
- Skizze: Grauer Leistling - Cindy Marechal
Das Pilze sammeln im Spätsommer und Herbst ist eine der naturnahen Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Es gibt sechs Pfifferlingsarten, die In Deutschland heimisch sind. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Mykorrhizapilze. Sie leben in Symbiose mit Waldbäumen und tauschen dabei lebenswichtige Nährstoffe aus.
Pilz des Jahres 2012
Im Rahmen einer schon länger währenden Tradition zur Wahl von Organismen des Jahres wird seit 1994 der Pilz des Jahres gewählt. Dieser soll die Pilze im Allgemeinen wieder mehr ins Licht der Öffentlichkeit rücken, jährlich werden sie durch einen Stellvertreter aus ihren Reihen präsentiert. Nach der Schleiereule (Cortinarius praestans, 2010) und dem Roten Gitterling (Clathrus ruber Pers., 2011) kürte die Deutsche Gesellschaft für Mykologie den Grauen Leistling (Cantharellus cinereus) zum Pilz der Jahres 2012.
Der Graue Leistling (Cantharellus cinereus)
Beim Grauen Leistling handelt es sich um einen häufig unter Rotbuchen anzutreffenden Pilz mit einem braunen Stiel und einem trichterförmigen Hut. Dieser Hut besitzt an seiner Unterseite graue Leisten. Im Herbstlaub besonders schwer zu erkennen ist der Graue Leistling auf Grund seiner graubraunen Tarnfarben, daher ist er auch ein eher unscheinbarer Vertreter der Pilze. Der Graue Leistling ähnelt auf den ersten Blick der Herbstrompete, welche ebenfalls essbar ist, deren Hutunterseite jedoch glatt ist. Cantharellus cinereus ist zwar essbar, geschmacklich jedoch sehr mild und daher in der Küche kaum als aromatische Zutat sondern eher als massegebender Soßenbestandteil zu gebrauchen.
Bundesartenschutzverordnung: Sammeln für den Eigenbedarf erlaubt
Der mit dem Pfifferling verwandte Graue Leistling steht wie auch alle anderen Pfifferlingsarten der Gattung Cantharellus unter besonderem Schutz, der Bundesartenschutzverordnung. Obwohl der Graue Leistling deutschlandweit verbreitet ist, darf er nicht kommerziell genutzt werden und dürfte somit auch nicht in Restaurants oder im Handel erhältlich sein, dennoch auf dem Markt befindliche Ware ist oft osteuropäischer Herkunft. Das Sammeln des Pilzes für den Eigenbedarf ist allerdings als Ausnahme erlaubt.
Verzehrsempfehlungen für Wildpilze
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Verbrauchern, nicht mehr als 250 g Wildpilze wöchentlich zu verzehren. Der Grund für diese eingeschränkte Verzehrsempfehlung liegt in der nach Tschernobyl immer noch nachweisbaren Strahlenbelastung. Hinzu kommt, dass einige Pilzarten Schadstoffe wie Schwermetalle - zum Beispiel Cadmium und Quecksilber - anreichern. Außerdem ist es wichtig, die Pilze immer möglichst frisch zuzubereiten. Bei gekauften Wildpilzen sollte der Verbraucher darauf achten, dass sie durch den teilweise langen Transport nicht verdorben sind.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel den eines Arztes - nicht ersetzen kann!
Literatur:
aid Presseinformation: Pilz des Jahres 2012: Der Graue Leistling. Pressinformation Nr. 51/52 vom 21. Dezember 2012
food-monitor: Pilz des Jahres 2012 ist der Graue Leistling. Presseinformation food monitor vom 21.12.2011
food-monitor: Hauptsaison für Wildpilze: DGE gibt Tipps zu Steinpilzen, Pfifferlingen & Co. Presseinformation food monitor vom 4. Oktober 2011
