
- Grüne Pimientos de Padrón - Margit Kunzke
Man sieht es ihnen nicht an, den kleinen grünen Paprikaschoten aus dem galicischen Ort Padrón. Erst wenn man hineinbeißt merkt man, dass man diesmal die scharfe erwischt hat. Da darf man getrost jede Etikette vergessen und das scharfe Stück direkt vom Mund auf den Teller zurückbefördern. Eine von zehn ist immer scharf. Deswegen sagen die Galicier auch „pimientos de Padrón, pequeños, pero matón“.(Pimientos de Padrón, klein aber mörderisch).
Minipaprika aus Mexiko nur echt aus Herbón
Franziskanermönche aus dem Kloster Herbón sollen sie im 16. Jahrhundert von Mexiko nach Spanien gebracht haben und machten sie in Hebrón, Padrón und an den Ufern des Flusses Ulla heimisch.
Ende des 18. Jahrhunderts waren die Produktion und der Handel mit getrocknetem und gemahlenem Paprika eine wichtige Einnahmequelle für die Bewohner der Zone. Mit den Jahren passte sich die Pflanze an das Klima und die Böden in den Tälern der Flüsse Ulla und Sar an, und es entstand das, was wir heute als Pimientos de Padrón kennen.
Sie sind aus der galicischen Gastronomie nicht mehr wegzudenken. Pimientos de Padrón scheinen sehr heimatbewußt zu sein. Wenn man versucht, sie an anderen Orten zu züchten, verlieren sie ihren so geschätzten Geschmack und schrumpfen sogar ein.
Da die galicischen Pimientos de Padrón mittlerweile in Marokko imitiert werden und natürlich nicht die gleiche Qualität haben, wie die Galicier sagen, wurden sie umgetauft und mit Herkunftskontrolle ausgezeichnet. Die echten Pimientos de Padrón heißen nun Pimientos de Herbón D.O.und nur diese kommen aus Galicien.
Pimientos für den König
Die kleinen, tiefgrünen,länglichen Paprikaschoten, knapp drei bis fünf Zentimeter lang, wiegen zwischen 3,5 und 4,5 Gramm, gehören zu den capiscum annum L.und haben eine exquisiten Geschmack.
Geerntet werden sie unreif ab dem 15. Mai bis zum 31. Oktober. Was in den übrigen Monaten verkauft wird, kommt meist aus Marokko.
Es ist Sitte, daß die Pimientos-Bauern dem spanischen König die ersten geernteten Pimientos als Präsent überreichen.
Reif sind sie höllisch scharf
Lässt man die kleinen Grünen am Strauch reifen, werden sie länger und feuerrot.Dann sind sie wirklich höllisch scharf und nur noch als Gewürz genießbar. Pimientos de Padrón werden als Beilage zu Fisch und Fleisch gereicht oder mit Herzmuscheln, Bacalao, Schweinefleisch, Käse und Kichererbsen gefüllt.
Am besten schmecken sie gebraten in etwas Olivenöl oder gegrillt, mit etwas grobem Meersalz bestreut als Tapa oder Vorspeise.
In der Saison gibt es keine Bar in Galicien, die nicht Pimientos de Padrón als Tapa anbietet. Man nimmt sie am Stiel und steckt sie in den Mund. In der anderen Hand schon vorsichtshalber ein Glas galicischen Weißweins, denn man weiss ja nie, was passieren könnte...
Rezepte mit Pimientos de Padrón - gebratene Pimientos de Padrón
1 kg Pimientos de Padrón
Reichlich gutes Ölivenöl
Grobes Meersalz
Die Paprikaschoten waschen und sorgfältig abtrocknen.
Reichlich Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Pimientos portionsweise im Öl etwa 5-7 Min. braten. Das Öl sollte nicht zu heiß sein, da die dünne Haut der kleinen Paprikaschoten schnell verbrennt.
Auf Küchenpapier legen um das überschüssige öl zu entfernen. Mvor dem Servieren mit grobem Meersalz bestreuen.
Man ißt gebratene Pimientos de Padrón als Tapa oder Vorspeise.
Pimientos de Padrón mit Thunfisch gefüllt
12 Pimientos de Padrón
1 Dose Thunfisch
2 EL Olivenöl
1 Tomate
2 harte Eier
1 mittelgroße Zwiebel
4 EL Mayonnaise
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Den Backofen auf 180ºC vorheizen.
Die Pimientos waschen und abtrocknen. An den Paprikaschoten oben einen Deckel abschneiden. Vorsichtig die Samenkerne entfernen. Mit Olivenöl innen und außen auspinseln und salzen. Auf ein Backblech legen und für 8 Min. im Backofen bei 180ºC backen. Herausnehmen.
Inzwischen Tomate, Eier und Zwiebel fein hacken. Den Thunfisch zerpflücken. Alles gut mit der Mayonnaise mischen. Die Masse vorsichtig in die gebackenen Pimientos füllen. Als Tapa oder als Vorspeise servieren.
Salat aus roten Bohnen, Mais und Pimientos de Padrón
1 Dose rote Bohnen (250 g)
1 Dose süßer Mais (250 g)
200 g Pimientos de Padrón
8 getrocknete Tomaten in Olivenöl eingelegt
4 EL Olivenölnativ extra
Für die Vinaigrette:
1 Knoblauchzehe
6 EL Olivenöl
4 EL Balsamicoessig aus Modena
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Die Pimientos de Padrón in Olivenöl braten. Pfanne zudecken und vom Herd nehmen. Bohnen und Mais in ein Sieb schütten, kurz mit Wasser abspülen und abtropfen lassen. Tomaten in feine Streifen schneiden. Alles in eine Schüssel geben und vorsichtig mischen.
Knoblauchzehe häuten und fein hacken. Aus Balsamicoessig, Olivenöl, Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette rühren.
Pimientos aus der Pfanne nehmen, mit Küchenpapier abtupfen und in die Schüssel geben. Mit der Vinagrette beträufeln.
