Peter V. Brett – Das Lied der Dunkelheit

Besprechung des ersten Fantasy-Buches der Dämonen-Trilogie

Peter Brett: Das Lied der Dunkelheit - Heyne-Verlag
Peter Brett: Das Lied der Dunkelheit - Heyne-Verlag
Rezension des Fantasy-Romans „Das Lied der Dunkelheit". Autor Peter V. Brett beginnt mit ihm seine Dämonen-Reihe um die jungen Helden Arlen, Leesha und Rojer.

„Das einzige, was wir fürchten müssen, ist die Furcht selbst.“ Die Botschaft hinter dem berühmten Zitat von Franklin D. Roosevelt haben die Menschen in der Fantasy-Welt Thesa vergessen. Im „Lied der Dunkelheit“ („The Painted Man“) von Peter V. Brett leben die Menschen in ständiger Angst. Jede Nacht steigen Dämonen aus der Unterwelt, dem Horc, empor und machen Jagd auf alles Lebendige. Der einzige Schutz vor ihnen besteht aus magischen Siegeln. Die Bannkreise sind jedoch auch zu einem Gefängnis für die Menschen geworden. Nur wenige trauen sich heraus, und der Kontakt zwischen den Siedlungen wird immer spärlicher. Die Angst vor den Dämonen hat die Menschen im Griff.

Das Lied der Dunkelheit" vertreibt Dämonen

Drei Kinder wollen aus diesem Teufelskreis ausbrechen. Arlen sucht nach Möglichkeiten, die Dämonen zu bekämpfen. Er will die uralten Kriegssiegel wiederentdecken, die Dämonen nicht nur abhalten, sondern töten können. Leesha will als Kräuterfrau Menschen retten, muss jedoch erkennen, dass sie gegen Lügen machtlos ist. Und Rojer lernt die Macht der Musik kennen. Sein Lied kann die Dunkelheit zwar bekämpfen, doch besiegen kann es sie nicht.

Ein Fantasy-Buch über Mut und Heldentum

Peter V. Brett (geboren 1973) hat mit dem „Lied der Dunkelheit“ ein überraschend fertiges und fesselndes Fantasy-Debüt hingelegt. Das Hauptmotiv – die Entwicklung jugendlicher Helden – ist zwar nicht sehr originell. Peter „Peat“ Brett gelingt es jedoch, das Motiv in eine spannende Handlung zu verpacken. Dabei spielt er mit den Urängsten der Menschen wie Angst vor der Dunkelheit, Angst um die eigene Familie und Angst davor, gejagt zu werden. Ein weiteres Motiv im „Lied der Dunkelheit“ ist die Hoffnung der Menschen auf die Wiederkehr eines Erlösers. Diesen Messiasglauben lehnen die Helden Arlen, Leesha und Rojer ab. Die Menschen müssen sich selbst retten und dürfen nicht auf die Hilfe eines Schöpfers warten, so die Botschaft. Peter V. Brett geht an keiner Stelle auf Distanz zu seinem Werk, vermeidet jede Anspielung darauf, dass es sich nur um eine Geschichte handelt. Auch dadurch entwickelt das Buch eine Sogkraft, die den Leser schnell den großen Umfang (knapp 800 Seiten) des Romans vergessen lässt. Im Gegensatz zu Patrick Rothfuss und seinem oft gelobten „Namen des Windes“ ufert die Geschichte zudem nicht aus.

"Lied der Dunkelheit" wird fortgesetzt

Brett scheint bereits ein festes Konzept für die Fortsetzungen seiner Dämonen-Reihe zu haben. Das Erscheinen von Band 2 im Original ist bereits angekündigt. In Großbritannien ist „The Desert Spear“ (der Wüstenspeer) im April 2010 erschienen. Der Titel der deutschen Ausgabe lautet „Das Flüstern der Nacht“ (ebenfalls bei Heyne). 2010 veröffentlichte der Verlag zudem einen Kurzgeschichtenband zur Dämonen-Reihe.

Peter V. Brett: Das Lied der Dunkelheit. Dämonen-Trilogie. Band 1. Heyne 2009. Klappenbroschur, 800 Seiten. Euro 15 (Österreich 15,50).

Jörn Käsebier - Bei Suite101.de betreute Jörn Käsebier zweieinhalb Jahre die Ressorts Wirtschaft & Geld sowie Sport als Redakteur, solange es ...

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