Porträt des Regisseurs Jean-Luc Godard

Arbeit mit Filmlegenden wie Brigitte Bardot und Jean-Paul Belmondo

Jean-Luc Godard gehört zu den Regisseuren, die mit ihrer unkonventionellen Erzählweise den Film revolutioniert haben. Godard ist Mitbegründer der Nouvelle Vague.

Jean-Luc Godard gehört zu den Regisseuren, die mit ihrer unkonventionellen Erzählweise den Film revolutioniert haben. Bisherige Regeln werden in seinen Filmen außer Kraft gesetzt. Godard arbeitet mit Filmlegenden wie Brigitte Bardot, Jane Fonda, Isabelle Huppert, Jean-Paul Belmondo und Alain Delon zusammen.

Leben von Jean-Luc Godard: Von der Filmkritik zur Regie

Jean-Luc Godard wird am 3. Dezember 1930 als Sohn eines Arztes in Paris geboren. Seine Mutter entstammt einer Schweizer Bankiersfamilie. Als die Nationalsozialisten in Paris einmarschieren, flieht Godards Familie in die Schweiz. Nach Kriegsende kehrt Godard nach Frankreich zurück. Während seines Ethnologie-Studiums in Paris lernt Godard seine späteren Nouvelle Vague Mitstreiter Francois Truffaut, Jacques Rivette, Eric Rohmer sowie André Bazin kennen. Zunächst ist Godard als Filmkritiker bei der Zeitschrift Cahiers du Cinéma tätig und realisiert erste Filmprojekte. Godards erster aufwändiger inszenierter Film aus dem Jahr 1959, „À bout de souffle“ (Außer Atem), wird ein großer Erfolg. Die 1960er Jahre werden zur produktivsten Zeit des Regisseurs. Doch Godard stößt mit seinen Filmen immer wieder auf Unverständnis seitens Filmkritikern und auf Ablehnung beim Publikum. Er gerät außerdem mehr als einmal in Konflikt mit der französischen Zensur, weil er den Krieg Algeriens um die Unabhängigkeit von Frankreich thematisiert und der Regisseur in „Une femme mariée“ angeblich das Bild der französischen Frau in der Öffentlichkeit verunglimpft.

Im Jahr 1960 heiratet Godard Anna Karina, die die Hauptrolle in vielen seiner Filme spielt. Um 1968 gründet Godard zusammen mit anderen politisch interessierten Regisseuren die Dziga Vertov Gruppe, in deren Rahmen Filme mit marxistischer Ideologie entstehen. Zu Godards Vorbildern gehört der Regisseur Fritz Lang, der schließlich auch eine Rolle in einem Godard Film übernimmt. In „Le mépris“ spielt Lang sich selbst, einen alternden Regisseur, der sich gegen den Produzenten seines Films durchzusetzen versucht.

Filme von Jean-Luc Godard: Revolution gegen die Sehgewohnheiten

Godard ist Mitbegründer der Nouvelle Vague, einer Stilrichtung des neuen französischen Films, dem auch die Regisseure Francois Truffaut und Claude Chabrol zuzurechnen sind. Godards Herangehensweise fällt jedoch weitaus radikaler aus als die der anderen Vertreter der Nouvelle Vague. Godard weigert sich, seine Erzählweise derjenigen anzupassen, die Hollywood vorgibt. Godard Filme passen in kein gängiges Schema. Godard spielt mit den Erwartungen der Zuschauer. Immer wieder verstößt er gegen filmische Regeln und die Sehgewohnheiten des Kinopublikums. Seine Zeit- und Achsensprünge sind berüchtigt und ihrer Zeit weit voraus. Godard kennt auch keine Genregrenzen, bei ihm treffen Gangstergeschichten auf Liebeskomödien und diese wiederum auf Musical Elemente. Er hält sich an keine Genrekonventionen, sondern durchbricht sie bewusst.

Seine späteren Filme sind von dokumentarischem Material durchsetzt. Realität und Fiktion sind bei Godard keine Gegensätze, sie existieren nebeneinander. Als politischer Filmemacher setzt sich Godard mit dem Vietnamkrieg, der Studentenbewegung von 1968 und der deutschen Wiedervereinigung auseinander.

Godards Stil: Montage

Obwohl es seit der Einführung des Tonfilms weder nötig noch üblich ist, mit Zwischentiteln zu arbeiten, setzt Godard die Schrift als zusätzliches Kommunikationsmittel immer wieder in seinen Filmen ein. Auch dem Ton misst Godard eine weitaus größere Bedeutung zu als der, die Bilder zu begleiten und zu untermauern. Bild und Ton existieren unabhängig voneinander. Godard geht dabei sogar so weit, die Tonebene konträr zu den gezeigten Bildern einzusetzen. Auf diese Weise kommuniziert Godard auf mehreren Ebenen mit den Zuschauern und auch seine Protagonisten wenden sich immer wieder direkt an das Publikum. Nach Godard soll der Zuschauer den Film nicht passiv konsumieren, sondern zum Mitdenken gezwungen und so involviert werden. Godard folgt damit der Theorie des epischen Theaters von Bertolt Brecht und überträgt diese auf das Kino, was den radikalen Bruch mit allen bis dahin bekannten Erzählstrukturen des Films bedeutet.

Godard Filmografie – eine Auswahl:

À bout de souffle (1959)

Une femme est une femme (1961)

Vivre sa vie (1962)

Les Carabiniers (1963)

Le mépris (1963)

Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution (1965)

La Chinoise (1967)

Week-End (1967)

Sauve qui peut (la vie) (1980)

Passion (1981)

Nouvelle Vague (1989)

Allemagne neuf zero (1991)

Mareike Flum, Mareike Flum

Mareike Flum - Nach Abschluss ihres Studiums der Germanistik, Medienwissenschaft und Europäischen Ethnologie / Kulturwissenschaft an der ...

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