Porträt des Regisseurs Federico Fellini

Arbeit mit Anthony Quinn, Anita Ekberg und Marcello Mastroianni

Federico Fellini gehört zu den bedeutendsten und erfolgreichsten Regisseuren des italienischen Kinos. In Fellini Filmen sind die Grenzen von Traum und Realität fließend.

Federico Fellini gehört zu den bedeutendsten und erfolgreichsten Regisseuren des italienischen Kinos. Bekannte Darsteller in Fellini Filmen sind seine Ehefrau Giulietta Masina, Anthony Quinn, Anita Ekberg, Marcello Mastroianni, Claudia Cardinale, Anouk Aimée und Roberto Benigni.

Fellini Leben: Vom Zirkus zum Film

Federico Fellini wird am 20. Januar 1920 im italienischen Rimini geboren. Als Jugendlicher verlässt er kurzzeitig seine Familie, um sich einer Zirkusgruppe anzuschließen. Ab 1938 schreibt Fellini Texte und zeichnet Karikaturen für die Zeitschrift Marc’ Aurelio. Dann zieht er nach Rom. Zum Film kommt Fellini schließlich, indem er ab 1939 Texte für den Komiker Macario verfasst. Es folgt eine langjährige Zusammenarbeit mit Roberto Rossellini, Alberto Lattuada und Tullio Pinelli als Drehbuchautor und Regieassistent. Gemeinsam mit Alberto Lattuada und ihren Ehefrauen gründet Fellini im Jahr 1950 die Produktionsfirma Capitoliumfilm. Auf diese Weise werden zahlreiche Filme der Regisseure Fellini und Lattuada realisiert.

International bekannt wird Fellini durch seinen Film „I Vitelloni“ (Die Müßiggänger), für den er im Rahmen des Filmfestivals in Venedig einen Silbernen Löwen erhält. In den 1960er Jahren beginnt sich Fellini für die Psychoanalyse und die Traumdeutung zu interessieren, was auch Einfluss auf seine Filme hat: Traum Sequenzen gewinnen in seinen Filmen an Bedeutung. Mit 70 Jahren führt Fellini zum letzten Mal Regie. „La voce della luna“ aus dem Jahr 1990 wird sein letzter Film. Nominiert wird Fellini für den Oscar im Laufe seiner Karriere zwölf Mal. Er bekommt den Academy Award schließlich für „La Strada“ und „Le notti di Cabiria“ und für sein Lebenswerk. Am 31. Oktober 1993 stirbt Fellini in Rom – in dem Jahr, in dem er einen Oscar für sein Lebenswerk erhalten hat. Seine Frau und Hauptdarstellerin in mehreren seiner Filme, Giulietta Masina, stirbt nur wenige Monate später.

Fellini Filme: Surreale Märchenwelten

Fellini Filme wirken wie Märchen oder Träume, in denen die Grenzen zur Realität verwischt werden. Auch Fellinis Leidenschaft für den Zirkus spiegelt sich in seinen Filmen wider. Er interessiert sich für außergewöhnliche Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. „La Strada“ zeigt zwei Außenseiter, die sich, von Stadt zu Stadt ziehend, mit Kunststücken über Wasser halten. Die Protagonistin von „Le notti di cabiria“ ist eine Prostituierte, die sich nach der wahren Liebe sehnt. Ungewöhnliche Gesichter prägen seine Filme. Fellini gibt auch Laiendarstellern größere Rollen in seinen Filmen, wobei diese auf die Persönlichkeit seiner Darsteller zugeschnitten werden. Auf diese Weise können sie ihrem Naturell gemäß agieren, anstatt nur einem Handlungsmuster zu folgen. Was Fellini in der Realität nicht vorfindet, lässt er im Studio nachbauen. Dabei legt er keinen Wert darauf, seine Nachbauten echt wirken zu lassen, sondern legt ihre Künstlichkeit offen zu Tage.

Ein weiteres wichtiges Element von Fellini Filmen sind die melodramatischen Melodien. Die Musik des Komponisten Nino Rota zieht sich wie ein roter Faden durch Fellinis filmisches Werk. Im Zeitraum von 1952 bis 1978 tragen Fellini Filme immer auch Rotas Handschrift. Der Tod des Komponisten im Jahr 1979 bedeutet einen tiefen Einschnitt innerhalb Fellinis Werk.

Der Einfluss von Fellini Filmen auf die Gesellschaft wird auch daran deutlich, dass zahlreiche Wortschöpfungen des Regisseurs in die Alltagssprache eingegangen sind. So nennt Fellini beispielsweise einen aufdringlichen Fotografen in „La dolce vita“ Paparazzo. Mittlerweile ist dies eine gebräuchliche Bezeichnung für entsprechende Vertreter dieser Berufsgruppe.

Fellini Filmografie – eine Auswahl

La strada – Das Lied der Straße (1954)

Il bidone (1955)

Le notti di cabiria (1957)

La dolce vita (1959/60)

Otto e mezzo (1963)

Satyricon (1969)

Amarcord (1973)

Prova d’orchestra (1978)

La Città delle donne (1980)

E la nave va (1983)

Ginger e Fred (1986)

Intervista (1987)

La voce della luna (1990)

Mareike Flum, Mareike Flum

Mareike Flum - Nach Abschluss ihres Studiums der Germanistik, Medienwissenschaft und Europäischen Ethnologie / Kulturwissenschaft an der ...

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