
- Dareios auf der Flucht bei der Schlacht gegen Alexander - nicht bekannt
Persien erstreckte sich auf dem Höhepunkt seiner Macht auf über vier Millionen Quadratkilometer. Die damalige Weltmacht hatte Babylon, Susa sowie das große Ägypten unterworfen. Die Zentren der Macht Persiens verteilten sich auf die Palaststädte Pasargadae und Persepolis. Im Kampf bewährte Soldaten die für damalige Zeiten mit modernsten Waffen ausgestattet waren, Kriegselefanten sowie die tödlichen Sichelwagen machten es möglich, eine scheinbar unveränderte Weltordnung über zwei Jahrhunderte Aufrecht zu erhalten. Doch nicht nur aus militärischer Sicht galt Persien als modern. Auch die Verwaltung war so fortschrittlich, das man erst heute ihren genauen Aufbau zu verstehen beginnt.
Glanz und Glorie
Dareios III. ( 380-330 v. Chr.) war der letzte Herrscher Persiens und Nachfolger mächtiger Könige, die weit vor ihm das Reich geführt und aufgebaut hatten. Jahrhunderte hatte es allen Feinden und Herausforderungen getrotzt. In der Hauptstadt Persepolis, waren unsagbare Reichtümer angehäuft. Der Thronsaal Dareios III. strotzte vor Luxus und war ein wahrer Prachtbau. Hundert Meter maß die Königliche Halle in der Länge, mit gewaltigen Decken die zwanzig Meter hoch waren und auf Säulen ruhten. Der Palast diente als Symbol der Macht Persiens
Die hervorragende Infrastruktur und das kostbare Wasser das durch Aufwändig angelegte Kanäle durch das ganze Reich auf fruchtbare Felder geleitet wurde, war ein weiterer Schlüssel zum Reichtum Persiens. Zwar herrschten damals andere Klimabedingungen, dennoch kann man heute nur über die Leistung der antiken Baumeister staunen. Ihnen war es gelungen durch bauen der Bewässerungsanlagen, blühende Gärten im Persischen Reich zu unterhalten.
Der Anfang vom Ende
Das Ende für das persische Reich kam aus dem Westen. Der makedonische König Phillip II (359-336 v. Chr.) schaffte, was keiner vor ihm erreicht hatte. Zweimal waren die Perser bereits in der Vergangenheit in Griechenland eingefallen und hatten für große Verluste, vor allem unter der Zivilbevölkerung, gesorgt. Phillip gelang es 337 v. Chr. eine Allianz, den Korinthischen Bund, zu gründen. Der Bund war eine Organisation der zuvor verfeindeten griechischen Staaten und Stadtstaaten, deren Anführer Phillip II. nun war. Bereits im selben Jahr erklärte die Organisation dem persischen Reich den Krieg. Erste Angriffe gegen die Perser an der kleinasiatischen Küste brachten erste kleine Erfolge. König Phillip reiste inzwischen zu den Festspielen von Aigai. Dort geschah jedoch etwas unerwartetes. Einer seiner Leibgardisten stach Phillip nieder. Der makedonische König war sofort tot. Sein Sohn Alexander der Große, der ebenfalls den Festspielen beiwohnte,konnte die Tat nicht verhindern. Unklar ist bis heute wer den Mörder beauftragt hatte.
Nach diesem gewaltsamen Tod des Vaters, ergriff Alexander die Macht. Als neuer König und Anführer des Korinthischen Bundes führte der junge Herrscher bereits im ersten Jahr seiner Amtszeit, Feldzüge gegen Aufständische Stämme in seinem Reich. Hier bewies er sein militärisches Geschick. Sein großes Ziel lag jedoch darin, das zu ende zu bringen, was sein Vater König Phillip begonnen hatte - der Feldzug gegen das persische Reich.
Entscheidungsschlacht, Flucht und Untergang
Die Herrscher Dareios III. und Alexander der Große, standen sich bei Issos mit ihren Heeren gegenüber. Über 30 000 Makedonier, darunter 5000 Kavalleristen. Auf persischer Seite 600 000 Soldaten. Alexander führte ein Täuschungsmanöver durch. Er lenkte seine Elite-Kavallerie nach rechts, worauf hin die persischen Reiter in dieselbe Richtung folgten. Dann lenkte er schnell um wobei eine Lücke in den Persischen Reihen entstand. Mit unglaublicher Kraft und Entschlossenheit drängten die Elite Truppen die persische Front zurück und brachen durch die Fußsoldaten auf Dareios und seine Leibgarde zu. Zur gleichen Zeit drang ein Teil der Fußtruppen Alexanders von hinten zu den persischen Soldaten durch und verwickelte sie in harte Kämpfe. Derart bedrängt entschloss sich Daraios, trotz seiner zahlenmäßigen Überlegenheit, zur Flucht. Ohne ihren Feldherrn waren die persischen Truppen zum Rückzug gezwungen. Auf ihrer Flucht wurden sie von Alexanders Heer niedergemetzelt. Der persische Herrscher hatte sich in die Defensive drängen lassen und so seine Chance vertan. Eine zweite sollte er nicht bekommen. Nach seinem Sieg, nahm Alexander alle Schätze und den Harem des Perserkönigs an sich. Auch die Familie Daraios befand sich nun in seiner Gefangenschaft.
Am 1.Oktober 331 v. Chr. wurde der Untergang des persischen Reiches in Gaugamela besiegelt. Dareios hatte sich wie schon bei der Schlacht in Issos, zentral unter seinen Truppen, geschützt von seiner Leibgarde, positioniert. Vermutlich lag seine Strategie darin, mit seiner zahlenmäßig überlegenen Reiterei das kleine Heer Alexanders von außen zu umfassen und zu vernichten. Alexander hingegen befand sich an der rechten Seite seiner Truppen, an der Spitze seiner makedonischen Kavallerie. Wie bereits in Issos begann die Schlacht mit dem Täuschungsschwenk der Truppen Alexanders. Angesichts dieses Manövers, wartete Dareios vermutlich zu lange und fällte dann eine folgen schwere Entscheidung. Mit seinen stärksten Truppen, der Kavallerie, wollte Dareios Alexander zurück auf den Kampfplatz zwingen um eine Niederlage wie in Issos zu verhindern. So ließ er seine Reiterei der Kavallerie Alexanders nachsetzen und schickte seine Sichelwagen gegen die Fußtruppen des Makedonischen Königs. Der persische Herrscher hatte somit seine Front in der Mitte aufgerissen. Wie in Issos, drängten die makedonischen Soldaten durch diese Lücke auf Dareios zu. Angesichts dieser Bedrohung, ließ Dareios seinen Streitwagen umlenken und ergriff die Flucht, obwohl die Schlacht noch nicht verloren war. Ohne ihren Heerführer waren die persischen Truppen entmutigt und wurden von den Makedonen mit gewaltigen Verlusten niedergerungen. Die letzte Armee des persischen Reiches ging in Gaugamela zu Grunde. Die Entscheidung des persischen Herrschers zur Flucht, bleibt bis heute ein Rätsel. Das Ende des persischen Reiches war besiegelt. 330 v. Chr. wurde Dareios III. in den persischen Bergen von zwei seiner Gefolgsleute ermordet, als er versuchte neue Truppen zu rekrutieren. Mit Dareios III. ging auch das persische Großreich unter. Ohne den Herrscher auf seinem Thron, starb auch die letzte Hoffnung und das Reich brach auseinander.
Quelle: Hans - Christian Huf / Imperium (Buch)
