Pflanzenporträt: Die Venusfliegenfalle

Venusfliegenfalle - © Beate Hellvoigt y Junkert
Venusfliegenfalle - © Beate Hellvoigt y Junkert
Die Venusfliegenfalle ist wohl die bekannteste Fleischfressende Pflanze. Sie erfreut nicht nur Kinder mit ihrer makaberen Andersartigkeit.

Dionaea Muscipula – die Venusfliegenfalle – stammt ursprünglich aus Nord- und Süd Carolina, in Nordamerika. Ihr Name rührt von der griechischen Göttin Dione, der Mutter von Aphrodite her. Das Beiwort Muscipula stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt Mausefalle. Die Bezeichnung kann aber auch von dem Wort musca herrühren, das Fliege heißt. Ihr umgangssprachlicher Name Venusfliegenfalle bezieht sich auf die römische Göttin Venus, die in der griechischen Mythologie der Göttin Aphrodite entspricht.

Die Gattung Dionaea Muscipula zählt zu den Fleischfressenden Pflanzen, den Karnivoren. Sie unterteilt sich nicht in verschiedene Arten. Schon im 18. Jahrhundert war sie sehr beliebt, sogar der amerikanische Präsident, Thomas Jefferson soll ein Freund dieser Pflanzengattung gewesen sein. In der Natur ist sie lediglich in den Küstenregionen von North- und South Carolina beheimatet. Dort wächst sie bei hoher Luftfeuchtigkeit auf dauerfeuchtem, sandigem, nährstoffarmem Boden. Hier gibt es ganzjährig viel Niederschlag und kaum pflanzliche Konkurrenz um das Licht.

Das Fallensystem der Venusfliegenfalle

Dionaea Muscipula zählt zu den Fleischfressenden Pflanzen mit aktiven Fallen. Sie verfügt über sogenannte Klappfallen, welche sich in Sekundenbruchteilen schließen können. Der Klappmechanismus wird von kleinen, sehr empfindlichen Fühlhaaren an den Innenseiten der Klappfallen ausgelöst. Nektardrüsen und eine einladende Rotfärbung an den Innenseiten der Klappfallen dienen der Anlockung von Insekten. Der Reiz der Fühlhaare muss intensiv sein, sonst schließt sich die Falle nicht. Dadurch sollen eine unnötige Schließung und ein damit einhergehender sinnloser Kräfteverlust vermieden werden. Ein herabfallendes Blatt oder ein Windhauch können auf diese Weise von einem Insekt unterschieden werden. Außen an den Klappfallen befinden sich 14-20 Randzähne. Die Zähne der Klappfallenhälften greifen bei einer Schließung passend ineinander. Nach etwa der siebten Klappenschließung stirbt diese Klappe dann ab. Ein Impuls, ausgehend von den Fühlhaaren, veranlasst, dass die Klappfalle sich schließt. Es ist noch nicht abschließend geklärt, welche Abläufe genau in der Pflanze stattfinden. Es gibt aktuell Studien zu diesem Thema.

Neueste Studien zeigen auch, dass Venusfliegenfallen nur dann Insekten verdauen wollen, wenn sie ausreichend mit Wasser versorgt sind. Das Fangen und Verdauen der Insekten benötigt so viel Wasser und Energie, dass eine geschwächte Pflanze diesen Vorgang nur schwer überleben könnte. Da die Insekten nur eine Zusatzversorgung zu im Boden fehlenden Nährstoffen darstellen, sind sie nur sekundär notwendig. Die Venusfliegenfalle betreibt Photosynthese. Primär braucht sie eine gute Lichtquelle, um leben zu können. Sie benötigt nur keine nährstoffreichen Böden, um zu gedeihen. Deshalb ist es wichtig, eine Venusfliegenfalle mit Regenwasser oder destilliertem Wasser zu gießen. Mineralstoffreiches Leitungswasser würde die Pflanze mit einem Zuviel an Nährstoffen unweigerlich eingehen lassen. Venusfliegenfallen sollten beim Gießen nicht permanent übergossen oder mit Wasser benetzt werden.

Kultivierung von Venusfliegenfallen

Die Venusfliegenfalle sollte artgerecht in ein großes Behältnis (zum Beispiel ein Terrarium) oder in ein Freiland-Sumpfbeet gepflanzt werden. Im Freiland-Sumpfbeet kann sie ganzjährig verbleiben, wenn die Temperaturen nicht unter -12°C fallen. Dort stirbt sie im Winter oberirdisch ganz ab, treibt im Frühjahr aber wieder aus. Sie braucht ganzjährig einen sonnigen Standort. Nur wenn die Lichtquelle ergiebig genug ist, bildet die Pflanze den roten Lockfarbstoff auf den Innenseiten der Klappfallen.

Wird die Venusfliegenfalle in ein Behältnis gepflanzt, sollte das Substrat im Sommer dauerhaft feucht, aber ohne Staunässe sein. Als Substrat eignet sich Sphagnum-Moos, saurer Sand oder Weißtorf der mit Sphagnum-Moos und saurem Sand vermengt wurde. Außerdem ist eine hohe Luftfeuchtigkeit von Nöten, die in einem hohen Glasbehälter fern jeglicher Zentralheizungen am ehesten erreicht werden kann. Eine Winterruhe von 3-5 Monaten ist nötig. Zu dieser Zeit sollte die Pflanze bei Temperaturen von 2-10°C stehen. Der Boden ist in dieser Zeit weniger feucht.

Wie alle Fleischfressenden Pflanzen vermehrt sich die Venusfliegenfalle auch über das Ausbilden von Blüten, die befruchtet werden müssen. Damit bei der Befruchtung die Pollen transportierenden Insekten nicht versehentlich gefangen werden, befinden sich die kleinen weißen Blüten auf sehr hohen (etwa 30 Zentimeter) Blütenstielen, fern der Klappfallen. Blütezeit ist im Frühsommer. Befruchtete Blüten bilden Samen aus, über die sich die Pflanze vermehren kann.

Literaturnachweis: