Sie stellt selbst die Fußballer in den Schatten. Das will in einem calcio-verrückten Land, wie Italien viel heißen. Aber Federica Pellegrini ist es in den letzten Wochen immer wieder gelungen den Volkssport von der Seite eins der größten Tageszeitungen zu verdrängen. Die italienische Schwimmerin ist immer für einen Skandal gut. Im Gegensatz zur italienischen Fußball-Nationalmannschaft feiert sie zudem auch Erfolge.
Sie ist erst 20 Jahre jung und hat doch schon so viel gewonnen. Federica Pellegrini ist die aktuell beste Schwimmerin der Welt. Europameisterin, Weltmeisterin und Olympiasiegerin ist sie schon. Im Prinzip hat sie alles gewonnen, dass es zu gewinnen gibt. Trotzdem arbeitet die Mailänderin weiterhin hart an sich, um die vielleicht beste Schwimmerin aller Zeiten zu werden.
Erste Teilnahme an Titelkämpfen
Im Juli 2003, in zarten Alter von 14 Jahren nahm Pellegrini erstmals an Schwimm Weltmeisterschaften teil. In Barcelona konnte sie noch nicht brillieren, dafür jedoch schon ein Jahr später in die Weltspitze schwimmen. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen feierte sie die Silbermedaille über 200 Meter Freistil. Es war der Auftakt ihrer erfolgreichen noch jungen Karriere.
2005 gewann sie bei den Kurzbahneuropameisterschaften Gold über 200 Meter Freistil und Silber über die doppelte Distanz. Zudem gewann sie Silber bei der WM in Montreal. Es folgten weitere Medaillen bei Kurzbahneuropa- und –weltmeisterschaften.
Pellegrini's erster Weltrekord
Bei der Schwimm-Weltmeisterschaft 2007 schwamm sie erstmals Weltrekord über ihre Paradedisziplin 200 Meter Freistil. Dabei unterbot sie im Halbfinale die alte Bestmarke von Franziska van Almsick um fast zwei Zehntelsekunden. Im Endkampf reichte es jedoch nur zu Bronze. Im selben Rennen nahm ihr die Französin Laure Manaudou den Rekord direkt wieder ab.
Der endgültige Durchbruch gelang im Jahr 2008. Zuerst holte sie sich den Weltrekord über die 400 Meter Freistil. Die Zeit reichte, um erstmals Gold bei einer Europameisterschaft zu gewinnen. Die Krönung folgte wenige Monate später bei den Olympischen Spielen 2008. Über 200 Meter gewann sie in Weltrekordzeit Gold.
Italiens Weltklasseschwimmerin
Das toppte sie 2009 vor eigenem Publikum. Bei der Schwimm Weltmeisterschaft in Rom holte sie sich die Titel über 200 und 400 Meter Freistil jeweils in Weltrekordzeit. Über die längere Strecke blieb sie als erste Frau der Geschichte unter der Schallgrenze von vier Minuten.
Ihre Dominanz konnte sie auch bei den Europameisterschaften 2010 bestätigen. In Budapest holte sie sich mit einem tollen Finish Gold über die 200 Meter. Doch Pellegrini ist mehr. Die Blondine sorgt auch neben dem Becken für Schlagzeilen.
Dabei findet sich ihre Konkurrentin Manaudou in den Skandalen wieder. Der Französin hatte sie den italienischen Spitzenschwimmer Luca Marin ausgespannt. Seitdem liefern sich die beiden Sportlerinnen immer wieder heiße Duelle. Nicht nur im Wasser.
Skandale am Beckenrand
Pellegrini ist eine Diva, die sich aber auf Grund ihrer Erfolge viel heraus nehmen darf. Fenomena, wie die Fans sie nennen hatte zuletzt den Namen des Teamausrüsters mit dem Logo ihres eigenen Sponsors überlebt.
Probleme bereitet ihr im Verband deshalb niemand. Weil Pellegrini ihre Allüren mit außergewöhnlichen Leistungen zurück zahlt. Und mit Schlagzeilen, die – zumindest kurzfristig – Schwimmen wichtiger erscheinen lassen als Fußball.
