
- Harald Wolf bei PCS - Harald Rossa
Am 24. Februar 2011 besuchte Harald Wolf (Linke), der Berliner Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen eine nach Berlin zurückgekehrte Firma: die PCS Power Converter Solutions in Tegel.
Das Geschäft von PCS
Stromrichter sind in der Energieerzeugung, in der Industrie und in Fahrzeugen unverzichtbare Elemente. Die PCS Power Converter Solutions GmbH, kurz PCS genannt, entwickelt und produziert Stromrichter und elektrische Ausrüstungen für Windkraftanlagen, Solarkraftwerke, Industrieanwendungen, Schienenfahrzeuge sowie Motoren- und Getriebeprüfanlagen. Als mittelständisches Ingenieurunternehmen bietet es maßgeschneiderte Lösungen ebenso wie in Serie gefertigte Komponenten.
Die Geschichte der Firma PCS
1843 gründete Julius Pintsch einen Reparaturbetrieb für englische Gasmesser in Berlin-Friedrichshain. Ab 1869 wurden von der Firma Gaslampen für die Beleuchtung von Reisezugwagen gefertigt, die in Nachtzügen für Sicht sorgten.
1948 wurde daraus der Betrieb FAGA VEB Fahrzeugausrüstung Berlin. Elektrische Ausrüstungen für Schienenfahrzeuge wurden in 20 Länder auf vier Kontinenten geliefert. 1990 wurde nach der Wende daraus die Fahrzeugausrüstung Berlin GmbH als Tochter der Deutschen Waggonbau AG.
Ab 1994 wurde eine neue Generation von Stromversorgungsanlagen in Modulbauweise, zum Beispiel für die 500 Viertelzüge Baureihe 481/482 der Berliner S-Bahn eingeführt. 1997 begann die Entwicklung für Antriebsstromrichter der Leistungsklasse bis 650 kW mit Luft- und Wasserkühlung.
1998 übernahm der kanadische Konzern Bombardier Transportation die Deutsche Waggonbau AG und damit auch die Fahrzeugausrüstung Berlin GmbH.
Ab 1999 wurde intensiv die Entwicklung neuer innovativer Produkte vorangetrieben. 2003 wechselte die Firma ihren Standort und zog nach Hennigsdorf, wo ein großes Werk für Schienenfahrzeuge zu Bombardier gehört.
2008 wurde dann die die Bombardier Transportation (Power Converter Solutions) Germany GmbH gegründet. Ende 2009 verkaufte Bombardier dieses Unternehmen an die PCS Power Converter Solutions Verwaltungs AG.
2010 ging es zurück nach Berlin
Seit Mitte Januar 2010 arbeitet die Firma unter dem Namen „PCS Power Converter Solutions GmbH" als mittelständisches Unternehmen mit den technologischen Kompetenzen in den Bereichen regenerative Energien, Industrie und Eisenbahn. Im Herbst 2010 verlegte sie ihren Standort zurück nach Berlin. Denn in Hennigsdorf wurden die vorhandenen Räume zu eng. Und vor allem zeigte sich, dass qualifizierte Mitarbeiter nicht so leicht in die brandenburgische Nachbarstadt im Norden von Berlin zu locken sind. Und auf engagierte und qualifizierte Mitarbeiter ist das Unternehmen angewiesen, das wie viele andere über einen aktuellen Mangel an Ingenieuren aus dem Elektrofach klagt.
Im Februar 2011 sind die Strapazen des Umzugs samt der Einführung neuer EDV-Systeme fast vergessen. Die Unternehmensleitung ist mit ihrem neuen Standort im Dock100 hinter den ehemaligen Borsigwerken hoch zufrieden. Optimale Bedingungen wurden hier vorgefunden. Raum für Expansion ist noch verfügbar. Partner für neue Projekte gibt es in fußläufiger Umgebung. Eine Zusammenarbeit mit Instituten der Technischen Universität Berlin läuft an.
Schon der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bedauerte im Herbst 2010 die Nachbarn in Brandenburg wegen des Weggangs einer solchen Hightech-Firma. Aber bei ihm überwog doch die Freude.
Nun freute sich im Februar 2011 auch der Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf darüber, dass diese Umsiedlung so gut geklappt hat und seine Wirtschaftsförderer von Berlin Partner die Firma PCS sicher in das Tegeler Dock 100 geleitet haben. Schließlich ist die Wirtschaftspolitik in Berlin am Umsteuern. Die Wichtigkeit einer industriellen Basis wurde erkannt. Und die soll mit Unternehmen in zukunftsträchtigen Feldern in der ehemaligen Industriestadt Berlin wieder eine größere Rolle spielen, Und da ist die Umsiedlung von PCS ein beachtenswerter Baustein auf dem Weg der Reindustrialisierung der deutschen Hauptstadt.
