Personalsuche im Ausland – eine besondere Herausforderung

Personalsuche - G. Müller
Personalsuche - G. Müller
Sie suchen Mitarbeiter für eine Ihrer ausländischen Niederlassungen oder Sie wollen ins Ausland expandieren? Dann finden Sie hier wertvolle Tipps.

Der Faktor Mensch rückt in den Mittelpunkt. Internationalisierung und Wettbewerbsdruck lassen die Anforderungen an Mitarbeiter stetig steigen. Fach- und Führungspersonal ist im Inland nicht immer zu finden. Bei Vakanzen im Ausland findet man nicht immer Deutsche, die dort arbeiten möchten. Grenzüberschreitende Personalsuchen – egal für welchen Standort – sind angesagt, Konzerne machen das längst. Internationale Suchprozesse gewinnen aber auch im Mittelstand an Bedeutung. Branchen, die häufig international suchen sind: Automobilindustrie, Maschinenbau, IT, HighTech, Chemie, Pharma und Konsumgüter sowie Handel und Tourismus.

Die Welt wächst zusammen

Verantwortungsbereiche umschließen in den Managementebenen der Unternehmen ganze Wirtschaftsräume, wie ganz Skandinavien, alle deutschsprachigen Länder oder auch Europa. Bei der Besetzung dieser Positionen ist nicht die Nationalität, sondern das richtige „Skillset“ entscheidend: Fachwissen, Sozialkompetenz und interkultureller Kompetenz.

Methoden der Personalsuche

Personalsuchmethoden sind:

  • Executive Search (auch Direct Search und Headhunting genannt),
  • Anzeigensuche (via Print- oder Onlinemedien, Stellenmärkte in Tages- und Fachzeitschriften und Jobbörsen im Internet) sowie
  • Suchen über das persönliche Netzwerk beziehungsweise Branchenkontakte (gezielte Ansprache möglicher Kandidaten über Empfehlungen).

Executive Search sowie Anzeigensuche über Print- oder Onlinemedien funktionieren auch international. Bei den Branchenkontakten wird es schon schwieriger – schön, wenn man welche hat.

Das Ganze hat aber nur Aussicht auf Erfolg,

  • wenn internationale Quellen und Medien bekannt und nutzbar sind,
  • wenn man der erforderlichen Sprache mächtig ist und
  • wenn man die länderspezifischen Anforderungen, die geltenden Normen und Verhaltensregeln kennt.

Können Sie die letzten drei Punkte zu 100% bejahen - für sich? Für Ihr Unternehmen? Für Ihre externen Berater? Fein, denn dann suchen Sie schon heute erfolgreich Personal auf internationaler Ebene.

In jeder Hinsicht - gute Mitarbeiter sind gefragt

Die Anforderungen an internationale Kandidaten sind sehr hoch. Neben den üblichen Qualifikationen sind gute Sprachkenntnisse, Mobilität und interkulturelle Kompetenz gefragt. Überdurchschnittliches Engagement wird vorausgesetzt. Die Fähigkeit, in internationalen Teams zu arbeiten, gewinnt zusehends an Bedeutung. Bei den meisten Unternehmen steht die fachliche Kompetenz noch stark im Vordergrund. Daneben sind jedoch interkulturelle und emphatische Fähigkeiten der Kandidaten entscheidend. Der Mitarbeiter muss sich flexibel und ohne Vorurteile auf lokale Regelsysteme und Gepflogenheiten einstellen. Nur kann er Kunden, Geschäftspartner, Kollegen und Mitarbeiter für sich gewinnen und langfristig zur Wertschöpfung des Unternehmens beitragen.

Lebensläufe – von Land zu Land verschieden

Die Beurteilung der Lebensläufe bei Kandidaten aus verschiedenen Ländern ist schwierig. Internationale Bildungssysteme sowie individuelle kulturelle Gegebenheiten in den einzelnen Ländern müssen bekannt sein. Das Layout und die Inhalte von Lebensläufen außerhalb des deutschsprachigen Sprachraums sind mit unseren nicht vergleichbar. In den USA und Großbritannien dürfen folgende Angaben nicht im Lebenslauf stehen: Alter, Familienstand, Herkunft. Auch ein Foto ist tabu. In China erwartet man genau diese Angaben und zusätzlich noch Aussagen zum Gesundheitszustand. Arbeitszeugnisse sind in fast allen anderen Ländern unbekannt. Referenzlisten sind dafür im Ausland üblich.

Auch beim persönlichen Gespräch gibt es landesspezifische Unterschiede

So ist zum Beispiel in China das Verhalten gegenüber dem Gesprächspartner immer zurückhaltend, abwartend reaktiv. Der Gesprächspartner darf niemals in seinen Ausführungen unterbrochen werden. Im Vordergrund des Gesprächs steht die Suche nach Gemeinsamkeiten. In Spanien wird die Einstellungsentscheidung häufig durch Persönlichkeitstests und biografische Fragebögen untermauert. Ungewöhnlich ist hier jedoch die Anzahl (bis zu sechs) der Bewerbungsgespräche. Unsere üblichen sehr direkten Fragetechniken können in mehreren anderen Kulturkreisen zu Störgefühlen und Verunsicherungen führen.

Gute Berater mit internationalen Netzwerken müssen helfen

Die weltweite Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften wird immer wichtiger. Eine Vielzahl von Unternehmen ist verfügt jedoch nicht über die Möglichkeiten der qualifizierten Beurteilung internationaler Kandidaten. Diese sind auf verlässliche externe Berater mit internationaler Anbindung angewiesen.

Der Markt verlangt viel

Unternehmen des 21. Jahrhunderts müssen noch flexibler, spontaner, kreativer und internationaler als bisher sein. Ihr Wachstum bestimmt sich durch die Menschen, die aktiv mit anpacken. Wenn Sie mit dem Wettbewerb mithalten möchten, müssen Sie sich auf den Kern Ihres Geschäfts konzentrieren – auf die kleine Prozentzahl von Mitarbeitern, die – egal wo sie auf der Welt für Sie arbeiten – mehr tun, als man von ihnen verlangt.

Mitarbeiter, die an ihre Grenzen und darüber hinausgehen, die Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern übertreffen. Das sind die Arbeitskräfte, die Sie brauchen. Das Pareto-Prinzip sagt: 20% der Mitarbeiter sind für 80% der Auswirkungen auf das Geschäft verantwortlich. Daraus lässt sich logischerweise schließen, dass Sie sich bei Ihrer Personalsuche auf diese 20%, also auf die Leistungsträger konzentrieren müssen - egal ob national oder international.

Literaturtipp:

Marion Festing, Peter Dowling, Wolfgang Weber, Allen D. Engle: Internationales Personalmanagement. Gabler 2010. Broschiertes Taschenbuch, 500 Seiten. Euro 36,95.

Quelle: eigener Vortrag anlässlich eines Wirtschaftskongresses

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