
- Pergamon-Altar - Karl Motzet
Die Sonderausstellung
Die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin präsentiert von Oktober 2011 bis Oktober 2012 auf einer Gesamtfläche von 4000 Quadratmetern rund 450 zum größten Teil bisher noch nie gezeigte Exponate aus der antiken Stadt Pergamon. Dazu kommen zahlreiche Leihgaben aus deutschen und internationalen Museen wie z.B. aus Kopenhagen, Paris, Rom und Neapel. Außerdem wurde der nur bruchstückhaft vorhandene Fries des Pergamon-Altars für die Sonderschau ergänzt. Eine Vielzahl an Skulpturen, Mosaiken und Keramiken geben einen anschaulichen Überblick über das Leben in der antiken Stadt.
Die Hauptattraktion ist das in einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit mit dem Berliner Panoramakünstler Yadegar Asisi entstandene 360o Panoramabild der antiken Stadt Pergamon, die in ihren Hochzeiten rund 200.000 Einwohner zählte. Hier wird dem Besucher vor dem Eingang zum Pergamonmuseum in einer eigens errichteten Rotunde auf rund 25 Metern Höhe ein einmaliger Überblick auf den Burgberg im Jahr 129 v. Chr. präsentiert. Auf 103 mal 24 Metern hat der Künstler den antiken Alltag an einem Frühlingstag des Jahres 129 vor Christus in Pergamon rekonstruiert. Detailgetreu wurden tausende Bewohner der Stadt sowie unter anderem auch Häuser, streunende Katzen und Berge in die Rundumsicht eingebaut. Mit Hilfe modernster Technik hat der Künstler an der Ausgrabungsstätte in der heutigen Türkei das gesamte Gelände rund um das ehemalige Pergamon fotografiert und am Computer rekonstruiert und zeigt so das alltägliche Leben zu Zeiten Kaiser Hadrians. Die eindrucksvollen Rundumbilder werden durch einen Klangteppich, der das Leben nachempfindet, und durch die Hintergrundmusik des Filmkomponisten Eric Babak, unvergesslich.
Das Pergamon–Museum
Mit jährlich weit über eine Million Besucher ist das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel Berlin das meistbesuchte Museum Deutschlands. Es wurde in den Jahren 1910 bis 1930 nach den Plänen Alfred Messels durch Ludwig Hoffmann errichtet und 1930 eröffnet. Es beherbergt drei Museen: die Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst. Das wohl bekannteste Museumsstück ist die eindrucksvolle Rekonstruktion des Pergamonaltars, der vermutlich Zeus und der Athene geweiht war („Zeusaltar“).
Pergamon – Residenz mächtiger Könige
Die antike griechische Stadt Pergamon, gelegen an der Westküste Kleinasiens in der heutigen Türkei, war im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. die Hauptstadt des mächtigen Pergamenischen Reiches und ein blühendes Zentrum griechischer Kunst und Kultur. Zwar lässt sich die Besiedelung bereits in archaischer Zeit anhand von unvollständigen Fundstücken aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. nachweisen. Erstmals erwähnt wird Pergamon in den Jahren 400/399 v. Chr. Aber erst im 3. bis 2. Jahrhundert v. Chr. bauten die Könige von Pergamon ihre Residenz nach dem Vorbild Athens zu einer glanzvollen Metropole aus und schufen prachtvolle Paläste, Tempel und Heiligtümer. In späterer Zeit verlor die Stadt wieder an Bedeutung und Einfluss und war im Mittelalter nur noch eine kleine Provinzstadt.
Die Grabungsgeschichte
Die ersten Berichte über das antike Pergamon liegen ab dem 13. Jahrhundert vor. Die deutschen Ausgrabungen wurden von den Königlichen Museen zu Berlin in den Jahren von 1878 bis 1886 begonnen. Unter dem deutschen Ingenieur Carl Humann wurden auf dem Burgberg große Friesplatten entdeckt und im Laufe der Jahre das Fundament des Pergamonaltars freigelegt und fast die gesamte Oberstadt mit Palästen, Athenaheiligtum, Trajaneum, Theater und Markt erforscht. Alle Arbeiten wurden mit Genehmigung der osmanischen Regierung durchgeführt und die Funde der ersten beiden Grabungen vollständig und die Funde der dritten Grabung partiell dem Berliner Museum überlassen. So gelangte vor allem der Pergamonaltar nach Berlin.
Die Museumsinsel Berlin
Zwischen Spree und Kupfergraben liegt die Museumsinsel mit ihren fünf Gebäuden: Altes Museum, Neues Museum, Alte Nationalgalerie, Bode-Museum und Pergamon-Museum. Das Pergamon-Museum ist also eingegliedert in die großartige Museumsinsel Berlin, die 1999 von der UNESCO zum Welterbe ernannt wurde. Das über einhundert Jahre gewachsene Gesamtkunstwerk wurde im Zweiten Weltkrieg erheblich beschädigt und es erfolgte eine Trennung der reichen Sammlung in Ost und West. Nach dem Fall der Mauer wurde in einem Masterplan die Zusammenführung und Neuordnung sowie die notwendigen Baumaßnahmen der einzelnen Museen vorangetrieben. 2001 konnte die Alte Nationalgalerie glanzvoll wiedereröffnet werden, 2006 folgte die Sanierung des Bode-Museums, 2009 die Sanierung des Neuen Museums. Inzwischen sind auch das Pergamon-Museum und das Alte Museum, Schinkels Meisterwerk, wieder restauriert. Allerdings werden Ende 1013 nochmals umfangreiche Arbeiten zur Sanierung und Erneuerung des Pergamon-Museums in Angriff genommen.
Der besondere Tipp
Aktuelle Öffnungszeiten und Preise sind unter www.smb.museum zu finden.
Quellen:
- museumsportal-berlin.de
- pergamon-panorama.de
- Reiseführer Berlin, DuMont
- Museumsfleyer
