Editor's Choice

Dresden als barockes Elbflorenz

Panometer zeigt Dresden im Jahre 1756

So sah Dresden im Jahre 1756 aus - Wilhelm Ruprecht Frieling
So sah Dresden im Jahre 1756 aus - Wilhelm Ruprecht Frieling
Ein wundervoller Blick über das barocke Elbflorenz des Jahres 1756 öffnet sich dem Besucher im Panometer Dresden

Im kleineren der beiden zylinderförmigen Gasometer des lokalen Energieversorgers Drewag in Dresden bietet sich dem Besucher ein reizvolles Schauspiel. Er kann dort eine Zeitmaschine besteigen und damit 250 Jahre in die Vergangenheit der Stadt reisen. Der Rundbau bietet in seinem Inneren nämlich einen grandiosen Panoramablick auf das barocke Elbflorenz.

Auf fast 3000 Quadratmeter Bildfläche, einer Länge von 105 Metern und einer Höhe von 27 Metern zeigt sich das barocke Dresden mit seinen prächtigen Palais und Kirchen, mit ausgedehnten Gartenanlagen und stattlichen Bürgerhäusern entlang der Elbe an einem sonnigen Augustnachmittag des Jahres 1756. Der Berliner Architekt Yadegar Asisi schuf in dem restaurierten und umgebauten Gasspeicher ein monumentales 360-Grad-Panoramagemälde und schickt damit Besucher auf eine Zeitreise.

Historisch fundierte Gesamtansicht

Da es vor 250 Jahren noch keine Fotografie gab, schuf Asisi die historisch weitgehend fundierte Gesamtansicht mit Hilfe alter Stadtpläne und Dokumente, die er in Archiven und Bibliotheken der Stadt ausgrub. Wie in einem Puzzle setzten er und sein Team auf diese Weise Stück für Stück das Dresden-Panorama zusammen. Er nennt sein künstlerisches Werk „Panometer“ und verknüpft damit die Begriffe Gasometer und Panorama.

Im Inneren des Panometers befindet sich eine Aussichtsplattform, auf der Besucher in zwei Etagen unterschiedliche Blickwinkel auf das historische Panorama werfen können. Lichteffekte und eine Geräusch- und Musikkulisse simulieren den Tageslauf. Am Morgen krähen die Hähne, Arbeiter schaffen auf Dächern und an Bauwerken, Kirchenglocken rufen, Karossen überqueren die Elbbrücke, Soldaten marschieren … bis dann zum Abend der Nachtwächter ruft und die Stadt wieder im Schlaf versinkt.

Es ergibt sich eine weite Aussicht über das Brühlsche Palais, die von 1726 bis 1743 als „St. Peter der wahren evangelischen Religion“ errichtete Frauenkirche, den Großen Garten, Neumarkt, Gemäldegalerie, Altmarkt, Kreuzkirche, Residenz, Zwinger, Hofkirche, Moretti-Theater, Marstall, Japanisches Palais, Narrenhäusel und Augustbrücke. Die Detailtreue der Ansicht ist enorm, alles ist 1:1 dargestellt, und mit guten Augen oder einem Fernglas lässt sich selbst eine Katze ausmachen, die sich auf einem Dach sonnt..

Rahmenausstellung unterstützt Zeitreise

Begleitet wird das Panoramagemälde durch eine Rahmenausstellung. Originale Fragmente des barocken Dresden untermalen den Eindruck der Zeitreise und machen Geschichte fassbar. Inspiriert durch die Dresden-Gemälde des Venezianers Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, werden in einer großformatigen Vedutenreihe bislang unbekannte Ansichten und Aussichten der kursächsischen Residenzstadt jener Epoche gezeigt.

Ein ähnliches Panometer hat Architekt Asisi übrigens in Leipzig errichtet. Dort lässt sich ein weiter Blick auf das antike Rom des Jahres 312 nach unserer Zeitrechnung werfen. Dargestellt ist der Einzug des siegreichen Kaisers Konstantin und seiner Truppen nach der Schlacht an der Milvischen Brücke gegen den Usurpator Maxentius.

Panometer Dresden

Gasanstaltstraße 8 b

01237 Dresden

Wilhelm Ruprecht Frieling, © Wilhelm Ruprecht Frieling

Wilhelm Ruprecht Frieling - Wilhelm Ruprecht Frieling aka Prinz Rupi ist seit 40 Jahren als Autor und Verleger aktiv. Er veröffentlichte in deutschen und ...

rss