
- Johnny Depp und Penélope Cruz in Fremde Gezeiten - Disney
Why are pirates so popular? - Well, they just arrrrh! Es lässt sich nicht bestreiten, dass Johnny Depp und die Macher der "Pirates of the Carribean"-Reihe dem Piratenfilm zu einer Art Renaissance verholfen haben. Dabei schockte Frauenschwarm Johnny Depp die Vertreter des Disney-Konzerns mit seiner unkonventionellen Darstellung des gerissenen Captain Jack Sparrow. Nein, einen tuntigen Rockstar-Piraten wollten sie nicht haben, doch Johnny Depp beharrte auf seiner Idee. "Entweder so oder gar nicht!", soll er gesagt haben. Disney gab zögerlich grünes Licht und landete mit dem ersten Film der Reihe, "Der Fluch der Black Pearl", einen Erfolg.
Am 19. Mai 2011 startete der vierte Teil der Reihe unter dem Titel "Fremde Gezeiten" in den deutschen Kinos.
"Fremde Gezeiten": Meerjungfrauen, Blackbeard und die Quelle der Ewigen Jugend
Schon zu Beginn des Films geht es gewohnt turbulent her. Jack Sparrow (Johnny Depp) muss seinen Freund Gibbs (Kevin R. McNally) aus einem Londoner Gericht befreien, landet allerdings am Hof von König George II (Richard Griffiths) und flieht in einer dramatischen Verfolgungsjagd. Dem nicht genug muss er erfahren, dass jemand unter seinem Namen eine Crew anheuern will. Hinter allem steckt Jacks ehemalige Geliebte Angelica (Penélope Cruz). Die ist ausgerechnet die Tochter des berühmt-berüchtigten Piratenkapitäns Blackbeard (Ian McShane) und will die Quelle der Ewigen Jugend finden. Und Jack muss mit, denn er ist einer der wenigen, der den Weg kennt. Doch das Unternehmen ist alles andere als einfach. Es müssen zwei Kelche aus einem sagenhaften Piratenwrack geborgen, die Träne einer Meerjungfrau gesammelt und der Standort der geheimnisvollen Quelle ausfindig gemacht werden. Zu allem Überfluss haben sowohl die Spanier als auch der englische König Interesse an dem Lebenswasser. Schließlich muss Jack mit seinem alten Erzfeind Barbossa (Geoffrey Rush) zusammenarbeiten. Der hat die Seiten gewechselt und fährt jetzt für die Royal Navy.
Johnny Depp und Geoffrey Rush: Wie ein altes Ehepaar
So chaotisch es klingt, ist auch die Suche nach der Quelle der Ewigen Jugend. Johnny Depp lässt seinen Jack Sparrow gewohnt schrullig und mit mehr Glück als Verstand über die Leinwand toben. Natürlich lässt er dabei kein Fettnäpfchen aus. Auch Geoffrey Rush ist wieder mit im Boot. Die verbalen Schlagabtausche zwischen Barbossa und Jack Sparrow erinnern an ein altes Ehepaar und sorgen für Erheiterung, so dass es dem Zuschauer Spaß macht ihnen zuzuschauen. Die beiden Schauspieler sind in Bestform.
Doch neben diesen alten Bekannten tauchen in "Fremde Gezeiten" auch neue Figuren auf. Penélope Cruz überzeugt in ihrer Rolle als listige und schlagkräftige Piratenbraut, die ihrem Vater in Liebe ergeben ist, aber enttäuscht feststellen muss, dass er bereit ist, sie für sein Leben zu opfern. In der Rolle des sagenumwobenen Captain Blackbeard brilliert Ian McShane. Er verleiht der Figur das gewisse Etwas, lässt ihn leicht entrückt wirken und voller Sarkasmus und Skrupellosigkeit agieren. Keira Knightley und Orlando Bloom sind nicht mehr dabei, aber man vermisst sie auch nicht. Für die Liebesgeschichte sorgen dieses Mal Astrid Bergès-Frisbey und Sam Claflin. Als Meerjungfrau verdreht sie dem Prediger Philip Swift den Kopf. Allerdings rückt dieser Handlungsstrang schnell in den Hintergrund, dient sie eigentlich nur der Beschaffung der Träne einer Meerjungfrau. So bleiben ihre Figuren blasse Randerscheinungen, die nicht gegen Johnny Depp und seine Crew ankommen.
"Pirates of the Caribbean 4": Spannende Unterhaltung und viel Jack Sparrow
"Pirates of the Caribbean 4: Fremde Gezeiten" bietet alles, was ein Piratenfilm braucht. Meuterei, unerschrockene Freibeuter, prächtige Segelschiffe und einen Haufen Seemannsgarn. Regisseur Rob Marshall sowie das Drehbuchautorenduo Ted Elliot und Terry Rossio haben eine neue Episode der Reihe geschaffen, indem sie noch tiefer in das Thema Piraten und Freibeuter eingetaucht sind. Orientiert haben sie sich an dem Roman "Fremde Gezeiten" von Tim Powers, recherchierten zur historischen Figur des Piraten Blackbeard und gruben alte Legenden um Meerjungfrauen aus. All dies floss in das Drehbuch ein und vereint sich in einem unterhaltsamen, spannenden und witzigen Abenteuerfilm, der erfrischend losgelöst von seinen drei Vorgängerfilmen für sich alleine steht. Die 136 Minuten vergehen ohne Längen und auch, wer die ersten drei Teile nicht kennt, kann der Handlung ohne Mühe folgen. Dazu gibt es perfekt choreografierte Degen- und Säbelkämpfe, wie der Kampf zwischen Johnny Depp und Penélope Cruz in der ersten Hälfte des Films.
Für musikalische Untermalung sorgt erneut Hans Zimmer. Neben dem bekannten Piraten-Thema schaffen spanische Gitarrenklänge und sphärische Sirenengesänge für die richtige Atmosphäre.
Ob man "Fremde Gezeiten" jedoch in 3D sehen muss, bleibt dem Filmliebhaber selbst überlassen. Erforderlich ist es für "Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten" jedenfalls nicht. Es gibt kaum Szenen, welche ein 3D-Effekt noch eindrucksvoller gestaltet hätte, eine aufwendige Seeschlacht, die sicherlich in 3D reizvoll gewesen wäre, gibt es dieses Mal nicht. Aber wer weiß, wenn das Drehbuch stimmt, hat Johnny Depp bereits angekündigt, erneut in die Rolle von Captain Jack Sparrow zu schlüpfen. Bis dahin: Trinkt aus, Piraten! Yoho!
