Perfekte Wienerle – dafür gab es 16 Auszeichnungen

Im Innungsbezirk Emmendingen werden knackige, aromatische Wienerle und Saiten produziert - jetzt gab es die Urkunden dafür

Was die Winzer mit ihren Weinen können, das können die Metzger auch mit ihrer Wurst: die Suche nach Qualitätsbeweisen. Die Saitenwurst von ihrer besten Seite zu Ehren der Saiten und Wienerle, das gab es auch vor kurzem und dabei zeigten sich die Metzger der Innung Emmendingen als überaus erfolgreich. Baden-Württembergs Obermeister hatten dazu 450 Proben gesammelt und verkostet, der Fokus lag auf Geschmack, Geruch, Optik und Biss. Der Wettbewerb der Arbeitsgemeinschaft „pro traditionelle Fleisch- und Wurstspezialitäten“ in Fellbach, bei dem Wienerle prämiert wurden, rief auch die Metzger der Innung Emmendingen auf den Plan. Prüfungsleiter Dr. Wolfgang Lutz vom Deutschen Fleischer-Verband habe sich über die unerwartet hohe Teilnehmerzahl und das hohe Qualitätsniveau in der Vielfalt der Geschmacksnuancen optimal knackender Würstle gefreut. Durch diese Prüfung von Saiten und Wienerle als typisch baden-württembergische Erzeugnisse, wollte man die große Vielfalt innerhalb des Produktes verdeutlichen. Und so einfach wurde auch nicht bewertet, ging es doch um sichtbare Rauchflecken, fremdartige Aromen, fehlenden Biss oder zu weiche wie zu harte Haut. Jetzt hatte Innungsobermeister Gerhard Kaiser in Bahlingen im „Lamm“ die ehrenvolle Aufgabe, gleich 16 Betriebe des Innungsbezirks für ihre Saiten und Wienerle auszuzeichnen. Dies waren: aus Elzach: die Betriebe von Josef Mayer, Hans-Peter Riegger, Franz Winterhalter und Gustav Winterhalter, aus Emmendingen: Metzgerei Mertz, aus Freiamt: Erna Bührer, aus Forchheim: Kurt Binder, aus Jechtingen: Klaus Pröller, aus Kenzingen: die Metzgereien Manfred Gerhardt und Thomas Reisch, aus Königschaffhausen: Michael Sexauer, aus Oberprechtal: Josef Spath, aus Rheinhausen: Gerhard Kaiser, aus Wagenstadt: Willi Thomann, aus Weisweil: Wolfgang Ehret und von der Gertrud-Luckner Gewerbeschule Freiburg Erwin Suß.

Geschäftsführerwechsel

Emotional ging es bei der Verabschiedung von Marianne Rieder, die seit 1993 Geschäftsführerin der Metzgerinnung Emmendingen war, zu. Obermeister Gerhard Kaiser und sein Stellvertreter Hans-Peter Riegger dankten Marianne Rieder für ihren Einsatz auf Innungsebene in den vielen Jahren. Sie habe für die Innung alles gegeben, habe einen „Rundum-Wohlfühl-Service“ geboten, den es so nicht mehr geben wird, dankte Kaiser. Mit der Ehrenurkunde vom Landesinnungsverband Baden-Württemberg für das Fleischerhandwerk, einen Blumenstrauß und Präsent wurde sie verabschiedet. Marianne Rieder will sich im kommenden Jahr wieder mehr im Familienbetrieb einbringen. Blumen gab es ebenfalls zur Begrüßung ihrer Nachfolgerin, Ulrike Müller aus Kehl.

Berichte

Innungsobermeister Kaiser blickte auf das abgelaufene Jahr zurück. Positiv versuche man immer wieder das Metzgerhandwerk darzustellen, unternehme dafür auch viele Anstrengungen mit den verschiedensten Aktionen, wie der Emmendinger Nacht oder dem Maibaumstellen. Gute Kontakte pflege man zur Gewerbeschule in Freiburg. Aktivieren wolle man die Stammtische mit den Metzgern aus dem Innungsgebiet. Kaiser verdeutlichte, dass der Beruf des Metzgers bei der Ausbildungssuche nicht an erster Stelle stehe und auch nicht die beste Lobby habe. Der Landkreis unterstütze viel und derzeit seien auch grenzüberschreitende Kooperationen mit dem Elsass angedacht, um so an Azubis heran zu kommen, wie auch freie Stellen besetzen zu können.

Im Rahmen der Versammlung informierte Dr. Wolfram Martens vom Kreisveterinäramt über die Umsetzung von EU-Richtlinien und Verordnungen zur Hackfleischbeprobung. Über Nachwuchsförderung referierten die Bildungsberaterinnen Heike Schierbaum und Angelika Czajor.