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Peperoni haben es in sich

Scharf, lecker, gesund und auch noch leicht zu ziehen

Anzucht in der Pikierschale - Volker Wollny
Anzucht in der Pikierschale - Volker Wollny
Peperoni sind nicht nur lecker und gesund, sondern auch für den Hobbygärtner ziemlich problemlos zu kultivieren.

Manche können nicht genug davon bekommen, andere lehnen dankend ab, wenn sie die Früchtchen nur aus der Ferne sehen: Chilis, scharfe Paprika, Peperoni oder Pfefferonen sind nicht Jedermanns Sache, aber ihre echten Fans können sich kein Vesper ohne die Scharfmacher vorstellen. Man kann sie roh oder eingelegt als pikante Beilage genießen, trocknen und zu Cayenne-Pfeffer mahlen oder in einer dieser Formen als Zutat in der Küche verwenden. Und das Beste: Man kann sie ohne größere Schwierigkeiten selbst produzieren.

Paprika: Kleine Wunderfrüchte

Man trifft hin und wieder Menschen aus südlichen Ländern, die erzählen, dass sie zeitlebens noch keine Probleme mit dem Magen hatten und noch nie erkältet waren, was sie darauf zurückführen, dass sie von klein auf fleißig Peperoni gegessen haben. Wer an die manchmal waffenscheinpflichtig scharfen Früchtchen nicht gewöhnt ist, wird zwar eher das Gefühl haben, dass die Dinger geeignet seien, Löcher in die Magenwände zu brennen, aber das täuscht: Zumindest einem gesunden Magen tun auch die schärfsten Schoten nichts.

Im Gegenteil: Wie mittlerweile festgestellt wurde, tut die Schärfe der Paprika, das Capsacin, dem Magen sogar gut. Es wirkt antibakteriell, was wohl der Grund dafür ist, dass scharf mit Paprika gewürzte Speisen vor allem in warmen Ländern üblich sind, nämlich als Vorbeugung, gegen dort oft auftretende Magen-Darm-Infektionen. Außerdem wirkt die Schärfe verdauungs- und kreislaufanregend wie ein Schnäpschen – und das ganz ohne Promille!

Darüber hinaus enthalten die scharfen Paprika auch noch schier unglaubliche Mengen an Vitamin C, was es glaubhaft macht, dass ihr Verzehr vor Erkältungen schützt. Äußerlich angewandt fördert das Capsacin die Durchblutung und wird daher in Salben und Pflastern gegen Rheuma, Prellungen, Zerrungen und dergleichen verwendet. Schließlich, so sagen Wissenschaftler heute, wirkt der Genuss von Chilis sogar vorbeugend gegen Krebs.

Chilis auf der Fensterbank und im Garten

Peperoni sind eine der am einfachsten zu ziehenden Gemüsesorten, sie werden praktisch immer etwas und sind daher für Gartenanfänger ganz besonders zu empfehlen. Man kann sie nicht nur im Garten ziehen, sondern auch auf dem Balkon oder auf der Fensterbank, notfalls sogar im Zimmer.

Im Prinzip kann man auch aus den Kernen von gekauften Früchten Pflänzchen ziehen, nur wird das oft nichts, weil es sich um Sorten für wärmere Gegenden handelt. Im Handel bekommt man jedoch für wenig Geld Sorten, die für unser Klima passen. Meist haben sie Namen wie „De Cayenne“ oder „Cayenna“ und bilden lange, zunächst grüne und dann rot abreifende Früchte.

Für das Freiland sät man Paprika bereits im Winter, etwa Anfang Januar oder sogar schon Ende Dezember. Manche lassen die Kerne auf feuchten Küchen- oder Papiertaschentüchern vorkeimen; wenn man sie aber gleich in Pikierschalen mit Anzuchterde sät, klappt das praktisch genauso gut.

Am besten stellt man die Pflänzchen an ein schön sonniges Fenster. Wenn die Sämlinge ihre ersten richtigen Blätter nach den Keimblättern bekommen, vereinzelt man sie. Man kann sie in Torf-Töpfchen setzen, was aber teuer kommt. Gut bewährt haben sich Joghurtbecher, denen man ein Loch in den Boden macht, damit sich keine Staunässe bilden kann. Wenn die Pflanzen vor der Zeit zum Aussetzen bereits zu groß für die Joghurtbecher werden sollten, topft man noch einmal in größere Gefäße um.

Hinaus dürfen die Pflanzen nach den Eisheiligen, also in der zweiten Maihälfte, wenn es – hoffentlich – mit den Nachtfrösten vorbei ist. Leider sind die Paprikablätter offenbar eine Delikatesse für die spanische Wegschnecke, so das man sie mancherorts trotz Garten in Töpfe oder Kästen pflanzen muss, die man an möglichst hochgelegene Plätze stellt.

Mit etwas Glück kann man Peperoni auch im Zimmer ziehen. Dann blühen und fruktifizieren sie immer wieder und liefern auch im Winter frische Schoten. Außerdem sehen sie mit ihren dunkelgrünen Blättern, weißen Blüten und roten Früchten auch noch hübsch aus und sorgen damit gerade im Winter für ein wenig südlich-sommerliches Flair in der guten Stube.

Volker Wollny, Journalist, Autor und Blogger, Saskia Wollny

Volker Wollny - Tätig als Publizist und Freier Dozent, abgeschlossenes Studium als Ingenieur für Produktionstechnik, Gesellenbriefe im ...

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