
- Erfolgskurve - Fotolia / Raven
Wird der Wandel einmal unter wirtschaftlichen Eigenschaften betrachtet, so ist festzustellen, dass dieser in Form von Veränderungen der Bedürfnisse, Märkte, Produkte, Verfahren vorkommt und mittlerweile als alltäglich wahrgenommen werden kann. Globalisierung, technologischer und struktureller Wandel bringen Bewegung in Unternehmen und Organisationen. Durch den Übergang vom Industrie- zum Informationszeitalter reicht es nicht mehr aus, der Schnellste oder Beste am globalen Markt zu sein. Es gehören dazu auch immaterielle Werte, wie Kundenloyalität, Mitarbeiter Know-how, Prozessfähigkeiten, emotionale Intelligenz dazu. Vernachlässigt wird häufig die Tatsache, dass zum Unternehmensergebnis nicht nur die Personalkosten einen Beitrag leisten, sondern auch der Personalertrag eine gravierende Rolle spielt.
Veränderungen im Führungsverhalten
Führungskräfte müssen Änderungen des Bewusstseins der unternehmensinternen und -externen Umwelt wahrnehmen und ihr Führungsverhalten dementsprechend anpassen. Mitarbeiter vor 20 Jahren akzeptierten andere Führungsmethoden als heute, womit tradierte Führungskonzepte an Stellenwert verlieren. Somit müssen veraltete Formen der Führung aufgegeben werden. Die Realisierung des Unternehmenserhalts ist daher zu einem großen Teil auch vom produktiven Verhalten der Mitarbeiter abhängig. Mehr denn je kommt den Anforderungen an Führungskräften, in Zeiten gravierender und einschneidender Veränderungsprozesse in Wirtschaft, Gesellschaft und Technologie, eine entscheidende Bedeutung zu. Hierbei sind unternehmerisches Handeln in dezentralen Strukturen, globale Orientierung, ein permanenter Veränderungsdruck sowie eine adäquate Mitarbeiterführung die Herausforderungen, die an die Führungskräfte gestellt werden. Schlagwörter wie Beweglichkeit, Lernfähigkeit sowie Innovationsbereitschaft müssen von Führungskräften gelebt werden, um in Zeiten des permanenten Wandels erfolgreich zu sein.
Umdenken für die Führungskräfte
Gerade von den Führungskräften erfordert das ein radikales Umdenken ihrer Einstellung und ihres Verhaltens. Gute Fachkompetenz reicht heutzutage nicht mehr aus, um diesen geänderten Anforderungen an Führung gerecht zu werden. Denn gerade Führungskräfte müssen in der Lage sein, flexibel auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen einzugehen und vorausschauend zu agieren, um diesen sich durch den Strukturwandel ändernden Anforderungen gerecht zu werden. Dadurch kann die Sicherung einer dauerhaften Unternehmensentwicklung unterstützt werden. Die souveräne Führungskraft kann die eigene Begeisterung auf andere übertragen, gewinnt die Menschen für Veränderungen, kann kommunizieren, Komplexität ertragen und Prozesse steuern. Und: Sie ist Vorbild.
Gerade in schwierigen Zeiten geht es darum, kurzfristig zu überleben und das Unternehmen für den nächsten Aufschwung vorzubereiten. Der Fokus liegt daher auf kurzfristiger und nachhaltiger Ergebnisverbesserung. Eine Führungsmaxime von Jack Welch, dem früheren CEO von General Electric, lautete: "Change before you have to". Ändere dich, bevor du gezwungen bist, dich zu ändern. Führungskräfte sollten immer bereit sein, rechtzeitig ihre Komfortzone zu verlassen und sich mit Phantasie und Professionalität neuen, erfolgsversprechenden Aufgaben zuzuwenden.
Anforderungen an die Führungskräfte
Besonders erhöhte Anforderungen an die Führungskräfte sind:
Kommunikation, gerade in unsicheren Zeiten sollte durch eine gezielte und umfassende interne Kommunikation soweit wie möglich Unsicherheiten vorgebeugt und Zuversicht ausgestrahlt werden. Wer in Forschung und Entwicklung, sowie der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter investiert, erhöht die Chancen auf nachhaltiges Wachstum. Eine erweiterte Produktvielfalt und ein neues oder erweitertes Know-how der Mitarbeiter, steigert auf der einen Seite die Zufriedenheit und senkt somit die Fluktuation und fördert die Motivation der Mitarbeiter, auf der anderen Seite steigt durch den Mehrwert die Kundenzufriedenheit und somit auch die Kundenbindung.
Förderung der Unternehmenskultur, indem Werte gelebt und vorgelebt werden. Hans H. Hinterhuber sieht hier "eine Umdenke in dem radikalen Stellenabbau, da dieser zwar kurzfristig die Bilanz saniert, langfristig aber die Führungskultur ruiniert". Dennoch haben sich die grundlegenden Führungsanforderungen nicht geändert, nur dahingehend erweitert, dass Führungskräfte sich um das ganzheitliche Wohlbefinden der Mitarbeiter kümmern und somit glücklichere Mitarbeiter bekommen, die eine höhere Leistung bringen, proaktiv arbeiten und auch „Outside the Box“ denken.
Was macht erfolgreiche Unternehmen erfolgreich?
Der Unterschied zwischen erfolgreichen und erfolglosen Unternehmen kann an verborgenen Ressourcen (Zufriedenheit am Arbeitsplatz, Qualität der Beziehungen am Arbeitsplatz) und an unsichtbaren Produktionsfaktoren (wie Innovation/Produktivität) ausgemacht werden. Die Wahl des Führungsstils hängt von vielen Determinanten ab und kann von Branche zu Branche oder Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein. Kernkompetenz der Unternehmung, Unternehmenskultur und Kundenorientierung sind in diesem Zusammenhang drei große betriebswirtschaftliche Schlagworte. Werden nun Maßnahmen zur Entwicklung der Kernkompetenzen festgelegt, so sind diese an den veränderten Situationen auszurichten. Dies bedeutet, dass neben der Vermittlung von Wissen und tätigkeitsspezifischer Fertigkeiten nun auch zusätzliche Kompetenzen gefragt sind, die zur allgemeinen Veränderungsfähigkeit der Mitarbeiter beitragen. Hierzu gehört die Fähigkeit vernetzt zu denken. Insbesondere überfachliche Kompetenzen kann die Fähigkeit, neue und innovative Lösungswege zu entwickeln, fördern. Das verlangt auch eine gewisse Zukunftsorientierung der Personalentwicklungsmaßnahmen, um gezielt das zu vermitteln, was mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit morgen gebraucht wird.
