Man kommt abends nach Hause, schließt die Tür auf, tritt herein, legt die Tasche ab, hängt die Jacke weg und begrüßt seinen Partner oder auch die Kinder. Danach geht man ins Wohnzimmer, wo man seinen Hund vorfindet, welcher vor dem Fernseher sitzt und sich Autorennen auf Video ansieht.

Ist das nicht seltsam? Ein Hund der fernsieht? Autorennen?

Für Danny Swift ist das etwas ganz Gewöhnliches. Er ist Automechaniker und gelegentlicher Rennfahrer. Danny hat viele seiner Rennen auf Video aufgezeichnet, welche er sich für sein Selbststudium oft ansieht, kommentiert und dies natürlich mit seinem Hund teilt. Enzo ist ein Terrier-Retriever Mischling, er kam als Welpe zu Danny und gemeinsam leben sie in Seattle, Washington.

Enzos Lebensgeschichte

Der Roman beginnt am Vortag von Enzos Tod. Er ist ein alter Hund, geplagt von Hüftgelenkdysplasie und hat sich dazu entschieden zu sterben. Vor einiger Zeit hat er eine Reportage im Fernsehen gesehen, in der es um Hunde in der Mongolei ging und wenn ein Hund dort stirbt und beerdigt wird, dann wird er als Mensch im nächsten Leben wiedergeboren. Enzo fühlt sich bereit dafür und keine Angst vorm Sterben. Das einzige Problem das er hat damit, ist es Danny zu erklären, dass er ihn verlassen wird.

So erzählt Enzo seine Geschichte, wie er Danny kennen gelernt hat, wie dieser Eve kennenlernt und sie sich zwischen Enzo und seinen Herren drängt. Die Beziehung zwischen Enzo und Eve ist angespannt und beide wissen, was der jeweils andere für Danny bedeutet und so reißen sie sich zusammen und haben einen neutralen Umgang. Als Eve schwanger wird und neun Monate später Zoë das Licht der Welt erblickt, kommen sie sich auch näher und Enzo verspricht Eve auf seine Weise, dass er immer für Zoë da sein wird.

Die Familienidylle wird durch Eves immer wieder auftretende Stimmungsschwankungen unterbrochen, bis diese ins Krankenhaus eingewiesen wird und die Ärzte feststellen, dass sie einen Hirntumor hat. Außerdem wird der von Schulden geplagte Danny in einen Sorgerechtsstreit gezogen und bekommt seine Tochter nur noch selten zu sehen. Dabei möchte Enzo ihm doch so gern helfen, aber er kann ja nicht sprechen.

Enzos größter Wunsch: ein Mensch sein

Enzo wäre gern ein Mensch. All die Dinge die Menschen tun können. Vor allem das Sprechen. Enzo versteh alles was die Menschen um ihn herum sagen und er würde ihnen auch antworten, doch er kann sich nur auf seine Mimik und Gestik verlassen. Eine große Schande für Enzo ist es, dass er keine Daumen hat. Wenn er welche hätte, dann könnte er durch verschiedene Fernsehkanäle zappen, so ist er jedoch auf den einen Kanal angewiesen, den ihn Danny am Morgen, wenn er das Haus verlässt einstellt. Er kann auch auf keinen Fall verstehen, warum Affen so nahe mit den Menschen verwandt sein sollen, dabei haben Hunde in der Mongolei doch einen viel höheren Rang. Am allerliebsten würde er jedoch Rennen fahren, zusammen mit seinem Danny.

Verfilmung des Buches

Garth Steins Roman wird zur Zeit verfilmt und soll 2012 unter dem Titel The Art of Racing in the Rain (Originaltitel des englischen Buches) erscheinen. Patrick Dempsey, bekannt als Dr. Derek Sheperd aus Grey's Anatomie, soll Danny Swift spielen. Dieser Film, genauso wie das Buch, hat großes Potential der Nachfolger von "Marley und ich" zu werden und wird nicht nur die Herzen der Hundeliebhaber berühren.

Garth Stein: Enzo oder die Kunst, ein Mensch zu sein. Knaur TB, 2010. Taschenbuch, 336 Seiten. 8,95€

Garth Stein: The Art of Racing in the Rain. Harper Collins, 2010. Taschenbuch, 400 Seiten. 5,99€