
- Polen auf den Spuren der UNESCO-Weltkulturliste - B.Jäger-Dabek
Die UNESCO-Liste des Welterbes soll unersetzliche Zeugnisse vergangener Kulturen und einzigartige Naturlandschaften schützen. Zu dieser Liste gehört auch eine Reihe von Altstadtkernen und mittelalterlichen Zentren in Polen: Die Malbork / Marienburg, Torun / Thorn, Warschau, Krakau mit seiner Altstadt, dem Wawel und dem jüdischen Viertel Kazimierz, dem nur eine Autostunde entfernten Auschwitz und dem ebenfalls nahe gelegenen Salzbergwerksort Wieliczka sowie Zamosc, die Renaissancestadt. Kommen Sie mit auf die Reise und schauen Sie sich Polens kulturelle Highlights an.
Malbork
Ein zu allen Tageszeiten beeindruckendes riesiges Bauwerk ist die Malbork / Marienburg, die Stein gewordene Macht des Deutschen Ordens. Die Marienburg ist die größte mittelalterliche Burganlage Europas und war von 1309 bis 1457 Hochmeistersitz des Deutschen Ordens und Zentrum seines Ordensstaates.
Torun
Torun ist die Stadt des großen Astronomen Nikolaus Kopernikus, der dort 1473 geboren wurde und in der Stadt allgegenwärtig ist. Seine These des heliozentrischen Weltbildes, dass die Erde sich um die Sonne dreht, veränderte die Welt. Vom westlichen Weichselufer aus besonders gut zu überblicken ist der in seiner Geschlossenheit einmalige mittelalterliche Stadtkern von Torun mit seinen Wehrmauern, Toren und zahlreichen Patrizierhäusern. Die Straßen der Toruner Altstadt mit ihren wunderbar renovierten Häusern laden ein zum Bummeln und Shoppen. Und sie zeigen, dass Torun eine junge Stadt ist, die Kopernikus-Universität ist eine der renommiertesten Hochschulen des Landes. Nicht nur die Fronten der alten Häuser sind detailgetreu restauriert, auch viele Läden sind liebevoll eingerichtet und verkaufen das beliebteste Souvenir Toruns – Lebkuchen, das ganze Jahr über.
Warschau
Auferstanden aus Ruinen – wenn das je für eine Stadt galt, dann für Warschau. Nach dem Ghettoaufstand 1943 und dem Warschauer Aufstand von 1944 hatte die deutsche Besatzungsmacht keinen Stein auf dem anderen stehen gelassen. In einem nationalen Kraftakt wurde die Altstadt wieder errichtet, und auch das Schloss erstrahlt in altem Glanz.
Gemälde von Canaletto bildeten die Vorlage für den Wiederaufbau Warschaus. Heute ist der Altstädtische Marktplatz wieder Zentrum der Altstadt, Touristenmagnet und Treffpunkt der Warschauer.
Krakau
Der Rynek Glowny / Hauptmarkt mit den dominierenden Tuchhallen ist das Zentrum der Krakauer Altstadt. Hier schlägt das Herz der südpolnischen Großstadt, die im Krieg weitgehend unzerstört blieb. Besonders bequem ist es, einen der schönsten mittelalterlichen Marktplätze Europas und seine Umgebung mit einem der Fiaker kennenzulernen, einem unverkennbar habsburgischen Erbe. Von der Marienkirche erklingt um zwölf Uhr das berühmte historische abreißende Trompetensignal des Türmers, das via Radio in ganz Polen verkündet, dass es nun Mittag ist. Highlight der Kircheneinrichtung ist der Altar, der den Höhepunkt im Schaffen von Veit Stoss darstellt. Der Wawel-Berg mit dem mächtigen alten Königsschloss und der Kathedrale dominiert Krakaus Altstadt. Dort waren bis ins 16. Jahrhundert hinein der Krönungsort und die Grabeskrypta der polnischen Könige. Noch heute gilt Krakau als heimliche und kulturelle Hauptstadt Polens. Auch Spuren des jüdischen Lebens werden sorgsam wieder hergerichtet im Krakauer Stadtteil Kazimierz rund um die Szeroka-Straße. Hier spielte der Film Schindlers Liste.
Auschwitz
Nur eine Autostunde von Krakau entfernt liegt Auschwitz, dieser Ort millionenfachen Leidens und Mordens, ein Ort für den es kaum angemessene Worte gibt. Auch das Konzentrationslager mit der perfiden Eingangstafel "Arbeit macht frei" steht auf der UNESCO-Liste des Welterbes.
Wieliczka
Schon seit dem 13. Jahrhundert wird in Wieliczka Salz auf neun Hautsolen bis aus über 300 Meter Tiefe gefördert. Die gesamte Anlage mit dem Salinenmuseum und den unzähligen von Bergleuten aus dem Salz herausgeschlagenen Skulpturen ist weltweit einmalig.
Nicht nur ein kulturhistorisch bedeutsamer Ort ist das südöstlich von Krakau gelegene Wieliczka, sondern auch ein bekannter Kurort. Das Besondere ist, dass dieses Kurzentrum zur Behandlung von Atemwegserkrankungen in der salzhaltigen Luft unter Tage in über 200 Metern Tiefe liegt.
Zamosc
Als Padua des Nordens im 16. Jahrhundert vom italienischen Baumeister Barnardo Morando entworfen, ist Zamosc am Reißbrett entstanden. Zentrum ist der Große Marktplatz / Rynel Wielki mit den Arkaden und Laubenhäusern sowie dem Rathaus mit Turm und repräsentativer Freitreppe und der Kathedrale. Das Ensemble der Altstadt von Zamosc hat seine Bedeutung in der einzigartigen Verschmelzung italienischer, ost- und mitteleuropäischer Architektur. Die fast komplett erhaltene Renaissancestadt ist auch als Objekt der Denkmalspflege das Idealbild einer Stadt und ein einziges Werbebild polnischer Restauratorenkunst.
Lesen Sie mehr über sehenswerte Städte in Polen: Danzig, Lodz, Poznan, Bydgoszcz
