einsteiger- bzw. Bürografikkarte verbraucht weniger Strom als eine Spielegrafikkarte, es lohnt also, sich über seine Anforderungen Gedanken zu machen.
Auf jedem Netzteil steht die mögliche Stromversorgung beschrieben. War es aber ohne Markennennung in einem Fertigrechner eingebaut oder für unter 30 € erworben, kann man diese Werte in Zweifel ziehen, da viele "Billighersteller" bei der Wattangabe übertreiben. Dann sollte man ein stärkeres ATX-Netzteil kaufen und einbauen (siehe einen früheren Artikel). Die Erweiterung oder Reparatur mit einer Einsteiger- bzw. Bürografikkarte sollte kein neues Netzteil erfordern, wenn der PC vorher stabil lief. Grob geschätzt reichen für einen Bürorechner ein Markennetzteil (wie z.B. Cougar, Bequiet!, Enermax, Antec, Fortron oder Corsair) mit 300 W, für einen Spielerechner mit 400 W und für einen Spielerechner mit einer sehr starken Grafikkarte 500 W. Weitere Informationen um Stromverbrauch finden Sie in Internet-Tests (Verbrauch unter Last) oder bei Netzteilrechnern.
Da in elektrischen Geräten durch das Fließen von Strom auch Wärme entsteht, ist darüberhinaus darauf zu achten, dass der Computer mit der neuen Grafikkarte nicht überhitzt. Auch so können Hardwareschäden entstehen. Der Einbau einer Einsteiger- bzw. Bürografikkarte ist dabei unkritisch, aber je größer die Grafikkarte, desto mehr Wärme wird in den Rechner gebracht. Mit Programmen wie Speedfan können Sie die Temperaturen ihres Rechners überprüfen. Die CPU sollte nie wärmer als 65, die Grafikkarte nicht wärmer als 90 Grad werden. Notfalls überprüfen Sie den Luftfluss (Airflow) in ihrem PC und bauen einen oder zwei Gehäuselüfter zusätzlich ein (Anleitung).
Ziffern beschreiben die Art der Grafikkarte
Auf dem Markt buhlen vor allem Nvidia und AMD (früher ATI) um die Gunst der Käufer. Sie entwickeln neue Grafikkartenchips, zu denen ein Prototyp Grafikkarte gebaut wird (das sogenannte Referenzdesign). Die Hersteller wie Sapphire, ASUS, Gigabyte, Sparkle, XFX, Zotac und MSI (um nur einige zu nennen) kaufen dann die Chips an und entwickeln eigene Grafikkarten, die sich aber hauptsächlich nur in Kühlung, RAM und durch kleinere Taktratenänderungen in den Chips unterscheiden. Der Zifferncode und die Leistung bleiben hauptsächlich identisch.
Welche Grafikkarte ist nun eine Einsteiger-, Büro- oder Spielegrafikkarte? Dazu betrachten wir bei AMD die Ziffern der Produktbeschreinung nach dem Kürzel Radeon HD, bei Karten von Nvidia hinter der Beschreibung Geforce GTX.
Sapphire Radeon HD 6670 ATI-Design, 1GB GDDR5, DVI, HDMI, DisplayPort, lite retail ab 78,20 €
Gainward GeForce GTX 460 188mm, 1GB GDDR5 192-bit, VGA, DVI, HDMI ab 121,30 €
Zifferncode AMD-Radeon-HD-Karte:
Die Erste Ziffer (6) gibt die Generation der Grafikkarte an. Sie ist aktuell. Eine 5 oder eine 7 würde die Vorgänger- bzw. Nachfolgeversion angeben, die beide auch als neu bezeichnet werden können.
Die zweite Ziffer bedeutet die Klasse der Grafikkarte. Ziffern bis vier bedeueten Einsteiger / Bürografikkarte mit wenig Spieleleistung, Ziffern von 5 bis 7 stehen für eine Mittelklassegrafikkarte, die schon viele Spiele spielen kann, aber auch mehr Strom verbraucht; 8 und 9 bedeuten, dass es sich um eine HighEnd-Grafikkarte handelt, mit der alle Spiele gespielt werden können, die aber in Verbrauch und Kühlung auch das meiste fordert.
Die folgenden Ziffern geben an, ob es sich um eine leicht schnellere oder etwas langsamere Grafikkarte des Modells handelt.
Zifferncode NVidia-Geforce-Chip:
Bei Karten von NVidia steht die erste Ziffer ebenfalls für die Generation der Grafikkarte, aktuell sind hier 4 und 5.
Ist die nachfolgende Ziffer eine zwei, handelt sich es um eine Einsteiger- bzw. Bürografikkarte. Bei einer 3-5 liegt eine Mittelklassekarte vor, von 6-9 eine High-End-Spielekarte, mit ebenfalls höherem Verbrauch.
Die letzte Ziffer und der eventuelle Zusatz "SE" unterscheiden wie bei AMD ähnliche Modelle, die ein wenig stärker beziehungsweise schwächer sein können.
In jeder neuen Generation steigt die Geschwindigkeit bei meist verringerter Leistungsaufnahme.
Weiteres zum Stromverbrauch
Im Allgemeinen wird der maximale Verbrauch einer Grafikkarte als TDP oder MGCP-Wert angegeben (Wikipedia 1 + 2). Doch es sind auch andere Messwerte aussagekräftig, man findet sie in Tests im Internet (s.o.). Sie bestimmen die Betriebskosten und Umweltfreundlichkeit.
Wird der PC hauptsächlich zum Internetsurfen oder Texte schreiben benutzt, ist der sogenannte „Idle-Verbrauch“ wichtig. Er gibt den Stromverbrauch des Rechners im angeschalteten, aber unbenutzten Zustand an. Während sie das Angezeigte erst noch lesen, befindet sich der Rechner meist in diesem Zustand.
Bei der Videobetrachtung (vor allem bei Blu-ray) ist das System mehr gefordert. Es gibt durchaus eine gewisse Spanne im Verbrauch von Grafikkarte zu Grafikkarte, die sich zu untersuchen lohnt.
Bei stundenlangen Videobearbeitungen und Spielen fällt der „Lastverbrauch“ am meisten ins Gewicht.
RAM-Ausstattung, Lautstärke und CPU-Anforderungen
Die Speicherbestückung ist bei einer Bürografikkarte nicht wichtig, 512 MB reichen aus. Bei einer Spielegrafikkarte sollten 1 GB vorhanden sein, wenn man sehr viele neue Titel spielt, sind 2 GB ratsam.
Die Lautstärke eines Grafikkartenlüfters kann im ungünstigen Falle als störend empfunden werden, zum Beispiel wenn über den Computer auch leise Musik gehört werden soll. Viele Tests überprüfen sie daher. Im Allgemeinen lässt sich sagen, das kleine Lüfter meistens mehr auffallen als große. Passive Grafikkarten (Grafikkarten ohne Lüfter) beeinflussen die Gesamtlautstärke des PCs nicht. Handelt es sich dabei um Spielegrafikkarten, sollten sie die Temperatur im Betrieb überprüfen und im Zweifelsfalle einen großen, leisen Lüfter so ins Gehäuse einbauen, dass der Luftstrom über die Grafikkarte verläuft.
Für Bürorechner reicht an Geschwindigkeit der CPU meist die Leistung, die ein Singlecore mit 2 GHz liefert. Eine Spielegrafikkarte benötigt mehr „Zuarbeit“: mit einem Dualcore mit 2 * 3 GHz sind sie auf der sicheren Seite (nicht Intel Pentium D, aber Intel Pentium Dual, neuer oder AMD). Haben Sie vor, sehr viele aktuelle Spieletitel zu spielen und sich eine große High-End-Grafikarte zu kaufen, empfiehlt sich ein moderner Quadcore ab 4 * 2,6 GHz (nicht Phenom X4, aber Phenom II X4, Athlon II X4, neuer oder Intel).
Weitere Informationen zu notwendiger Leistung, Einbau und Kauf finden Sie in diesem Artikel.
