Pilze ganzjährig im eigenen Garten züchten

Pilzzucht auf Strohballen und Baumstamm

Selbst in der Wohnung gezüchtete Champignons - Pascal Witry
Selbst in der Wohnung gezüchtete Champignons - Pascal Witry
Tipps und Tricks um das ganze Jahr über zu Hause Speisepilze zu züchten. Die sehr einfache Zucht erfolgt auf abgeschnittenen Stücken von Baumstämmen oder auf Strohballen.

Wer den Genuss nach Safran duftender Speisepilze zu Wildgerichten oder Champignon-Omelett mag, muss nicht unbedingt im Herbst auf den Weiden und in den Wäldern stundenlang nach Pilzen suchen.

Pilze im eigenen Garten züchten als Hobby

Man kann stattdessen so beliebte Speisepilze wie Braunkappen-Champignon oder Austernpilze im eigenen Garten oder Obstgarten züchten. Im Winter kann die Pilzzucht in den eigenen Kellerräumen betrieben werden, wenn die Räume nicht zu kalt sind. Pilze brauchen im Gegensatz zu anderen Pflanzen kein Licht, wohl aber Wärme und Feuchtigkeit. Der Züchter verfügt somit das ganze Jahr über einen ausreichenden Vorrat an Pilzen zum Anrichten eines frischen Pilzgerichtes. Das Klima in unserer Region eignet sich von den Niederschlägen, Luftfeuchtigkeit und Temperatur her gut für die Pilzzucht im eigenen Garten.

Pilzbrut mit Myzel kaufen

Der Hobbygärtner kauft sich ein Päckchen Pilzbrutstäbchen im Fachhandel. Viele Gartencenter führen Pilzmyzel in verschiedenen Formen. Die aus dem Myzel der Pilze bestehenden Stäbchen sind im übertragenen Sinn der Samen für die späteren Pilze. Die Palette reicht von Steinkappen, über die bekannten Champignons, Shitake-Pilze, Seitlingen bis hin zu Austernpilzen.

Pilzzucht auf Baumstamm

Züchtet man diese Pilze auf Holz, so müssen bis zu maximal einem Meter lange abgeschnittene Stämme von Laubhölzern besorgt werden. Stämme von Obstbäumen eignen sich je nach Pilzart auch sehr gut zur Zucht. Die zurecht geschnittenen Stämme dürfen jedoch höchstens vor sechs Monaten gefällt worden sein, sonst ist das Holz zu alt. Nach Auswahl von - idealerweise etwa einem halben Meter hohen und zwischen zehn bis 50 Zentimeter dicken Stämmen - werden mit einer Bohrmaschine mehrere Löcher in deren Holz gebohrt. Die Löcher sollten etwa von Durchmesser und Tiefe genau der Größe der Pilzbrutstäbchen entsprechen, mit denen sie anschließend beimpft werden. Die Löcher in den Stämmen werden mit Lehm oder ähnlichen Materialien zugeschmiert, damit das Pilzmyzel vor schädlichen Umwelteinflüssen und Ungeziefer geschützt ist.

Pilzbrut und Weichholzstamm

Der Stamm wird nun im Garten an geschützter Stelle aufgestellt. Die Nähe von Hecken bietet einen gewissen Schutz vor allzu großer Kälte und Wind. Der mit der Pilzbrut geimpfte Stamm muss aber besonders in den ersten Wochen hin und wieder kurz mit Wasser begossen werden, damit das Holz nicht zu trocken wird. Wer Weichholzstämme mit Pilzbrut geimpft hat, kann meist schon nach drei Monaten beobachten, wie erste Pilze am Stamm erscheinen.

Pilze züchten auf Strohballen

Es gibt es noch eine andere einfache und bewährte Methode der Pilzzucht, nämlich Pilze auf Strohballen zu züchten. Diese Methode ist jedoch weniger empfehlenswert, da Strohballen-Kulturen im Gegensatz zu der Baumstamm-Methode schneller verwesen und intensivere Betreuung benötigen. Die mit Pilzen beimpften Baumstämme und Strohballen bringen auch in dunklen Kellerräumen mehrmals hintereinander Speisepilze hervor, und zwar ganzjährig.