Unter Umständen kann jedoch auch der Verzehr von Speisepilzen zu einer Vergiftung führen. Man spricht in diesem Zusammenhang allerdings nicht von einer Pilzvergiftung, sondern von einer Lebensmittelvergiftung durch Pilze. Diese wird in der Regel durch verdorbene Speisepilze ausgelöst.
Ursachen für durch Pilzgenuss ausgelöste Lebensmittelvergiftungen
- Längere Unterbrechung der Kühlkette während Ernte, Auslese, Verpackung, Transport und Lagerung,
- falsche/zu warme Lagerung von ursprünglich frischen Pilzen,
- unzureichende Erhitzung von Speisepilzen. Der Champignon ist auch roh genießbar, viele Speisepilze enthalten jedoch Toxine, die erst durch Koch- oder Brathitze abgetötet werden. Die Garzeit von Pilzen sollte mindestens 15 min. betragen. Gerade beim Verzehr von rohen Wildpilzen besteht zudem die Gefahr, sich mit einem Fuchsbandwurm zu infizieren.
- Allergien. Diese sind in der Regel durch Hautausschläge und/oder asthmatische Beschwerden gekennzeichnet. Typisch hierfür ist, dass nur einzelne Personen davon betroffen sind, während andere, die keine Pilzallergie haben, keinerlei Symptome zeigen.
- Das Sammeln von verdorbenen Pilzen. Aus diesem Grunde sollten nur Pilze gesammelt werden, die eindeutig gesund und frisch aussehen, d. h. sie sollten weder matschig, untypisch dunkel oder bereits sichtbar von Wildtieren angenagt worden sein.
- Pilzgerichte können zwar entgegen der landläufigen Meinung ein zweites Mal aufgewärmt werden, die häufigste Ursache für nachfolgende Vergiftungserscheinungen ist jedoch ebenfalls eine längerfristige Unterbrechung der Kühlkette zwischen beiden Mahlzeiten.
- Es gibt Pilze, die von manchen Menschen vertragen werden und von anderen nicht. Dies hängt von individuellen Vorbedingungen jedes Einzelnen ab. Ein Beispiel hierfür ist die Nebelkappe.
- Versehentliche Untermischung von Giftpilzen unter Speisepilze. Aus diesem Grunde ist es beim Sammeln äußerst wichtig, Exemplare, bei denen man sich nicht ganz sicher ist, getrennt von den übrigen gesammelten Pilzen aufzubewahren.
Kennzeichen einer Pilz- oder Lebensmittelvergiftung
Über die Symptome bei einer Pilzvergiftung aufgrund des Verzehrs von giftigen Pilzen wurde bereits in dem Artikel „Risiken beim Pilze sammeln“ eingegangen. Diese Symptomatik unterscheidet sich jedoch von der bei einer durch den Verzehr von verdorbenen Speisepilzen ausgelösten Lebensmittelvergiftung.
Die Symptome hängen vom zugrunde liegenden Toxin ab. Mögliche Kennzeichen sind:
- Übelkeit, Durchfall und/oder Erbrechen,
- Fieber, Krämpfe, Halluzinationen.
Behandlung
Beim geringsten Verdacht auf eine Lebensmittel- oder Pilzvergiftung ist nicht nur ein Notarzt zu verständigen, sondern am besten zusätzlich noch die nächstgelegene Vergiftungszentrale, die sich fachlich auf die Erkennung und Behandlung von Vergiftungen aller Art spezialisiert hat.
In den meisten Fällen sollten weder Stuhlgang (Durchfall) noch Erbrechen unterdrückt werden. Beides ist zwar unangenehm für den Betroffenen, hilft aber, den Organismus möglichst schnell von den Toxinen zu befreien. Um, wie bei anderen Magen-Darm-Erkrankungen auch, einen Flüssigkeits- und/oder Salzmangel auszugleichen, empfehlen sich isotonische Durstlöscher und leicht gesüßter Tee in Verbindung mit einer Salzmischung (in Apotheken erhältlich). Wird der Salzverlust im Körper nicht ausgeglichen, kann ein lang anhaltendes, unter Umständen lebensbedrohliches Salzmangelerbrechen einsetzen.
Über die weitere medikamentöse Behandlung entscheidet der Notarzt. Nicht jedes frei verkäufliche Schmerzmittel (Analgetikum) ist empfehlenswert bei Lebensmittelvergiftungen mit einer Symptomatik, die vor allem den Magen-Darm-Trakt betrifft.
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