Grüne Inseln, dichte Wälder, blaues Meer, Halbwüsten, tiefe Seen, reißende Flüsse, eisbedeckte Berggipfel und freundliche Menschen erwarten jene, die British Columbia, Kanadas westlichste Provinz, mit dem Mietwagen bereisen wollen. Schwierig wird es nur, wenn sich Besucher für eine Route für die Autoreise durch die landschaftlich so abwechslungsreiche und schöne Provinz entscheiden sollen. Denn überall ist es schön, überall gibt es Sehenswertes, überall kann man viel erleben. Welche Route von Vancouver ins Innere von British Columbia ist die schönste?

Was ist die schönste Route von Vancouver ins Landesinnere von British Columbia für Mietwagen-Reisen?

Diese Frage zufriedenstellend zu beantworten, fällt sogar Kennern und Einheimischen in British Columbia schwer, denn die Landschaften in der Westprovinz Kanadas sind so abwechslungsreich und die Eindrücke so vielfältig, dass man sich hier unmöglich auf eine Route beschränken kann. Wer British Columbia wirklich kennen lernen will, sollte sich von vorneherein darüber klar sein, dass dies mehrere Reisen in Anspruch nehmen wird. Um die passende Route für die eigene Mietwagen Reise ins Binnenland von British Columbia zu finden, helfen Grundkenntnisse über Landschaftsformen und Sehenswürdigkeiten der einzelnen Regionen weiter:

Von Vancouver über den Sea-to-Sky-Highway nach Whistler

Die Strecke entlang der Sunshine Coast nach Norden bis nach Whistler, in dem 2010 die Winterolympiade ausgetragen wurde, wo man aber auch gut einen Wanderurlaub verbringen kann, verbindet eine Tour entlang der rauen und spektakulären Küste British Columbias entlang des Howe Sounds mit einer Fahrt durch die Heimat der Squamish und Lil'wat Indianerstämme. Unterwegs kann man Einblicke in die Geschichte des Bergbaus bekommen im BC Museum of Mining in Britannia Beach oder einen Wandertag einlegen im Garibaldi Provinzpark. Nach einer anstrengenden Wanderung schmeckt das Bier in der Howe Sound Brewing Company dann umso besser.

Durch das Tal des Fraser River ins Landesinnere von British Columbia

Eine alternative Route ins Binnenland von British Columbia ist die Fahrt entlang des Fraser Rivers, der sich zunächst hinter seiner Mündung nur wenig südlich von Vancouver seinen Weg durch ein breites Flusstal bahnt. Erst hinter Hope wird die Szenerie wilder und rauer. Dort nämlich gräbt sich der Fraser River sein Flussbett durch steiles und hartes Felsgestein der Küstenberge und schafft sich so eine tiefe Schlucht, deren spektakulärste Stelle passend Hells Gate - Höllentor - genannt wird. Wer sich für die Siedlungsgeschichte British Columbias interessiert, kann entlang dieser Route den Spuren der Goldgräber folgen, die am Fraser River und in seinem Flussbett nach dem wertvollen Metall geschürft haben.

Zwischen Lillooet und Cache Creek führt die Route durch die Ausläufer der Halbwüste, die sich zwischen den Küstenbergen und Kamloops erstreckt. Der Besucher lernt hier eine Landschaft kennen, die die wenigsten in diesen Breiten erwarten, deren Klischees eher Bilder von dichten Regenwäldern, steilen Küsten und gletscherbedeckten Bergen suggerieren. Hier trifft er plötzlich auf trockene Flussufer, an denen dürre Wermutsträucher und wilder Salbei wachsen und kaum etwas anderes gedeiht. Das Bild ändert sich aber wieder, folgt er dem Fraser River weiter nach Norden.

An seinen nördlichen Ufern folgt die moderne Straße der alten Cariboo Wagon Road, der Kutschenstraße, über die Goldgräber und erste Siedler sich ihren Weg ins nördliche British Columbia suchten. In Barkerville, einer Geisterstadt aus der Goldgräberzeit, leben die Geschichten der alten Abenteurer und Glücksritter wieder auf. Und in ihrer Umgebung können moderne Besucher sich am Leben eines echten Cowboys versuchen, denn hier gibt es zahlreiche Guest Ranches, die Aufenthalte mit Familienanschluss bieten, bei denen die Besucher ins wahre Rancherleben hineinschnuppern können.

Eine Autoreise durch Weingüter und Obstgärten im Okanagan Tal

Lieblicher ist eine Fahrt entlang der Seen im Okanagantal. Der größte See, nach dem das Tal benannt ist, erstreckt sich auf einer Länge von etwa 135 Kilometern von Vernon im Norden bis Penticton im Süden. An seinen Ufern reihen sich Obstgärten und Weinberge aneinander und zeugen von der Fruchtbarkeit des Tales. Unterwegs passiert der Autoreisende aber auch immer wieder kleinere Seen wie den Skaha Lake oder den Kalamalka Lake, die nur durch wenige Kilometer - an manchen Stellen sogar nur einige Meter - vom Okanagan Lake getrennt sind.

Eine Fahrt durchs Okanagantal ist etwas für Genießer: in Weingütern entlang der Route kann man kanadische Weine probieren oder eine der vielen lokalen Spezialitäten testen, die man hier aus Obst macht. Obstbrände gehören im Okanagantal zu den neuesten Produkten lokaler Herkunft. Die vielen Seen laden außerdem zu einem Badeaufenthalt oder einer Bootsfahrt ein. Wer weiß, vielleicht trifft man unterwegs sogar auf Ogopogo, das Seeungeheuer im Okanagan Lake?

Mit dem Mietwagen entlang der amerikanisch-kanadischen Grenze ins Landesinnere von British Columbia

Die Route entlang der amerikanischen Grenze durch die abgelegene Bergwelt im Süden British Columbias gehört sicher nicht zu den bekanntesten Touren durch die westkanadische Provinz. Sie führt nicht auf schnellstem Wege zu den Highlights der Region. Wer jedoch die drei Hauptrouten bereits erkundet hat, der sollte sich Zeit nehmen für eine Fahrt durch kleine Bergdörfer, vorbei an steil aufragenden Bergen, in denen Gruppen wie die Doukhobors eine Zuflucht fanden - Mitglieder einer russischen Religionsgemeinschaft, die hier ein Leben nach ihren Vorstellungen führen. Einige Kilometer weiter gelangt der Reisende in die kleine Stadt Kimberley, in der vieles an eine deutsche Kleinstadt erinnert - kein Wunder, wurde dieser Ort 1972 doch zur Bavarian Town of the Rockies deklariert, der Bayrischen Stadt in den Rockies, die vorbeifahrende Autofahrer zu einem Abstecher verlocken sollte.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort