Per Computer spielerisch gegen HIV-Aids-Gefahr

UNESCO Computerspiel gegen HIV/Aids „Fast Car…“ - Foto: UNESCO/screenshot
UNESCO Computerspiel gegen HIV/Aids „Fast Car…“ - Foto: UNESCO/screenshot
Junge Leute, die Angst vor einer Aids-Infektion haben, aber nicht darüber sprechen möchten, können in einem virtuellen Autorennen alles darüber erfahren.

Ein neues Computerspiel wurde von den Vereinten Nationen zum Jahresbeginn 2011 gestartet, das jungen Menschen mit genauen und zuverlässigen Informationen über die HIV-Aids-Vorbeugung versorgt und dabei unterhaltsam und unaufdringlich eine gesunde Lebensweise fördert.

Die virtuelle Tour mit dem Titel “Rennauto: Sicher um die Welt reisen” wurde von der Bildungs- Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen (UNESCO) für Jugendliche ab 16 Jahre gestaltet. Die Streckeninformationen sind bisher auf Englisch, Französisch und Russisch erhältlich.

Stätten des Weltkulturerbes zugleich Online-Informationsstände über HIV/Aids

Während der Fahrt auf Rennstrecken auf fünf verschiedenen Kontinenten können die Teilnehmer einige Sehenswürdigkeiten des UNESCO-Weltkulturerbes bewundern und erhalten dort zugleich Auskünfte über die bestehenden Verhütungs-, Behandlungs-, und Fürsorgepraktiken gegen HIV und Aids.

“Der Wert des Spiels besteht in der Publizierung von aktuellem Informationsmaterial über HIV und Aids, das über derartige Kommunikationskanäle schnell unter den jungen Menschen verbreitet werden kann, sodass sie umfassend über diese Probleme und die entsprechenden Vorsorgemaßnahmen Bescheid wissen“, heißt es in der Pariser UNESCO-Zentrale.

Die UNO-Behörde weist darauf hin, dass HIV-Aids sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ein schwieriges Gesprächsthema sein kann. Kinder befürchten möglicherweise die Missbilligung ihrer Eltern und bleiben allein mit ihrer Angst vor dem Risiko einer HIV-Infektion.

Eltern und Lehrer haben gemeinsame Verantwortung für HIV-Aufklärung

Die Eltern wiederum, sind nach Meinung der UNESCO-Experten bei diesem Thema oft sehr zurückhaltend, haben zu wenig gesicherte Kenntnisse über HIV und Aids oder keine Erfahrung, wie man mit den heranwachsenden Jugendlichen über Verhütung spricht. Die Lehrer wiederum verließen sich häufig darauf, dass die Eltern mit ihren Kindern zu Hause schon ausreichend über diese Dinge sprechen würden.

Jugendliche in die Lage zu versetzen, sich selbst vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen, ist auch eine der Hauptaufgaben des gemeinsamen UNO-Programms gegen HIV/AIDS (UNAIDS), nach dessen Erhebungen junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren weltweit zwei von fünf Neuinfektionen mit HIV ausmachen.

Das bedeutet, Tag für Tag infizieren sich 3.500 Jugendliche mit dem Immunschwäche-Virus. Laut UNAIDS haben die meisten Youngster noch immer keinen Zugang zu Informationen, Kenntnissen, Beratungsdiensten oder Sozialfürsorgestellen, die ihnen helfen, HIV-Infektionen vorzubeugen.

Genereller Rückgang von HIV-Infektionen, doch Frauen weiterhin besonders gefährdet

Dennoch verzeichnen wir die erfreuliche Tendenz, dass insgesamt die Zahl der Neuinfektionen in den meisten Teilen der Welt zurück geht oder zumindest stagniert. Im Jahr 2001 lebten 5,7 Millionen Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren mit HIV. Ende 2009 sank diese Zahl auf fünf Millionen. Doch ist in neun Ländern – alle im südlichen Afrika – mindestens ein Jugendlicher von 15 HIV-positiv.

Junge Frauen tragen nach wie vor die Hauptlast der Krankheit, wobei in vielen Ländern das größte Infektionsrisiko für Frauen vor dem 25. Lebensjahr besteht. Im Weltmaßstab sind 60 Prozent der jugendlichen HIV-Infizierten weiblich, im Afrika unterhalb der Sahara sogar 70 Prozent.

“Wir müssen diese Risiko-Unterschiede zwischen den Geschlechtern gezielt überwinden, einschließlich jener, die Frauen und Mädchen einer unverhältnismäßig größeren Gefahr der Ansteckung mit HIV oder anderen negativen Auswirkungen sexueller und reproduktiver Aktivitäten aussetzen“, sagte die UNESCO Generaldirektorin Irina Bokova aus Bulgarien.

Universeller Zugang zur HIV-Vorsorge bis 2015 bleibt eine Herausforderung

„Während wir in den vergangenen neun Jahren durch den Rückgang von HIV-Fällen um ein Viertel unter Jugendlichen in 15 Schwerpunktländern des südlichen Afrikas ermutigt wurden, müssen wir alles tun, um diese Tendenzen zu bestätigen und weiter zu verbessern, damit wir das globale Ziel zur Durchsetzung des Menschenrechts auf universellen Zugangs zu HIV-Vorbeugung, Behandlung, Pflege und Unterstützung bis 2015 erreichen“.

Dass dabei Computerspiele wie das von der UNESCO ins Internet gestellte sichere Autorennen um die Welt eine nützliche Investition in die gesundheitliche Bildung junger Menschen ist, die neuen HIV-Infektionen vorzubeugen hilft und den sozialen Schutz erhöht, bestätigte auch die langjährige Chefin des Welt-Bevölkerungs-Fonds (UNFPA), Thoraya Ahmed Obaid.

Der Autor an der UNO-Mission in Sierra Leone, Foto: UNIOSIL

Christian Holger Strohmann - Mehr als 20 Jahre lang habe ich für die Vereinten Nationen (United Nations Organisation - UNO) auf allen Kontinenten als Journalist, ...

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