Sein schönster Erfolg war der Sieg im Hamburger Springderby 2009. Mit der 12 Jahre alten Holsteiner Stute Carassina gelang dem 31-jährigen Thomas Kleis aus Gadebusch der Coup den als schwersten Parcours der Welt geltenden Weg über Hindernisse wie Wall und Pulvermanns Grab als bester des gesamten Starterfelds zu absolvieren. Und das obwohl die Konkurrenz namhaft und sehr gut beritten war.
Erst Fußball, dann die Pferde
Fast wäre dem humorvollen Mecklenburger dieses schöne Erlebnis entgangen. Denn bis zum Alter von zehn Jahren galt seine Leidenschaft dem Fußball spielen. Und das obwohl er auf einem Hof aufwuchs, auf dem ständig zwölf Pferde lebten, und Vater und Bruder im Reitsport engagiert waren. Irgendwann setzte Thomas Kleis sich – einfach mal so – auf’s Pferd und entdeckte dass Reiten eben doch Spaß macht. Der Bann war gebrochen und dann ging alles recht schnell. Mit elf startete er auf dem ersten Turnier in einem E-Springen, mit 14 bekam er ein erstes eigenes Pony.
Training beim Vater
Vater Kleis trainierte damals seinen Sohn und brachte ihm das Einmaleins des Reitens bei, das die Grundlage zu späteren Erfolgen legte. Zielstrebig setzte Thomas Kleis alle Tipps um, erarbeitete sich Routine und sammelte Erfolge. Trotz Talent und Begeisterung für den Sport entschied sich Kleis jedoch für eine Lehre in einem ganz Bereich, der mit Pferdesport so gar nichts zu tun hat und absolvierte seine Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur.
Der Heimat Mecklenburg treu
Ohne auch nur einen einzigen Tag in diesem Beruf zu arbeiten, stieg Kleis gleich nach der Lehre wieder in den Springsattel und wurde Bereiter bei Heiko Schmidt. Andere Stationen folgten, bis er schließlich in Sommerstorf ankam. Heute reitet Thomas Kleis für den Österreicher Udo Marcel Chisteé, einen Hotelier aus Salzburg, der im mecklenburgischen Wendorf vor wenigen Wochen ein 5-Sterne-Hotel eröffnet hat.
Derbysiegerin Carassina
15 Pferde sind es, die Kleis derzeit in Beritt hat. Gemeinsam mit zwei Reitern und Pflegern werden die Vierbeiner betreut und bewegt. Kleis selbst ist viel auf Turnieren unterwegs, kann aber jeweils nur ein paar Pferde mitnehmen. Deshalb ist es für ihn wichtig im Hintergrund gute Leute zu haben, die mit ihm zuverlässig an einem Strang ziehen. Einer der Reiter geht deshalb auch mit Nachwuchspferden auf Turniere. Wenn Kleis selbst unterwegs ist, ist jedoch häufig Carassina dabei – sein Spitzenpferd.
Vorliebe für das Derby
Mit dem Holsteiner Cousteau konnte er 2008 den großen Preis von Sommerstorf und das Wiener Hallenderby gewinnen – ein weiteres High Light in Kleis reiterlicher Laufbahn, an das der Mecklenburger sich gerne erinnert: „Das war vor dem Derby und bis dahin mein schönster Erfolg. Einfach großartig.“ Derbys scheinen Thomas Kleis und seinen Pferden eben sehr zu liegen. Der sensationelle Sieg kommt dabei nicht von ungefähr. Eine zielgerichtete Vorbereitung hat großen Anteil an dem Erfolg. Ein gutes Abschneiden im Hamburger Derby-Parcours stand für 2009 ganz oben auf der Prioritäten-Liste und darauf wurde in Mecklenburg konsequent hingearbeitet.
Titelverteidigung nicht geglückt
Nach dem spektakulären Sieg im Hamburger Derby 2009, bei dem Thomas Kleis seinem besten Freund Matthias Granzow nur Platz zwei zugestand, waren die Mecklenburger Ambitionen für die Titelverteidigung im Jahr 2010 groß. Kleis konnte sich in der 2. Qualifikationsprüfung mit seinen beiden Spitzenpferden Carassina und Cousteau die Plätze fünf und sechs sichern. Doch im Derby selbst reichte es 2010 nicht für erneute Lorbeeren.
Junge Pferd in den Sport bringen
Eine Aufgabe, die Kleis als Bereiter hat, ist es junge Pferde in den Großen Sport zu bringen. Und auch hier zeigt er ein feines Händchen. 2010 konnte sich der lebensfrohe Blondschopf über zahlreiche Erfolge mit dem hoch talentierten Fuchs Crocant freuen. Der inzwischen 8-jährige Holsteiner – von Chalan aus einer Corrado I-Mutter – zeigte sich im Januar 2011 beim K+K Cup in Münster bestens aufgelegt. Platz acht im Großen Preis bedeutet einen vielversprechenden Auftakt und berechtigt zu große Hoffnungen.
