Pierre Culliford alias Peyo - Der Vater der Schlümpfe

Die Schlümpfe - Bernd Teuber
Die Schlümpfe - Bernd Teuber
Die blauen Wichte mit der eigentümlichen Sprache machten den belgischen Zeichner weltberühmt.

Peyo, mit bürgerlichem Namen Pierre Culliford, wurde am 25. Juni 1928 in Brüssel geboren. Er war der Schöpfer von Figuren wie "Johan et Pirlouit" (Johann und Pfiffikus) Und "Benoit Brisefer" (Benni Bärenstark). Zu allgemeiner Popularität gelangte er aber erst durch die "Schtroumpfs" (Schlümpfe), die in den 1970er Jahren eine regelrechte Flut von Merchandising-Produkten auslösten. Ihren ersten Auftritt hatten die blauen Wichte 1958 als Nebenfiguren in "Johan et Pirlouit". Ursprünglich sollte es auch bei diesem kurzen Gastspiel bleiben. Doch die Leser waren von den Figuren begeistert und wollten mehr. Ihre eigene Serie bekamen die "Schlümpfe" 1959 und wurden spätestens nach ihrer Verarbeitung zu TV-Zeichentrickfilmen zu allgegenwärtigen Kinderlieblingen.

Vom Trickfilm- zum Comiczeichner

Peyo begann seine Karriere im Trickfilmstudio CBA, wo er 1945 seine späteren Kollegen Morris, Franquin und Paape kennenlernte. Der baldige Konkurs des Studios ließ ihn seine Zukunft zunächst in der Werbung suchen, bevor er 1947 für die Tageszeitung "La Derniére Heure" mit "Johann und Pfiffikus" seine erste Comicserie entwickelte, die dann von 1950 bis 1952 in "Le Soir" fortgesetzt und schließlich im Comicmagazin "Spirou" veröffentlicht wurde. Dort erschienen auch die ersten eigenen Geschichten der "Schlümpfe", zunächst in Form kleiner Beilagen, ab 1963 dann im regulären Format. Ebenfalls für "Spirou" entstanden ab 1960 die Abenteuer um "Benni Bärenstark", einen kleinen Jungen mit Superkräften, die aber leider immer wieder durch einen Schnupfen aufgehoben werden. Weniger erfolgreich waren "Poussy" (Pussy) und "Pierrot et la lampe" (als Jimmy und die Zauberlampe in einem der Fix und Foxi-Jahrbücher).

Die Schlümpfe werden Fernseh- und Kino-Stars

Alle großen Serien Peyos wurden in Deutschland durch die Veröffentlichungen des Kauka-Verlags populär ud später durch Carlsen in Albenform neu aufgelegt. Bei der Vielzahl seiner Aktivitäten suchte sich Culliford für seine "Schlümpfe" schon früh Assistenten, darunter so bekannte Namen wie Will, Wasterlain, Derib und Leloup. Die Zeichnungen für "Benni Bärenstark" wurden ab dem dritten Album vollständig von Walthéry (Natascha) gefertigt.

Etwa zeitgleich mit dem Anlaufen ihrer eigenen Serie entstanden die ersten Kurzfilme, in denen die "Schlümpfe" die Hauptrolle spielten. Zum abendfüllenden Spielfilm "La Flûte á six Schtroumpfs" (Die Schlümpfe und die Zauberflöte) sollte es aber noch bis 1975 dauern. Dann ging es jedoch Schlag auf Schlag. Einige Jahre später wurde eine Fernsehserie auf der Basis von halbstündigen Episoden fertiggestellt, die vor allem auf den amerikanischen Markt zugeschnitten war, und dort auch heute noch zu den wenigen erfolgreichen europäischen Erzeugnissen zählt.

Peyo erlag am 24. Dezember 1992 in Brüssel einem Herzschlag. Mit ihm haben die europäischen Comics einen ihrer Meister verloren.

Quellen:

  • Wolfgang J. Fuchs: "Was schlumpft denn da? - Peyo und seine Schlümpfe" in: Comixene 23 (März/April 1979)
  • Joachim Kaps: "Die Figuren leben weiter - Peyos Welt nach Peyo" in: Comixene 55 (Oktober 1995)