Pixar Studios: Erfolgsgeschichte bei Disney von 2006 bis 2010

»Cars«: Augen in die Windschutzscheibe verlegt - Disney Pixar Studios
»Cars«: Augen in die Windschutzscheibe verlegt - Disney Pixar Studios
Pixar Animation Studios schuf 1995 mit Toy Story den ersten konsequent computeranimierten Spielfilm! Eine einzigartige Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf ...

„Toy Story“, der erste ausschließlich am Computer produzierte abendfüllende Kinofilm aus dem Jahr 1995, war ein Meilenstein in der Filmgeschichte.

Pixar: Nach „Toy Story“ (1995) viele weitere erfolgreiche Animationsfilme

In den nun folgenden Jahren bis 2004 entstanden zauberhafte Filme und höchst erfolgreiche Produktionen bei Pixar, dem Unternehmen, das 1986 von Steve Jobs gekauft worden war.

Jobs, der umtriebige Apple-CEO hatte wohl die Chance erkannt, die sich ihm anbot: Zur Zeit des Kaufs war das Unternehmen im Grunde nicht mehr als eine Spezialabteilung von Lucasfilm Graphic Groups, jener Filmgesellschaft, die mit „Star Wars“ und „Indiana Jones“ Geschichte geschrieben hatte. Nach der Übernahme durch Jobs wurde das Unternehmen umbenannt: „Pixar“, so ist zu vermuten, ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus Anklängen von „Pixeln“ (Bildpunkte) und „Arts“ (Kunst).

„Cars“, 2006

Pixars siebter Film „Cars“ raste 2006 um die Welt und nahm auf dem Weg zwei Oscar-Nominierungen mit. Die übliche Sorgfalt, mit der die Pixar-Animationskünstler die Leinwandwelt erschaffen, zeigt sich besonders in den Autos, die Ableitungen oder Abbildungen tatsächlicher Rennwagen sind.

Regisseur Lasseter schlug vor, die Augen der Autos nicht wie üblich in die Scheinwerfer, sondern auf die Windschutzscheiben zu platzieren – eine Idee, die er einem seiner Disney-Lieblingscartoons „Susie, das kleine blaue Coupé“ entnommen hatte. Der Film brachte den ersten Golden Globe in der neu geschaffenen Kategorie „Bester animierter Spielfilm“. 2011 steht eine Fortsetzung an.

Ratatouille, 2007

Schon das Konzept von „Ratatouille“ klingt lustig: Die Ratte Remy will ein berühmter Chefkoch in Paris werden. Die bunte Geschichte des Nagetiers mit kulinarischen Ambitionen gewann den Oscar für „Bester animierter Spielfilm“ und erhielt vier weitere Nominierungen. Regisseur Brad Bird hatte zuvor bereits mit „Die Unglaublichen“ den Oscar in der Kategorie „Bester animierter Spielfilm“ erhalten.

Zur Schaffung von Remy beobachteten die um Naturtreue bemühten Animationskünstler nicht nur zahme Ratten in Aktion – sie arbeiteten auch mit dem angesehenen Gourmet-Koch und Restaurantbesitzer Thomas Keller zusammen, um sicherzustellen, dass die Anordnung und Arbeitsweisen der französischen Küche echt wirkten.

„Wall•E“, 2008

Der künstlerische und finanzielle Superhit „Wall•E“ (Oscar für Bester animierter Film und weltweite Einnahmen von über 500 Millionen US-Dollar) verstand es, eine moralische Botschaft gegen Konsumwahn einzuschmuggeln.

Der atemberaubend schöne Film schafft eine ihm ganz eigene Darstellung von Fotorealismus, wobei sich die Filmemacher von dem legendären Live-Action-Kameramann Roger Deakins (u.a. „Fargo“, „Thirteen Days“, „No country for old men“) beraten ließen und so einige der stimmungsvollsten und raffiniertesten Beleuchtungen erreichten, die je in einem computeranimierten Film zu sehen waren.

„Oben“ (Up), 2009

„Oben“ fügte dem Pixar-Universum im wahrsten Sinne des Wortes eine ganz neue Dimension hinzu, denn er war der erste Film des Studios in Disney Digital 3D™.

Die Animations-Komödie präsentierte den wohl ungewöhnlichsten Kino-Helden aller Zeiten: Carl Fredricksen, ehemaliger Ballon-Verkäufer und mittlerweile rüstige 78 Jahre alt! Schon als Kind liebte er es, von großen Abenteuern zu träumen. Und so denkt sich Carl: „Bevor es zu spät ist, lasse ich meinen größten Traum nun endlich einmal wahr werden.“ Carl bindet tausende von Luftballons an sein Haus, das abhebt und nach Südamerika fliegt. Erst viel zu spät bemerkt er, dass sein größter Albtraum als blinder Passagier mit von der Partie ist: ein übereifriger achtjähriger Pfadfinder und selbsternannter Wildnis-Forscher.

Toy Story 3, 2010

Aus dem kleinen Andy, dem die Spielzeuge gehören, ist mittlerweile ein Teenager geworden, der seine Sachen fürs College packt. Und da ist kein Platz mehr für Cowboys, Space-Ranger oder Dinosaurier. Der „Toy-Gang“ droht das Aus in der Mülltonne, bis sie merken, dass eine Zukunft in der Kindertagesstätte auf sie wartet. Die allerdings entpuppt sich dann als gar nicht so rosig, wie man sich das von einer Zukunft wünscht …

Mit rund 340,2 Millionen US-Dollar Einspiel nach 24 Tagen ist Toy Story 3 der erfolgreichste amerikanische Kinostart in der Geschichte der Pixar Animation Studios aus Emeryville, Kalifornien. Mit 109 Millionen Dollar Einspiel am Startwochenende markiert „Toy Story 3“ zugleich den besten Juni-Start aller Zeiten in den USA, mittlerweile (August 2010) liegt er auf Platz 17 der ewigen Bestenliste Amerikas.

Johannes Flörsch, Johannes Flörsch

Johannes Flörsch - Johannes Flörsch (Jahrgang 1956): Nach einer Bankkaufmannslehre, nach dem Studium der klassischen Gitarre am Konservatorium ...

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