
- Bildungssystem Schuld an PISA-Studie? - Gerd Altmann / pixelio.de
Die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie liegen vor: Mittelmaß ist das Ergebnis. Nicht wirklich befriedigend, meinen Experten. Doch eine leichte Besserung konnte vermerkt werden. Lese-Rechtschreibschwäche, wissenschaftliches Halbwissen und soziale Strukturen stehen nun im Mittelpunkt der Auswertung.
PISA-Studie erreicht durchschnittliche Werte
Ein Jahr ist nunmehr vergangen, als tausende Schüler aus 230 deutschen Schulen getestet wurden. Bewertet wurden vor allem Fächer und Fertigkeiten wie Lesen, Schreiben, Rechnen und einzelne naturwissenschaftliche Gebiete. Mit 497 Punkten liegt Deutschland im Fachgebiet "Lesen" nur auf dem 16. Platz. Weit abgeschlagen von den führenden Ländern wie Korea, Finnland oder Kanada. Eine etwas bessere, dennoch durchschnittliche Bewertung konnten unsere getesteten Schüler in der Mathematik erreichen: Platz 10 mit 513 Punkten. Auch hier Spitzenreiter altbekannte Länder wie Korea und Finnland. Platz 9 und damit auch erneut nur Mittelmaß ergaben die Auswertungen in den Naturwissenschaften. Fasst man diese Ergebnisse zusammen, muss man erneut feststellen, dass die Bildungsstärke der deutschen Schüler durchschnittliche, keinesfalls überragende Ränge im Ländervergleich einnimmt.
Verbesserungen im Jahresvergleich
Betrachtet man explizit nur Deutschland und vergleicht somit die Ergebnisse der Vorjahre, kann man eine leichte Besserung feststellen. Die Erklärung der Experten sieht wie folgt aus: "Die Zahl der 15-Jährigen, die nur auf Grundschulniveau oder schlechter lesen können, ist zurückgegangen. Im Jahr 2000 fielen 22,6 Prozent in diese schwächste Kategorie – jetzt sind es noch 18,5 Prozent, fast genau der Durchschnitt der OECD-Staaten. Der Rückgang um rund vier Prozentpunkte ist allerdings vergleichsweise gering. In Lettland zum Beispiel waren es 13 Prozentpunkte", berichtet der Spiegel. Des Weiteren muss man, so ergeben es die Statistiken, zwischen Jungen und Mädchen unterscheiden. Letztere verbesserten sich in den Zielwerten deutlich stärker.
Soziales Umfeld trägt entscheidende Rolle
Auch innenpolitische und gesellschaftliche Rückschlüsse lässt die PISA-Studie zu. So erkennt man eindeutig den Zusammenhang zwischen Leistungsniveau und sozialer Herkunft der Schüler. Nur sechs Prozent der sozial benachteiligten Schüler erreichten ein hohes Leistungsniveau. Eine neue, vorher nur schlecht zu bemessene Beurteilung liegt im Mittelpunkt der Auswertung. So zeigen die Auswertungen eine starke Abhängigkeit von der sozialen Lage der Schule. Spiegel wertet aus: "Wer auf eine Schule in einem schwachen Umfeld geht, hat mehr als 100 Pisa-Punkte Rückstand auf Jugendliche, die – bei gleichen sozialen Voraussetzungen – in einem günstigen Umfeld zur Schule gehen."
Kleinere Klassen oder Vorschulbildung?
Interessant und in den Untersuchungen bereits bestätigt ist folgender Fakt: Es lassen sich nach wie vor keine Rückschlüsse ziehen, dass kleinere Schulklassen ein höheres Leistungsniveau erzielen. Bessere Ergebnisse erzielten allerdings jene Länder, die wesentlich mehr in die schulische Vorbildung investierten. Nun wird die Forderung nach besseren, moderneren Lehrern laut.
