Plankenfels in der Fränkischen Schweiz

Landschaft der Fränkischen Schweiz - Tourismuszentrale Fränkische Schweiz
Landschaft der Fränkischen Schweiz - Tourismuszentrale Fränkische Schweiz
Burg Plankenfels im Landkreis Bayreuth in Oberfranken hatte eine wechselvolle Geschichte. Noch heute beeindruckt die Lage über der Wiesent.

Namenspaarungen der Form „-stein“ und „-fels“ sind in der Fränkischen Schweiz nicht allzu selten, wobei die Endung auf „-stein“ oft einen älteren Ansitz markiert; so auch im Falle der beiden Burgen Plankenstein und Plankenfels im Landkreis Bayreuth. Erhalten hat sich von den beiden Anlagen jedoch nur das etwas jüngere Plankenfels. Inmitten des Ortes – und doch an dessen Rand über dem Tal der Wiesent – führt die ehemalige Burg heute allerdings ein Schattendasein und gehört zu den eher unbekannten Ansitzen in der an Burgen und Schlössern nicht armen Region.

Das Verschwinden der beiden Geschlechter Plankenstein und Plankenfels

1217 traten die Plankensteins das erste Mal ins Licht der Geschichte, doch bereits gut fünfzig Jahre später scheint der Fürstbischof von Bamberg deren Stammsitz in seinen Besitz gebracht zu haben (1260). Fast zu gleicher Zeit taucht dann der Name Plankenfels auf (1255), dessen Träger immerhin über zweihundert Jahre Bestand hatten, doch auch ihre Linie endet schließlich im Jahr 1486. Mehrere Adelsgeschlechter aus der Umgebung reichen die Plankenfels in den nächsten Jahrhunderten gewissermaßen von Besitzer zu Besitzer weiter, bis es 1786 an die Grafen von Egloffstein kommt, deren Hauptburg ebenfalls nicht allzuweit entfernt in der Fränkischen Schweiz liegt.

Eine Burg wird verbürgerlicht

Doch auch die Egloffstein veräußern den Besitz am Ende des 19. Jahrhunderts (1881), fortan ist die Plankenfels in den Händen nichtadeliger Eigentümer, die nicht weniger oft wechseln als ihre früheren adeligen Vorgänger. Für den Zustand der Gebäude war dies jedoch nicht immer förderlich. Gelitten hatte die Burg bereits im Bauernkrieg, der Wiederaufbau ging nur langsam voran; die bedeutendste Baumaßnahme war die Errichtung eines stattlichen barocken Südtrakts Mitte des 18. Jahrhunderts, weshalb die gesamte Anlage heute auf den Besucher nicht mehr sehr mittelalterlich, sondern eher schlossartig wirkt.

Der Plankenstein – Fels mit Ruine

Während die lange Zeit überfällige Renovierung der Burg Plankenfels in unseren Tagen endlich erfolgreich voranschreitet, ist der Plankenstein heute eher als Felsen (und kleiner Ortsteil) denn für seine Burg bekannt, von dieser sind nur noch spärliche Reste erkennbar. Die Umgebung von Plankenfels ist ein beliebtes Wandergebiet; der Ort besitzt außerdem eine katholische Pfarrkirche, die geschickt die alte Kapelle mit moderner Architektur verbindet. Auch die Gastronomie des Ortes bietet die typische oberfränkische Gastfreundlichkeit und kulinarische Vielfalt. Im nahegelegenen Truppach befindet sich ein weiterer Ansitz, ein heute fast unscheinbarer quadratischer Bau mit vier Ecktürmchen.

Literatur:

G.Voit/W.Rüfer: Eine Burgenreise durch die Fränkische Schweiz. Erlangen: 1984.

Herbert Schiller: Wanderführer Fränkische Schweiz, Frankenalb Nord. Stuttgart: 1989.

Bilder: Tourismuszentrale Fränkische Schweiz, B.Grimmler

Benedikt Grimmler, B.Grimmler

Benedikt Grimmler - Jahrgang 1980, Kulturwissenschaftler. Geboren im Frankenwald, seit Jahren am Bodensee. Freut sich über Anregungen und ...

rss