Polarlichter in Island

Vorhänge am Himmel - Moritz Ziegler
Vorhänge am Himmel - Moritz Ziegler
In Island kann man auf einer organisierten Bustour oder mit dem Mietwagen Polarlichter sehen. Um Erfolg zu haben gibt es sogar eine Polarlichter-Vorhersage.

In der sternenklaren, kalten Winternacht ist schon seit längerer Zeit ein grünliches Schimmern am Himmel zu sehen. Ob es Einbildung oder Wirklichkeit ist, kann man noch nicht sagen. Plötzlich jedoch erscheinen transparente Vorhänge, welche sich scheinbar langsam im Wind bewegen. Im unteren Bereich sind sie fast mintgrün, während sie am oberen Ende ganz leicht ins rötliche übergehen.

Die Rede ist hier von dem Naturphänomen der Polarlichter. Während es auf der Südhalbkugel mangels Landmasse kaum möglich ist sie zu sehen, gibt es im Norden dafür jedoch viele Möglichkeiten. Gerade in Island hat sich ein wahrer Tourismus um das Himmelsschauspiel herum entwickelt. Es bietet sich ja auch an, die magischen Lichter mit dem faszinierenden Land zu verbinden.

Was gibt es für Möglichkeiten Polarlichter zu sehen?

Die beste Zeit, um die Lichter zu sehen ist im Winter, wenn es lange dunkel ist. Im Sommer besteht so gut wie keine Chance darauf die Polarlichter zu sehen, so dass zumindest diese Sehenswürdigkeit allen Touristen in der Saison entgeht.

Das Busunternehmen Reykjavík Excursions bietet zum Beispiel von Mitte Oktober bis Mitte April Polarlichter-Touren ("Northern Lights Tours") an. Die Unternehmungen führen nachts aufs Land hinaus, um der Helligkeit der Stadt zu entfliehen. Das Unternehmen bietet sogar eine Garantie an: Sollte man keine Polarlichter gesehen haben, so darf man die Tour an einem anderen Tag umsonst wiederholen.

Der Vorteil dieser Touren ist ganz klar eine hohe Erfolgsquote, die Lichter zu sehen. Außerdem ist es ziemlich entspannt, stressfrei und man muss sich um nichts kümmern. Man sollte sich aber auf jeden Fall so warm wie möglich anziehen. Man steht lange Zeit draußen im Wind und die Nächte sind kalt!

Für abenteuerlustigere Touristen bietet es sich jedoch an, ein Auto zu leihen und damit ein Stückchen aus der Stadt heraus zu fahren. Die Mietwagenpreise sind im Winter drastisch gesenkt. Das heißt schon bei zwei Personen lohnt es sich ein Auto zu mieten. Zusätzlich kann man dann auch noch tagsüber die Umgebung auf eigene Faust erkunden.

Eine dritte Möglichkeit ist natürlich, sich in eine andere Stadt als Reykjavík zu begeben. Dabei sind vor allem Akureyri und Ísafjörður zu nennen. Der Vorteil ist, dass die Orte weiter nördlich liegen, also ist es dort länger dunkel und außerdem sind die Chancen auf Polarlichter besser. Beide Städte lassen sich bequem aus Reykjavík mit AirIceland erreichen. Je nach Wetter- und Straßenlage ist Akureyri einen (halben) Tag Autofahrt von Reykjavík entfernt.

Polarlichtervorhersage und Fototipps

Um die Chancen auf Polarlichter einschätzen zu können, empfiehlt sich die Seite Northern Lights Forecast (Polarlichter Vorhersage) des Geophysikalischen Instituts der Universität von Alaska in Fairbanks. Auch der isländische Wetterbericht, der unter "Cloud Cover" die Bewölkung für die nächsten zwei Tage vorhersagt, ist hierbei hilfreich. Bei Wolken kann es noch so gute Vorhersagen geben - Polarlichter sehen wird man leider keine.

Zum Fotografieren der Lichter ist ein Stativ absolut notwendig, da man mit möglichst langer Belichtungszeit fotografieren muss. Dazu empfiehlt es sich ebenfalls mit Selbstauslöser zu fotografieren, um durch das Betätigen des Auslösers das Bild nicht schon zu verwackeln. Viele Kameras haben einen zwei Sekunden Selbstauslöser, der in diesem Fall perfekt ist. Ein bisschen Geduld und Spaß am Probieren lassen einen die perfekten Einstellungen finden.

Sind auch tagsüber noch Besichtigungen geplant, so ist eine gute Planung empfehlenswert. Es wird im Winter sehr spät hell und sehr früh dunkel. Im Süden ist es pro Tag nur etwa fünf Stunden hell. Man bricht also am besten im Dunkeln auf, um das erste Ziel bei Sonnenaufgang zu erreichen. Vielleicht sieht man ja auf dem Weg dorthin noch einen grünen Schimmer am Himmel.