Pilgern nach dem Wallfahrtsort Banneux in den belgischen Ardennen

Eingang zur Wallfahrtsstätte in Banneux - Pascal Witry
Eingang zur Wallfahrtsstätte in Banneux - Pascal Witry
Informationen, Tipps und Geschichte für Pilger zum Wallfahrtort Banneux in den belgischen Ardennen. Dort wird über mehrere Marienerscheinungen berichtet.

Kommt man als Pilger nach Banneux, so fallen einem zuerst die großen Parkplätze nahe der Pilgerstätte auf. Zahlreiche Wagen aus diversen Ländern stehen dort. Die massive Präsenz von Niederländern, Deutschen, Franzosen, Luxemburgern und Belgiern zeugt von der Beliebtheit des Pilgerortes. Entlang des Weges von den Parkplätzen bis zur Pilgerstätte werden Souvenirs angeboten. Geschäfte mit großen Auslagen bieten befüllbare Plastik-Madonnen, Kerzen, Karten, Bilder zum Aufhängen nebst weiteren Souvenirs an. Sieht der Pilger dieses Angebot, so stellt sich bei manchem Pilger ein zwiespältiges Gefühl ein. Das Ausmaß der Auslagen und die Anzahl der angebotenen Souvenirs hinterlassen unfreiwillig einen stark kommerziell geprägten Eindruck.

Betende Pilger an der Pilgerstätte

Eine Kapelle wurde an der Stelle gebaut, wo am 15. Januar 1933 ein Mädchen namens Mariette Béco die Madonna zum ersten Mal im Laufe einer abendlichen Erscheinung vom heimischen Fenster aus gesehen haben will. Gemäß den an Mariette Béco gerichteten Wunsch der Mutter Gottes wurde dort absichtlich nur eine kleine Kapelle gebaut. Im Innern der Kapelle, deren offene Front von Säulen flankiert wird, befindet sich ein Stein. Der Stein steht an der Stelle, wo Maria erschienen sein soll. Die mit Dankestafeln verzierte Wände und abgelegte Krücken in der Kapelle zeugen von der Dankbarkeit genesener Pilger. Über einem Altar befindet sich ein Gemälde, welches die Erscheinung Marias vor dem Mädchen Mariette Béco darstellt. Auf dem Bild umhüllt ein Strahlenkranz Maria. Im Innern drängen sich Pilger zum Gebet. Vor der Kapelle brennen Kerzen, versinken Gläubige im Gebet. Der Geist, die Atmosphäre, die in dem Pilgerort Banneux herrscht, ist jedoch eine andere Atmosphäre, als zum Beispiel in den Wallfahrtorten Lourdes oder Kevelaer. Lourdes ist größer, stärker besucht und von den Bauten her beeindruckender. Kevelaer wirkt offener, weiter und urbaner durch die Plätze um die Gnadenkapelle mit dem Bildchen. Banneux ist hingegen ruhiger, überschaubarer und stark von der Natur der Ardennen geprägt.

Diese Quelle gehört allen Nationen

Nahe der Kapelle fließt das Wasser einer Quelle, deren Nutzung auf die zweite Marien-Erscheinung von Banneux am 18. Januar 1933 zurück geht. Maria soll Mariette Béco zu der Quelle geführt und später gesagt haben: "Tauche deine Hände in das Wasser. Diese Quelle ist mir vorbehalten." Am 19. Januar 1933 soll Maria dann während der 3. Erscheinung Mariette Béco erklärt haben: "Diese Quelle ist allen Nationen vorbehalten. Um den Kranken Linderung zu bringen." Diese Aussagen sind heute auf an der Quellfassung angebrachten Tafeln zu lesen. Eine große Madonnenstatue steht oberhalb der Quellfassung. Dort stehen viele Zaphähne zum Abfüllen von Wasser aus der Quelle von Banneux. Pilger füllen hier Flaschen, Plastikmadonnen oder Kanister um Bekannten oder Familienmitgliedern Wasser aus Banneux mit zu bringen. Leidende nehmen oft für den Eigengebrauch Quellwasser mit nach Hause.

Gottesdienst in Banneux

Etwas abseits der Quelle und Kapelle stehen Bänke vor einem Altar. Hier werden Gottesdienste unter freiem Himmel abgehalten. Die Weite des Platzes erlaubt Rollstuhlfahrern und anderen Kranken die Teilnahme an den Gottesdiensten. Gottesdienste finden auch in der einige Schritte weiter gelegenen Kirche statt. Eine große Glasfront sorgt für angenehmes Licht im Kirchenraum. Der modern gestaltete Kirchenraum bietet einer größeren Anzahl von Pilgern Platz.