Pestizidbelastung von importiertem Obst und Gemüse

Pflanzenschutz mit Pestiziden - Rainer Sturm / pixelio.de
Pflanzenschutz mit Pestiziden - Rainer Sturm / pixelio.de
Das hessische Umweltministerium meldet, dass im Jahr 2009 hohe Belastungen mit Pestiziden bei importierten pflanzlichen Lebensmitteln festgestellt wurden.

Importiertes Gemüse weist zum Teil sehr starke Belastungen mit Pestiziden auf, so das hessische Umweltministerium in Wiesbaden in einer Pressemeldung. Als besonders belastet wurden bei Kontrollen am Flughafen Frankfurt im Jahr 2009 Koriander, Basilikum, Chilis, Okra, Gurken und Bohnen aus den Ländern Indien, Vietnam, Thailand, Jordanien, Türkei und Dominikanische Republik ermittelt.

Lebensmittelkontrolle am Flughafen Frankfurt

Beim Import über den Flughafen Frankfurt werden zur Einhaltung der Lebensmittelsicherheit Analysen durchgeführt, die Rückstande aus Pestiziden, also verschiedenen Pflanzenschutzmitteln, Belastungen mit Schimmelpilzen, Schwermetallen und Schädlinge nachweisen sollen. Werden bei der Analyse Belastungen über den in der Europäischen Union festgelegten Grenzwerten nachgewiesen, werden die betroffenen Lebensmittel aus dem Verkehr gezogen und vernichtet.

Nachweis von Belastungen bei Lebensmitteln

Rückstände von Pestiziden, die beim Anbau und der Herstellung von Lebensmitteln können über verschiedene Verfahren nachgewiesen werden. Pestizide sind Pflanzenschutzmittel wie Herbizide, die gegen Unkräuter eingesetzt werden, oder Insektizide, die einen Befall der Pflanzen mit schädlichen Insekten verhindern sollen. Ein Nachweis kann über die Gaschromatographie und über die Hochdruckflüssigkeitschromatographie erfolgen. Der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor führt auch Untersuchungen von Proben durch, die am Flughafen Frankfurt bei Importkontrollen von Lebensmitteln genommen wurden.

Grenzwerte für Pestizide in der Europäischen Union

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace weist darauf hin, dass die Grenzwerte für Pestizide in Lebensmitteln durch die Europäische Union in einer Verordnung aus dem Jahr 2008 hochgesetzt wurden. Die entsprechenden EU-Verordnungen sind auf der Webseite der Europäischen Union einsehbar. Greenpeace schätzt die festgelegten Grenzwerte als viel zu hoch ein und schließt gesundheitliche Schäden bei den Verbrauchern, insbesondere bei Kindern, nicht aus.

Ein von Greenpeace und GLOBAL (Friends of the Earth Austria) beauftragter, 112 Seiten umfassender Report aus demJahr 2008 fordert sogar darüber hinaus, nicht nur die Erhöhung der Grenzwerte zu unterlassen, sondern die alten Grenzwerte der EU zu senken. Nach dem Report sind sind Trauben, Birnen und Äpfel, aber auch Tomaten, Paprika und grüner Salat besonders belastet. Umfangreiche Tabellen zeigen die Belastungen der einzelnen Lebensmitteln mit kritischen Höchstmengen sowie die Wirkstoffe mit kritischen Höchstmengen. Diese Lebensmittel stammen auch aus EU-Mitgliedsländern wie Spanien, nicht nur aus Drittländern außerhalb der Europäischen Union. Der Report beinhaltet auch eine Bewertung des Gesundheitsrisikos durch die Rückstande an Pestiziden.

Was kann der Verbraucher tun?

Der Verbraucher kann letztlich nur eines tun: Lebensmittel aus dem heimischen, kontrolliert-biologischen Anbau nutzen und den Verzehr von importierten Lebensmitteln vermeiden. Es sollte möglichst Obst und Gemüse der Saison konsumiert werden. Exotische Früchte werden auch in Deutschland immer beliebter, bergen aber das Risiko einer hohen Belastung mit Schadstoffen und einer entsprechenden Schädigung der eigenen Gesundheit.

Quellennachweis:

Hessisches Ministerium für Umwelt: http://www.hmulv.hessen.de

Landesbetrieb Hessisches Landeslabor: http://www.lhl.hessen.de

Greenpeace: http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/umweltgifte/EU_Pestizidhoechstmengen270808_AT.pdf

Bildnachweis:

copyright: Rainer Sturm / pixelio.de

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