Phosphat ist ein Mineralstoff, der in fast allen Lebensmittel enthalten ist. Auch in unserem Körper befindet sich Phosphat. Beim Erwachsenen befinden sich ca. 600 - 700g Phosphat im Körper. 85% davon allein in den Knochen und Zähnen. Ein bisschen findet man auch im Gewebe und im Blut.

Wozu brauche ich Phosphat?

Phosphat ist Bestandteil der Membranen. Das ist die Oberfläche auf einer Zelle, die Schutz bietet. Außerdem dient es als Puffer für den pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und bringt diesen ins Gleichgewicht.

Auch in allen Genen steckt es, deshalb enthalten auch alle Lebensmittel Phosphat. Am phosphatreichsten sind aber die eiweißreichen Lebensmittel, wie z.B.: Fleisch, Fisch, Geflügel, Milch und Milchprodukte, sowie Nüsse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Auch als Zusatzstoff findet man Phosphat oft wieder.

Welche Nahrungsmittel sind besonders phosphatreich?

  • Wurst mit Phosphatzusatz
  • Schmelzkäse, Kochkäse
  • Dosenmilch
  • Nüsse
  • Vollkornprodukte, Müsli
  • Hülsenfrüchte
  • Cola und Cola-Getränke
  • Backpulver

Woran erkenne ich, ob Phosphat zugesetzt wurde?

Die folgenden Kennzeichnungen weisen auf einen Phosphatzusatz hin. Diese finden Sie auch auf der Verpackung wieder oder können Sie bei Wurstprodukten bei Ihrem Metzger erfragen.

  • E338 Phosphorsäure
  • E339 Natriumphosphat
  • E340 Kaliumphosphat
  • E341 Calciumphosphat
  • E450 Diphosphat
  • E451 Triphosphat
  • E452 Polyphosphat
Phosphat dient oft als Stabilisator und wird bei machen Wurstsorten, z.B. Brüh- oder Bockwurst, dazu gegeben. In Cola-Getränken dient es als Säuerungsmittel. Durch die zusätzliche Beigabe steigt der Gehalt an Phosphat an.

Bedarf

Täglich nehmen wir rund 1200 mg oder mehr Phosphat mit der Nahrung zu uns. Kein Problem, denn die Niere scheidet einen Überschuss mit dem Urin wieder aus.

Phosphatproblem bei Nierenerkrankten

Problematisch wird der Mineralstoff bei Nierenerkrankten. Hier ist es besonders wichtig, die Phosphatzufuhr in der Nahrung nicht zu hoch werden zu lassen. Lässt die Funktion der Nieren nach, wird weniger ausgeschieden und das Phosphat bleibt im Blut zurück.

Warum ist zu viel Phosphat im Blut schädlich?

Steigt der Phosphatgehalt im Blut an, sinkt das Calcium automatisch ab. Um die Balance im Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, produziert die Nebenschilddrüse das Hormon Parathormon. Dieses fördert den Abbau von Calcium und Phosphat aus den Knochen und gibt es ins Blut ab. Folge ist, dass der Knochen nach und nach weiter abgebaut wird und an Stabilität verliert. Die nun sehr hohen Phosphat- und Calciumspiegel im Blut führen zu einer Verkalkung der Blutgefäße, es entsteht Arteriosklerose. Dies kann im schlimmsten Fall sogar zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Auch die Chancen auf eine Transplantation sinken.

Phosphatarme Ernährung

Patienten mit Niereninsuffizienz müssen auf den Phosphatgehalt in der Nahrung achten. Auf Lebensmittel, die Phosphatzusätze enthalten, sollte möglichst verzichten werden. Phosphatreichere Lebensmittel sollten seltener verzehrt werden. Dennoch ist es wichtig, nicht ganz auf sie zu verzichten, da sie meist viel hochwertiges Eiweiß liefern. Hier kommt es auf die richtige Auswahl an.

Statt Vollkornbrötchen, sollte lieber ein helles Brötchen auf den Tisch. Schmelzkäse kann durch Frischkäse ersetzt werden. Auch beim Backpulver kann man Phosphat sparen, wenn man Backpulver aus dem Reformhaus mit Weinstein verwendet. Um aber genau und individuell informiert zu sein, ist eine Ernährungsberatung angesagt.

Gibt es Medikamente gegen zu hohe Phosphatspiegel?

Um das Phosphat aus der Nahrung zu binden, gibt es sogenannte Phosphatbinder. Diese binden das Phosphat im Darm und es wird ausgeschieden. Dadurch wird die Aufnahme ins Blut verhindert und der Phosphatgehalt im Blut steigt nicht weiter an. Trotzdem sollte man mit der Nahrung nicht zu viel davon aufnehmen. So kann man möglichen Nebenwirkungen reduzieren und spart Medikamente. Wichtig ist auch die richtige Einnahme der Medikamente, diese müssen zusammen mit der Nahrung eingenommen werden, um ihre Wirkung richtig zu entfalten. Bitte sprechen Sie dafür mit ihrem behandelnden Arzt.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.