„Rest well, perturbed spirit“ – Ruhe in Frieden, verstörter Geist, das waren die letzten Worte, die Elizabeth Taylor an ihren Freund Montgomery Clift richtete. Sie stehen auf den weißen Schleifen seines Grabkranzes. Als Clift 1966 an Herzversagen stirbt, hat er ein Leben voller Auf und Abs hinter sich. Dabei fing alles so vielversprechend an.
Die Kindheit von Montgomery Clift
Edward Montgomery Clift wurde am 17. Oktober 1920 in Omaha/Nebraska geboren. Seine frühe Kindheit gestaltet sich ziemlich chaotisch. Mit seiner Mutter unternimmt er zahlreiche Reisen nach Europa und ist oft von seinem Vater getrennt, der sehr viel arbeitet, um den aufwendigen Lebens- und Reisestil seiner Familie zu finanzieren. Gerade durch die Aufenthalte in Europa wurde Monty kulturell sehr beeinflusst. Er lernte deutsch und französisch und besuchte viele Museen und Theater. Hier sollte der Grundstein für sein Interesse an der Schauspielerei gelegt werden.
Clifts erste Theatererfolge
Mit 13 Jahren beginnt Clifts Theaterkarriere. Als wichtigstes Erlebnis ist Montys Teilnahme an dem Stück "There shall be no night" zu sehen. Protagonisten waren Alfred Lunt und seine Frau Lynn Fontanne, zu jener Zeit wahre Lichtgestalten am Broadway. Hiernach folgen zwei entscheidende Produktionen. Zum einen "Mexican Mural" und zum anderen "Skin of our teeth". Mexican Mural brachte Monty Bekanntschaften beispielsweise mit Kevin McCarthy (bekannt aus dem Kult-Schocker "The Bodysnatchers"). Regie führte Robert Lewis, einer der Gründer des berühmten Actor's Studio, deren Klassen Monty ein paar Mal besuchte. "Skin of our teeth" war ein Stück von Thornton Wilder, inszeniert von Elia Kazan.
Montgomery Clift Weg zum Leinwandhelden
Schon Anfang der 40er Jahre bekam Monty Filmangebote aus Hollywood. Sein erster Film war der Western Red River mit John Wayne unter Regie von Howard Hawks, echten Leinwandschwergewichten. Sein Porträt des sensiblen, aber auch unbeugsamen Matthew Garth ließ bereits ahnen, was da noch kommen würde. Von seiner Darstellung selbst eher peinlich berührt, war es seine Arbeit an "The Search", die ihn begeisterte und mit Fred Zinnemann in Kontakt brachte. Schon für diese zweite Rolle wurde er für den Oscar nominiert.
Bei der Premiere seines nächsten Films "Die Erbin" lernte er die 12 Jahre jüngere Elizabeth Taylor kennen, es entstand eine innige Freundschaft die bis zu seinem Tod andauern sollte. Für seinen Part als George Eastman in George Stevens' "A place in the sun" erhielt er seine zweite Oscar-Nominierung. Seine Karriere ging steil aufwärts, er war das neue Sexsymbol für die Teenager. Seine nächste Rolle führte ihn nach Quebec, Kanada, wo er unter Hitchcock arbeitete, für den Film "I confess". Seine Karriere steuerte auf den nächsten Höhepunkt zu: "From Here To Eternity", die Verfilmung des Bestsellers von James Jones, katapultierte Clift ganz nach oben. An der Seite von Burt Lancaster, Donna, Reed und Frank Sinatra und unter erneuter Regie von Fred Zinnemann erspielte er sich mit seinem siebten Film seine dritte Oscarnominierung.
Clifts Autounfall und schleichender Absturz
Nachdem Monty nach seinem großen Erfolg in „From here to eternity“ fast drei Jahre keinen Film mehr gedreht hatte, überredete ihn Taylor zu ihrem zweiten gemeinsamen Film, dem Epos "Raintree County". Während der Dreharbeiten hatte Clift einen schweren Autounfall, der das Aussehen des Stars nachhaltig veränderte und ihn in Depressionen und Abhängigkeit von Alkohol und Drogen führte. Sein erster Post-Crash-Film war "The young lions", neben Dean Martin und Marlon Brando, mit welchem er aber keine Szene teilte. Clifts Gesundheitszustand war nie wieder wie vor dem Unfall. Er litt bis zu seinem Tod unter starken Schmerzen, die er mit allerlei Tabletten zu stillen suchte.
Nach einem mäßigen Film, "Lonelyhearts", stand er für "Suddenly, last summer" wieder mit Elizabeth Taylor vor der Kamera. Ihr war es zu verdanken, das man Clift engagiert hatte. Galt er doch aufgrund seiner gesundheitlichen und psychischen Probleme als nicht mehr versicherbar. In seinen nächsten beiden Filmen "Wild River" und besonders in "The Misfits" fand er zu alter Stärke zurück. Regie bei „The Misfits“ führte John Huston, mit welchem Clift später "Freud" drehen sollte. Zuvor allerdings übernahm Monty eine Cameo-Rolle in Stanley Kramers "Judgement at Nuremberg". Diese, wohl beste, Leistung Clifts, brachte die vierte und letzte Oscarnominierung. Seine Szene ist nur zehn Minuten lang, bezeichnet aber einen Höhepunkt des Films. Hiernach fuhr Monty nach München zum Dreh von „Freud“. Nach "Freud" drehte Clift jahrelang keinen Film mehr.
Die letzten Engagements von Montgomery Clift und sein Tod 1966
Nach fast vier Jahren ohne Engagement war es wieder Elizabeth Taylor, die ihrem Freund unter die Arme half und ihn als Partner für den Film "Reflections in a golden eye" vorschlug und ihr Gehalt als Versicherung für Monty ins Spiel brachte. Allerdings hatte Taylor noch andere Verpflichtungen und so musste Clift auf den Drehbeginn warten. Um zu beweisen, das er noch in der Lage war zu spielen, übernahm er die Hauptrolle im drittklassigen Spionagefilm "The Defector".
Nicht lange nach diesen anstrengenden Dreharbeiten verstarb Clift in seinem Haus in New York, am 23. Juli 1966. Robert Lewis nannte Clifts Tod "den längsten Selbstmord im Filmgeschäft".
