Pergamonmuseum Berlin

Das jüngste und meistbesuchte Haus auf der Museumsinsel in Berlin

Das Berliner Pergamonmuseum ist ein Publikumsmagnet. Das Haus bietet einzigartige Denkmale antiker Architektur.

Das Pergamonmuseum ist das jüngste Haus im Museumsensemble auf der Berliner Museumsinsel und offensichtlich das attraktivste Museum in Berlin. Denn kein Haus zieht mehr Besucher an.

Wilhelm von Bode erarbeitete das Konzept für das Haus. 1907 begann Alfred Messel mit der Planung des Baus. 1910 war Baubeginn. Aber erst 1930 war das Gebäude in seinen wesentlichen Teilen fertig und konnte für museale Zwecke genutzt werden.

Die Baugeschichte des Pergamonmuseums

An der Stelle des Pergamonmuseum stand ein seit 1901 genutzter Museumsbau mit einem Bild von Carl Humann, dem Entdecker Pergamons. Im Lichthof dieses Museumsbaus standen Architekturzeugnisse aus Pergamon.

Dieser Bau stand gerade 10 Jahre. Da entsprach er schon nicht mehr den Anforderungen. So erarbeitete Wilhelm von Bode ein Konzept für ein neues Haus an dieser Stelle. 1907 begann Alfred Messel mit der Planung des Neubaus und 1908 wurde der Vorgängerbau abgerissen. 1910 war Baubeginn, nun unter der Leitung des Berliner Baustadtrat Ludwig Hoffmann, da der Architekt Alfred Messel 1909 starb.

Gebaut wurde das neue Haus für den von Carl Humann entdeckten Pergamonaltar, eine Gemälde- und Skulpturengalerie, die Vorderasiatische Sammlung sowie die Sammlung Islamischer Kunst. Der Erste Weltkrieg, die Revolution 1918 und die Inflation 1922/1923 kamen und die Kassen der Stadt Berlin waren leer. Der Bau des Pergamonmuseums wurde auf bessere Zeiten verschoben. 1930 war die Dreiflügelanlage im Wesentlichen fertig. Nicht ausgeführt wurden die geplante Kolonnadenhalle am Kupfergraben und der zwischen dem Neuen Museum und dem Kupfergraben vorgesehene Flügel für das Ägyptische Museum. Vier Museen hatten endlich wieder eigene Räume.

Im Zweiten Weltkrieg erhielt das Pergamonmuseum schwere Bombentreffer. Viele Ausstellungsstücke wurden ausgelagert oder zum Schutz eingemauert. Ein großer Teil der der noch vorhandenen Exponate wurde nach 1945 in die UdSSR verbracht. Diese Bestände wurden 1958 teilweise an die DDR zurück gegeben. Der Pergamon-Altar konnte danach wieder aufgebaut werden.

Im Pergamonmuseum wurden nach 1958 die Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum, das Islamische Museum, die Ostasiatische Abteilung und das Museum für deutsche Volkskunde untergebracht. Die Ostasiatische Sammlung und die Bestände des Museums für Deutsche Volkskunde wurden nach der Wiedervereinigung am Standort Dahlem der Staatlichen Museen Berlin mit ihren Parallelabteilungen vereinigt.

Nun steht mal wieder eine umfassende Sanierung an. Im Rahmen des Masterplans Museumsinsel wird das Pergamonmuseum nun der Leitung des Architekturbüros Oswald Mathias Ungers abschnittsweise saniert. Das ist kein ganz einfaches Vorhaben, da möglichst große Teile des Hauses auch während der Arbeiten für das Publikum offen gehalten werden sollen. Im Rahmen des Masterplans ist auch daran gedacht, die ursprünglich geplante Kolonnade am Kupfergraben nun in anderer Form als zusätzliche Ausstellungsfläche zu errichten.

Derzeitige Nutzung des Pergamonmuseums

Derzeit ist das Pergamonmuseum die Heimstatt für drei Sammlungen im Verbund der Staatlichen Museen Berlin: Antikensammlung, Museum für Islamische Kunst und Vorderasiatischen Museums sind hier untergebracht. Die Attraktion des Hauses sind die Beispiele antiker Architektur. Darunter sind Exponate, die zu den Weltwundern der Antike gehörten. Die bekanntesten Ausstellungsstücke sind:

  • Pergamonaltar
  • Markttor von Milet
  • Ischtar-Tor mit der Prozessionsstraße von Babylon
  • Mschatta-Fassade

Das Pergamonmuseum zählt inzwischen rund 1 Million Besucher pro Jahr. Damit ist es meistbesuchte Museum in Berlin. Und kein anderes Kunstmuseum in Deutschland erreicht diesen Zuspruch. So schön diese Besucherzahlen sind, so haben sie leider auch einen Nachteil. Es ist wohl das Museum mit dem höchsten Lärmpegel in den Besucherräumen weit und breit.

Aktuelle Ausstellungen

Im Sommer 2008 gibt es im Pergamonmuseum die einzigartige Sonderausstellung „Babylon. Mythos und Wahrheit“.