
- Pilze selber sammeln - Parasole - Maja Dumat / pixelio.de
Ein altes Sprichwort sagt: „ Es gibt alte Genießer von Pilzen und gefährlichen Pilze; was man aber nicht findet, sind alte Genießer von gefährlichen Pilzen.“
Wie man alles richtig macht beim Sammeln von Pilzen und was man tun muss, wenn es doch zu einer Pilzvergiftung kommt, können Sie hier nachlesen.
Sicherheit geht über alles – was man beim Pilze sammeln beachten sollte
- Pilze sollten nicht in der Nähe von Industrieanlagen gesammelt werden, da sie Schadstoffe aus der Umgebung anreichern. Im Umkreis von 300 Metern rund um verkehrsreiche Orte lässt sich eine erhöhte Bleikonzentration im Boden feststellen. Dieses giftige Schwermetall reichert sich in Pilzen stärker an als in Pflanzen. Allerdings ist die Bleibelastung in den letzten Jahren zurückgegangen (durch die Verwendung von bleifreiem Benzin).
- Landwirtschaftliche Nutzflächen werden gewöhnlich mit verschiedenen Pestiziden behandelt, die auch die umliegenden Böden belasten können. In der Nähe von chemischen Industrien, ist besonders die Anreicherung von Kadmium ein Problem. Auch das Sammeln in der Nähe von Mülldeponien und Müllverbrennungsanlagen sollte man besser unterlassen.
- Pilze sollten immer mit einem Messer abgeschnitten werden, einschließlich der Scheide oder Knolle. Genau diese Teile sind für die Bestimmung des Pilzes wichtig. Werden die Pilze einfach nur aus dem Boden gezogen, anstatt sie abzuschneiden, kann das unter der Erde befindliche Pilzgeflecht (Myzel) beschädigt werden. Dadurch wird die Bildung neuer Pilze verhindert.
- Um zu vermeiden, dass die eventuell vorhandenen Myzelien beschädigt werden, sollte man bei der Pilzsuche niemals die obere Humusschicht verletzen.
- Sehr reife Pilze, die von Insekten angefressen wurden oder irgendein Anzeichen von Zersetzung aufweisen, nicht sammeln. In diesem Zustand kann bereits eine Eiweißzersetzung stattgefunden haben, die dann zu einer Lebensmittelvergiftung führt.
- Um die gesammelten Pilze zu transportieren, sollte ein Weidenkorb verwendet werden. In Plastiktüten oder Leinenbeuteln werden Pilze leicht zerdrückt. Die Pilze faulen auch schneller.
- Stapeln Sie die Pilze nicht mit dem Hut nach unten, da sonst leicht Erde in die Blätter bzw. Lamellen oder Röhren gelangen können.
- Wenn man im Wald unterwegs ist sollten Pilze nicht leichtfertig zertreten werden, auch wenn es sich um ungenießbare Arten handelt. Auch giftige Pilze sind für das Gleichgewicht des Ökosystems von wesentlicher Bedeutung.
Wie man ungenießbare oder giftige Pilze erkennt
Ungenießbare oder giftige Pilze sind manchmal leicht an bestimmten Merkmalen zu erkennen. Der „Clathus ruber“ ist als Pilz so ungenießbar, wie er aussieht und riecht. Er riecht nach verdorbenem Fleisch und zeigt dadurch ganz deutlich, dass er nicht zum Verzehr geeignet ist. Generell gilt sowieso, dass man Pilze niemals essen sollte, bevor man sie nicht eindeutig als essbar identifiziert hat. Falls es notwendig sein sollte, kann man einen Pilz-Experten zu Rate ziehen. Beim geringsten Zweifel hinsichtlich der Unbedenklichkeit gilt: den Pilz wegwerfen!
Erste Hilfe bei einer Pilzvergiftung
Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch einmal zu einer Pilzvergiftung kommen, sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Sofort einen Notarztwagen rufen und den Vergifteten in ein Krankenhaus bringen, auch wenn die Symptome zunächst leicht erscheinen.
- Falls sich der Transport ins Krankenhaus oder die medizinische Hilfe verzögert oder nicht möglich ist sollte der Vergiftete ruhig und bequem gelagert werden.
- Ebenfalls sollte man bei einer Pilzvergiftung Holzkohle (keinesfalls Milch!) verabreichen.
- Erbrechen: mit Hilfe von Salzwasser kann man Erbrechen herbeiführen. Das Erbrochene sollte zwecks einer späteren Identifizierung aufbewahrt werden.
- Wann wurden die Pilze gegessen? Liegt der Zeitpunkt mehr als acht Stunden vor dem Auftreten der ersten Symptome zurück, so handelt es sich möglicherweise um eine verspätete Vergiftung durch Phallotoxine. In so einem Fall ist die Prognose schlechter.
- Es kann sehr hilfreich sein, eine Probe der verdächtigen Pilze aufzubewahren, damit sie später von einem Spezialisten identifiziert werden kann.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
Quelle: Die große Gesundheitsbibliothek
