Pflanzenporträt: Sarracenia-Pflanzen

Sarracenia - © Beate Hellvoigt y Junkert
Sarracenia - © Beate Hellvoigt y Junkert
Sarracenia ist eine Fleischfressende Pflanze mit schlauchförmigen Blättern und einem passiven Fangmechanismus.

Die Gattung der Fleischfressenden Pflanzen Sarracenia wird auch Trompetenblatt genannt. Sie zählt zu denjenigen Fleischfressenden Pflanzen, die einen passiven Fangmechanismus haben. Es sind Schlauchpflanzen, die einen Lockstoff produzieren, der Insekten in ihr Inneres lockt. Sarracenia ist in Nordamerika beheimatet. Dort wächst sie in Gebieten entlang der Ostküste. Sarracenia-Pflanzen siedeln sich besonders gern auf sauren, nährstoffarmen Böden an. Da auf diesen Böden kaum Pflanzen wachsen, ist Sarracenia nicht auf Konkurrenz eingestellt, also nicht wettbewerbsfähig. Das Sonnenlicht ist ihr Lebenselixier, Schatten verträgt sie weniger. Denn wie andere Grünpflanzen auch, betreibt sie Photosynthese. An natürlichen Standorten gedeihen verschiedene Sarracenia-Arten nebeneinander. Jede Art hat ihren eigenen Blütenlockstoff, der nur bestimmte Insekten anlockt. Dieser Blütenduft ist so spezifisch, dass keine Konkurrenz um die gleichen Insekten als Blütenbestäuber entsteht. Nur wenige Insekten fliegen mehrere Sarracenia-Arten an, so kommt es in der Natur kaum zu Hybriden.

Dr. M. S. Sarrazin brachte im 17. Jahrhundert einige lebende Sarracenia-Pflanzen aus dem kanadischen Quebec nach Europa. Ihm zu Ehren erhielt sie in Anlehnung an seinen Namen den Gattungsnamen Sarracenia. Im Jahr 1791 erkannte dann William Bartram, dass Sarracenia eine Fleischfressende Pflanze ist. Damals war allerdings noch nicht bekannt, wie der Mechanismus des Insektenfangens und -verdauens genau vor sich geht. Im oberen Drittel des Pflanzenschlauchs befinden sich viele Nektardrüsen, die dem Anlocken von Insekten dienen. In dieser Zone ist das Farbspiel der Pflanze auffällig ausgeprägt, was das Anlocken von Insekten unterstützt. Zudem befinden sich oben, im Inneren des Pflanzenschlauchs, feine, nach unten gerichtete Haare. Diese halten die in die Pflanze eingedrungenen Insekten fest und leiten sie weiter hinunter in den Pflanzenschlauch. Weiter im Inneren wird die Pflanzenwand sehr glatt – daher rührt auch die Bezeichnung Gleitfalle her. Die Insekten rutschen nun ausweglos in die Verdauungszone am Boden des Schlauches.

Sarracenia als Kulturpflanze

Im Idealfall werden Sarracenia-Pflanzen im Gewächshaus oder im Freilandsumpfbeet kultiviert. Sie benötigen ein Substrat aus reinem Torf oder eine Mischung aus Torf, Sand und Perliten etwa in einem Mischungsverhältnis 4:1:1. Zu intensive direkte Sonneneinstrahlung im Frühjahr und Sommer, besonders durch Glasscheiben, können die Pflanzen verbrennen, dennoch gedeihen sie am besten an einem sehr hellen Standort. In einer Freilandkultur kann Sarracenia ganzjährig eingepflanzt bleiben. Pflanzen in Töpfen oder Aquarien sollten im Winter einen Platz erhalten, an dem die Temperatur etwa 5-15°C beträgt. Eine Winterruhe ist für das Wohl der Pflanze notwendig. Jungpflanzen brauchen noch keine Winterruhe. Im Sommer kann die Pflanze Temperaturen um die 20-30°C gut vertragen. Auch wenn die Pflanze nicht zwangsläufig eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigt, genießt sie diese dennoch. In einem überproportional großen Gefäß (Tongefäße sind weniger geeignet) oder im Aquarium, können sie in Staunässe auch gut in der Wohnung gehalten werden.

Wie alle Fleischfressenden Pflanzen, die auch in der Natur auf kargen, nährstoffarmen Böden wachsen, darf auch Sarracenia nicht mit herkömmlichem Leitungswasser gegossen werden. Regenwasser eignet sich am besten als Gießwasser. In jedem Fall muss das Gießwasser sehr mineralstoffarm sein.

Die Gattung Sarracenia unterteilt sich weiter in verschiedene Arten. Die Standortbedingungen variieren leicht von Art zu Art. Es lohnt sich deshalb, herauszufinden, welche Art der Sarracenia-Pflanzen angeschafft werden soll und sich dann über ihre speziellen Bedürfnisse zu informieren. Wenn sich die Pflanze wohlfühlt und ihren Bedürfnissen entsprochen wird, treibt sie auch Blüten aus, die sich von Art zu Art in ihrem Erscheinungsbild unterscheiden.

Literaturnachweis:

  • Dr. Guido Braem, Fleischfressende Pflanzen, Augustus Verlag (München 2002).
  • Jean-Jaques Labat, Fleischfressende Pflanzen, Verlag Eugen Ulmer (Stuttgart 2003).
  • International Carnivorous Plant Society (26.09.2011).